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Fußball: TSV Wa.-Wa. gewinnt das "A 40-Derby"

Fußball : TSV Wa.-Wa. gewinnt das "A 40-Derby"

Fußball-Bezirksliga, Gruppe 3: Vor rund 150 Zuschauern gelingt der Elf ein 5:1 (3:0)-Sieg in der Landwehr-Arena beim FC Aldekerk. Die Gastgeber spielen ab der 22. Minute in Unterzahl, geben sich aber bis zum Ende nicht auf.

Es hätte so schön werden können. So lange hatte der Aufsteiger FC Aldekerk dem Spiel gegen den Nachbarn TSV Wachtendonk-Wankum entgegengefiebert. Immerhin hatte es das Duell seit zehn Jahren nicht mehr gegeben. Dass es letztlich eine deftige 1:5-Niederlage wurde, damit hätte beim FC niemand gerechnet.

Aber schon die erste Minute begann nicht gerade verheißungsvoll. Der leicht angeschlagene FCA-Spielertrainer Marc Kersjes hatte sich gerade erst an der Seitenlinie postiert, da stand es auch schon 1:0 für den TSV. Ali Aymirgen hatte aus gut 20 Metern zum 1:0 eingenetzt. "Das hatte ich mir etwas anders vorgestellt", gab Kersjes zu. Die Wachtendonker, heiß durch den Führungstreffer, versuchten mit schnellem Spiel nach vorne, sofort das 2:0 nachzulegen.

 Zweikampf: Alexander Rasch (l.) im Duell mit Stefan Herrschaft.
Zweikampf: Alexander Rasch (l.) im Duell mit Stefan Herrschaft. Foto: Seybert Gerhard

Immer wieder wurde der Außenstürmer Timo Verhoeven angespielt, der wiederum Christian Galster in der Mitte suchte. In der 22. Minute dann der zweite Schock für Aldekerk: Nachdem Bernd Willems den Gäste-Spieler Galster im Strafraum zu Fall gebracht hatte, entschied der Schiri auf Elfmeter und zeigte dem Aldekerker die Rote Karte. Marc Brouwers verwandelte den Strafstoß zum 2:0 (23.) und Kersjes begann, zu grübeln.

Mit einem cleveren Wechsel schaffte es die Heim-Elf bis zum Schluss, die Unterzahl gut zu kompensieren. Dass Aldekerk nur mit zehn Mann auf dem Platz stand, sah man zu keinem Zeitpunkt. Doch im Spielaufbau leistete sich der FCA zu viele Fehler. Die Wachtendonker hingegen nutzten diese eiskalt aus und attackierten früh. Aber: Zwei Mal hätte der FC herankommen können, doch weder Tarik Benchamma noch Oliver Martens gelang das 1:2. TSV-Keeper Joshua Claringbold hatte beide Schüsse gut pariert. Wachtendonk blieb eiskalt und erhöhte durch Mithilfe von FC-Keeper Nicolai Petrovic auf 3:0 (32.). Der Torwart hatte eine Flanke von Marco Härtner im Abwehrversuch über die Finger gleiten lassen, so dass der Ball direkt vor Timo Verhoeven landete, der einschob.

In der zweiten Halbzeit, in der Aldekerk eigentlich durchstarten wollte, um den Rückstand zu verkürzen oder gar aufzuholen, waren es erneut die Wachtendonker Gäste, die Erfolg hatten. Max Brusius passte in den Lauf von Verhoeven, der seinen zweiten Treffer zum 4:0 (48.) erzielte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Partie entschieden. Aldekerk agierte im zweiten Durchgang zwar deutlich besser, blieb im Abschluss aber größtenteils harmlos - bis auf einen Hochkaräter durch Stefan Herrschaft. Auch der eigentlich derzeit gut aufgelegte Jannis Altgen hatte gestern nicht viel zu bestellen. Obwohl das Spiel noch eine halbe Stunde dauern sollte, agierte Wachtendonk nun nicht mehr so souverän wie anfangs. "Ich hätte mir gewünscht, dass wir die Partie cooler runterspielen", sagte Wachtendonks Trainer Wilfried Steeger.

Zum Ehrentreffer kamen die Aldekerker aber dann doch noch. Justus Voelkel sorgte für das 1:4 (80.) und belohnte damit die Mühen des Gastgebers. Aber - als wäre der Braten noch nicht fett genug - Wachtendonk legte neun Minuten später durch Christian Galster noch das 5:1 hinterher.

"Ich bin froh, dass wir den Dreier geholt und somit den Hebel umgelegt haben", sagte Steeger. Immerhin hatte seine Elf vor dem Spiel drei Partien in Folge verloren. FCA-Coach Marc Kersjes hob die kämpferische Leistung seiner Elf hervor. "Den Platzverweis haben wir gut kompensiert. Wenn wir den 1:2-Anschluss in der ersten Halbzeit geschafft hätten, wäre das Spiel vielleicht ganz anders verlaufen. Insgesamt haben wir uns aber zu viele Fehler erlaubt. Auch unsere Abschlussstärke war nicht gegeben", sagte er.

"Insgesamt ist die Niederlage aber etwas zu hoch ausgefallen." Und so durften nicht die Aldekerker einen Sieg im "A 40-Derby" bejubeln, sondern der TSV. Alexander Rasch war es schließlich, der die Wachtendonker "Kauderwelsch-Siegeshymne" anstimmte

FC Aldekerk: Petrovic - Herrschaft, Hegmans, Willems, Lindemann (28. Praviza), Benchamma (70. Irgat), Altgen (76. Wallrodt), Voelkel, Martens, Hoschke, Wißfeld. TSV Wa.-Wa.: Claringbold - Verhoeven, Brusius (72. P. Baumgart), Simrodt, Michos, Rasch, Brouwers (56. Idel), Krauß, Aymirgen (79. Hurtado-Martinez), Härtner.

(RP)