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TTC Geldern-Veert zieht Tischtennis-Team in die Bezirksklasse zurück.

Tischtennis : Ein Jubiläumsjahr zum Vergessen für den TTC Geldern-Veert

Der Verein musste sämtliche Veranstaltungen absagen, die anlässlich des 70-jährigen Bestehens geplant waren. Außerdem muss er sein Herren-Team nach einem Aderlass in die Tischtennis-Bezirksklasse zurückziehen.

„Ich habe eine Achterbahn der Gefühle hinter mir“, sagt Eugen Brück, Vorsitzender des TTC Geldern-Veert. Ausgerechnet anlässlich des 70-jährigen Bestehens, das der mehr als 600 Mitglieder starke Breitensportverein gebührend feiern wollte, ist der TTC von der Pandemie eiskalt erwischt worden.

Zunächst gab’s noch gute Nachrichten vom Westdeutschen Tischtennis-Verband, der die Saison Mitte März abgebrochen hatte. Als Tabellenachter hatte sich die erste Herren-Mannschaft, die von Anfang an in den Abstiegskampf verwickelt war, für eine weitere Landesliga-Saison qualifiziert. Die Frauen wiederum hatten als Bezirksliga-Tabellenzweiter die erhoffte Rückkehr in die Verbandsliga geschafft. Und nebenbei bejubelte das zweite Herren-Team als Zweiter der Kreisliga den Sprung in die Bezirksklasse.

Die Hiobsbotschaften sollten indes nicht lange auf sich warten lassen. „Die Absage der Westdeutschen Mannschafts-Meisterschaft der Senioren, die wir im April ausrichten wollten und in deren Organisation wir viel Arbeit gesteckt hatten, war der Beginn einer schwarzen Serie“, sagt Brück. Wenig später stand fest, dass auch aus dem großen Vereinsfest nichts wird, das am 21. Juni steigen sollte. Alle Abteilungen wollten sich einer breiten Öffentlichkeit präsentieren und hatten schon diverse Aktionen vorbereitet.

Damit nicht genug: Mittlerweile hat Corona einen Strich durch den kompletten Veranstaltungskalender gemacht. Das für Sonntag, 23. August, geplante Event der Skater und BMX-Fahrer fällt ebenso ins Wasser wie die Schach-Stadtmeisterschaft. Brück: „Wir hatten gedacht, dass wir wenigstens für die Schach-Titelkämpfe Grünes Licht erhalten. Doch nach einem Blick auf die strengen Auflagen haben wir uns gar nicht weiter damit beschäftigt.“

Vorsitzender Eugen Brück beklagt eine „schwarze Serie“. Foto: Klatt

Damit war das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Die Absagen hätten sich verschmerzen lassen, zumal diese in Corona-Zeiten zur Tagesordnung gehören. Doch zu allem Überfluss ereilte den Vorsitzenden auch noch eine sportlich schlechte Nachricht. Gleich vier Spieler der ersten Tischtennis-Mannschaft, die in der vergangenen Saison an den Positionen eins bis vier das Korsett gebildet hatten, haben sich abgemeldet. Die Zeit, in der der TTC Geldern-Veert das Aushängeschild in Sachen Herren-Tischtennis im Gelderland war, gehört damit der Vergangenheit an. „Der unerwartete Aderlass ist so groß, dass ich gar keine andere Wahl hatte, als die Mannschaft in die Bezirksklasse zurückzuziehen“, so Brück.

Der Vorsitzende führt die Serie der Abmeldungen auch auf die Pandemie zurück. „Fast alle Menschen werden momentan aus ihrem normalen Trott gerissen. Und manche machen sich so ihre Gedanken und stellen fest, dass es gar nicht verkehrt ist, plötzlich auch für andere Dinge Zeit zu haben. Das betrifft zwangsläufig auch den Sport“, sagt der TTC-Chef.

Der bisherige Spitzenspieler Maik Lehwald lässt es ab sofort beim Kreisligisten PSV Kamp-Lintfort II gemütlich angehen. Foto: Maik Lehwald/Heinz Spütz

Beispiel Maik Lehwald. Der bisherige Spitzenspieler schlägt jetzt in der Kreisliga für den PSV Kamp-Lintfort II auf. Brück zeigt Verständnis: „Maik wohnt dort praktisch direkt neben der Halle und kann jetzt nach dem Training mit seinen Mitspielern auch mal ein Bier trinken.“ Rolf Biermann ist beruflich stark engagiert und möchte mehr Zeit für seine Familie haben. Thomas Kroppen, schon in der abgelaufenen Saison an Position drei nur sporadisch zum Einsatz gekommen, konzentriert sich ab sofort auf den Tennissport. Der langjährige Kapitän Hans-Jürgen Voß bleibt dem TTC zwar in seiner Funktion als Kassenwart erhalten. Doch in der kommenden Saison kämpft er mit dem PSV Kamp-Lintfort I um den Aufstieg in die Landesliga.

Bei aller Enttäuschung kann Brück dem sportlichen Abstieg in die Bezirksklasse inzwischen bereits positive Seiten abgewinnen. „Wir spielen demnächst mit dem SV Walbeck, dem TSV Weeze, Arminia Kapellen und Union Kevelaer-Wetten in einer Gruppe. Das bedeutet jede Menge Derbys. Ich bin überzeugt, dass wir künftig mehr Zuschauer in der Halle begrüßen dürfen“, sagt er.

Zumal der TTC Geldern-Veert in der neuen Umgebung eine gute Rolle spielen dürfte. Achim op de Hipt, Andreas Dittrich und Ralf Aengenheyster bringen jede Menge Landesliga-Erfahrung mit und rücken an die Positionen eins bis drei auf. Neuer Kapitän ist Ralph Ehren, der dieses Amt bislang im zweiten Team bekleidet hat. Hinzu kommen die Eigengewächse Christoph Marks und Tristan Möller.