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TTC Straelen/Wachtendonk feiert sein 40-jähriges Bestehen

Vereine und Verbände : Der Freundeskreis der Talentförderer

Otto Weber brachte vor 40 Jahren die schnelle Sportart nach Straelen. Im Vordergrund steht seit jeher die Jugendarbeit. Der TTC Straelen/Wachtendonk hat schon etliche Talente hervorgebracht.

Vielen glücklichen Umständen ist es zu verdanken, dass der TTC Straelen/Wachtendonk in diesem Jahr sein 40-jähriges Vereinsbestehen feiern kann. Und der glücklichste Umstand trägt sogar einen Vor- und Zunamen: Otto Weber, der 1977 von Duisburg nach Herongen zog und als „Zugezogener“ auf der Suche nach einem neuen Bekanntenkreis sein Glück im Sport versuchte.

Der 72-jährige Sozialdemokrat gehört zu der Sorte von Menschen, die Sachen auf den Weg bringen, anpacken und sie zu einem Ende führen. Und so war es auch am 12. Dezember 1980, als sich neun Tischtennisfreunde in Herongen im Saal der Gaststätte Degemann versammelten und den TTC Straelen/Herongen gründeten. „Den Termin hatten wir ganz bewusst gewählt. Die Gründung musste noch 1980 über die Bühne gehen, um vom Verband die Zuschüsse für das nächste Jahr zu bekommen“, sagt Weber, der schon damals ein Fachmann in Sachen Organisation war und den Vereinsvorsitz übernahm.

Den „Machern“ blieb bis zum Start der nächsten Saison nur eine halbes Jahr Zeit, um Mitglieder für ihren Verein zu werben. Scheinbar machten sie einen hervorragenden Job, denn pünktlich zur neuen Spielzeit konnte der Verein drei Herrenteams und eine Damenmannschaft, jeweils zwei Jugend- und Schülermannschaften sowie eine Mädchenmannschaft melden.

Trainingsmöglichkeiten wurden schnell gefunden: Mittwochs wurde mit Klaus Weber in der Turnhalle der Heronger Grundschule gespielt; donnerstags leitete Heinz Jansen das Training in Straelen. Das Flaggschiff war in den Anfangsjahren eindeutig die erste Herrenmannschaft mit Otto Weber, Heinz Jansen, Hermann-Josef Basten, Frank Schlobinski, Harald van Bühren und Heinrich Erprath, die von der Kreisliga bis in die Landesliga durchstarteten. Einen Höhepunkt in der noch jungen Vereinsgeschichte setzten die Verantwortlichen bereits sieben Jahre nach der Gründung, als sie in der gerade eröffneten Stadthalle die Kreismeisterschaften für Jugend und Senioren an 24 Tischen ausrichteten und ein Jahr später das Mammutprojekt Westdeutsche Meisterschaft perfekt organisierten. 1990 erfolgte die Fusion mit der Tischtennis-Abteilung des TSV Wachtendonk-Wankum, um die es zu jenem Zeitpunkt nicht allzu gut bestellt war. Seit 1993 zählt es zum guten Vereinsbrauch, jährlich einen Ausflug zur Deutschen Tischtennis-Meisterschaft zu unternehmen. „Wir fahren quer durch Deutschland. Der Bus ist immer voll. Das ist Vereinsleben pur“, sagt der leidenschaftliche Chronist Otto Weber, dessen privates Vereinsarchiv das Volumen von mehreren Umzugskartons überschreitet.

Jeder Verein braucht ein stabiles Fundament, um langfristig existieren zu können. Und weil das auch für die Zelluloid-Akrobaten aus der Blumenstadt gilt, legt der Vorstand seit jeher enorm viel Wert auf eine solide Nachwuchsarbeit mit qualifizierten Trainern. „Bei den ganz jungen Spielern waren wir schon damals ganz weit vorne“, so Weber und präsentiert eine Liste, auf der 14 Spieler des Vereins aufgeführt sind, die an Bezirksmeisterschaften teilgenommen haben. Jüngste Beispiele für die gezielte Talentförderung ist die 15-jährige Annika Meens, die sich anschickt, demnächst auf der ganz großen Tischtennis-Bühne zu spielen. Nicht zu vergessen ihre drei Jahre jüngere Schwester Sina, die auf Kreisebene einen Titel nach dem anderen abräumt.

Seit acht Jahren liegen die Geschicke des Vereins in den Händen von Christian Bouten, der als stellvertretender Vorsitzender 20 Jahre bei Otto Weber in der Lehre war und die Vereinsphilosophie „Von der Nummer sechs der letzten Mannschaft bis zur Nummer eins der ersten Mannschaft sind alle gleich wertvoll“ verinnerlicht hat. „Vielleicht ist das auch ein Grund, weshalb wir kaum Abgänge zu verzeichnen haben.“, sagt Bouten, der die sogenannte „Heimspiel-Party“ ins Leben gerufen hat.

Alle Seniorenmannschaften tragen ihre Heimspiele am gleichen Tag zur gleichen Zeit in der gleichen Halle aus. „Da ist richtig was los. Und alle bleiben, bis der letzte Ball gespielt wurde“, so Bouten, der die Frage nach dem Grund für sein ehrenamtliches Engagement kurz und bündig beantwortet: „Ich möchte meine Freude am Tischtennis weitergeben.“