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Fußball: TSV Wa./Wa.: Dünn besetzt, aber optimistisch

Fußball : TSV Wa./Wa.: Dünn besetzt, aber optimistisch

Fußball-Bezirksliga: Der Kader des Vizemeisters aus der Vorsaison ist deutlich kleiner geworden, hat aber nach wie vor seine Qualitäten.

Wachtendonk Als eines der wenigen Gelderland-Teams konnte der TSV Wachtendonk/Wankum in der Vorsaison überzeugen. Am Ende sicherte sich die Mannschaft von Trainer Wilfried Steeger den Vizetitel. Nur dem Meister VfB Uerdingen musste die Elf den Vortritt lassen.

Mit einem zweiten Platz rechnet Steeger in der neuen Spielzeit aber nicht mehr. "Schon der Vizetitel in der Vorsaison war ja gar nicht eingeplant. Ich denke, dass nun ganz andere Teams um den Aufstieg kämpfen werden. Dazu gehören Schwafheim, Scherpenberg, Fichte Lintfort oder der GSV Geldern. Auch die TSF Bracht und den VfL Tönisberg sollte man nicht außer Acht lassen", sagt der TSV-Coach, der aber auch gleichzeitig deutlich macht: "Ich will uns aber nicht schlecht reden, weil wir nicht schlechter geworden sind als in der vorigen Saison. Nur in der Breite sind wir nicht mehr so stark aufgestellt."

Und das hat damit zu tun, dass die Wachtendonker mehrere Abgänge verkraften müssen. Unter anderem haben sich die beiden Stammspieler Timo Ingenlath und Jannik Wißfeld anderen Mannschaften angeschlossen. "Insgesamt haben wir nun einen sehr dünnen Kader", sagt Steeger.

Welche Probleme das mit sich führen kann, zeigte sich in den ersten drei Wochen der Vorbereitung. "Wir hatten viele Urlauber, Verletzte un Kranke. Eigentlich war von allem etwas dabei. Deswegen würde ich unsere Vorbereitung insgesamt auch als holprig bezeichnen. Noch sind nicht alle bei 100 Prozent."

Positiv sei aber der Auftritt in der ersten Runde des Verbandspokals gegen den Oberliga-Absteiger VfB Homberg gewesen. Zwar verlor Wachtendonk mit 1:4, Steeger war mit dem Erbrachten aber trotzdem zufrieden: "Obwohl ich leichte Bedenken hatte, haben die Jungs ihre Sache taktisch gut gemacht. Wäre das Spiel anders verlaufen, hätte das vor dem Saisonstart vielleicht auf unser Selbstbewusstsein gedrückt."

Gerade in den vergangenen anderthalb Wochen spürt Steeger, dass seine Spieler nicht nur wieder vollzählig an den Trainingseinheiten teilnehmen, sondern auch voll bei der Sache sind.

Wie sich seine Mannschaft zum Saisonstart am kommenden Sonntag gegen Schwafheim jedoch anstellen wird, ist ungewiss. Fakt ist aber, dass einige neue Männer mit von der Partie sein werden. Patrick Baumgart und Felix Luhr kommen aus der A-Jugend, Nick Feegers aus der zweiten Mannschaft hat in den Vorwochen mit der "Ersten" trainiert. "Klar, wir hätten gerne noch den einen oder anderen Zugang präsentiert. Wir hatten auch unsere Fühler ausgestreckt", sagt Steeger. Dennoch erwies es sich als schwierig, neue Akteure zu verpflichten. Zum einen wollte der TSV sich nicht auf das immer teurer gewordene Personalkarussell setzten, und zum anderen laute die Devis auch, nicht jeden zu nehmen. "Schließlich muss die Mannschaft auch charakterlich gut zusammenpassen. Wir wollen auch weiterhin darauf setzen, den jungen Burschen aus dem Verein oder der unmittelbaren Umgebung eine Chance zu geben. Das macht sich auch bemerkbar. In den vergangenen Jahren hat sich unser Team enorm verjüngt", erklärt der TSV-Trainer.

Die Schwerpunkte der neuen Saison liegen bei den Wachtendonkern auf Ballzirkulation und Umschaltspiel. Außerdem soll das in der Vorsaison Erlernte weiter verfeinert werden. "In der Saison 2014/2015 haben wir viel Wert auf Vielfalt gelegt, um uns noch besser auf die Gegner einstellen zu können. Das haben wir mittlerweile auch ganz gut drauf."

Zu den Schwächen zählt Steeger den dünnen Kader. "Wir waren in der Vergangenheit zwar immer vom großen Verletzungspech verschont, wenn sich das jetzt aber ändert, bekommen wir Probleme." Noch sieht es aber ganz gut aus. Die Verletzten und Kranken sind mittlerweile zurückgekehrt und können wieder richtig trainieren. In den letzten Einheiten vor dem Saisonstart möchte Steeger noch einige taktische Dinge ausprobieren, "was ja vorher mit nur sieben oder acht Mann beim Training nicht wirklich funktioniert hat", sagt er.

Am Sonntag steht dann das erste Saisonspiel gegen den SV Schwafheim an, das die Wachtendonker zu Hause absolvieren können. Eine Woche später geht's dann zum Topteam Fichte Lintfort. "Wir haben ein enorm schweres Auftaktprogramm, aber in dieser Gruppe wird es für uns sowieso keine leichten Spiele mehr geben", findet Steeger.

(cad)