Fußball : Der TSV Nieukerk feiert ganz einfach weiter

Turnier um den Innogy-Cup in Weeze: B-Liga-Meister schlägt im Finale die Reserve des TSV Wachtendonk-Wankum mit 2:0.

Der TSV Nieukerk hat ganz einfach einen Lauf. Die Mannschaft, die soeben erst den Titelgewinn in der Fußball-Kreisliga B, Gruppe 3, und damit den Aufstieg ins Kreisliga-Oberhaus bejubeln durfte, feiert unermüdlich weiter. Am Sonntag entschieden die Jungs um Trainer Wilfried Steeger auch noch das Turnier um den „Innogy-Cup“ für sich, zu dem sich die acht offensivstärksten A- und B-Ligisten aus dem Fußball-Kreis Kleve-Geldern im Weezer August-Janssen-Sportzentrum versammelt hatten.

Die Erfolge kommen selbstverständlich nicht von ungefähr. Die jungen Männer in den gelben Trikots legen auch den nötigen Ehrgeiz und eine große Portion Einsatzbereitschaft an den Tag. „Es ist zwar Sommerpause. Aber im Hinblick auf das Turnier haben wir uns noch zu zwei Trainingseinheiten getroffen. Deshalb hatten wir zum Ende hin vielleicht etwas mehr Luft als die Konkurrenz“, verriet Wilfried Steeger am Rande der Siegerehrung. Im Wettbewerb traf seine Mannschaft gleich zweimal auf einen alten Bekannten. In der Vorrunde hatte der B-Liga-Meister gegen seinen hartnäckigen Verfolger TSV Wachtendonk-Wankum II zunächst noch mit 1:2 das Nachsehen. Doch im Finale drehten die Nieukerker den Spieß um.

Bereits nach fünf Minuten stellte Max Brusius mit einem direkt verwandelten Freistoß die Weichen auf Sieg. In der zweiten Hälfte sorgte Martin Kaufels mit einem eiskalt abgeschlossenen Konter für klare Verhältnisse. Wenig später pfiff Schiedsrichter Ralf Vogels das Finale ab, dessen Spieldauer er nach Absprache mit den Mannschaften und Organisatoren auf zweimal 15 Minuten reduziert hatte. Hintergrund: Die beiden Finalisten hatten bis dahin schon ganze Arbeit geleistet und 160 Minuten in den Knochen. Nach Meinung von Frank Goldau, der nach mehrjähriger Pause sein Comeback auf einer Wachtendonker Trainerbank feierte, eindeutig zu viel. „Der Wettbewerb hat zwar Spaß gemacht. Und ich freue mich auch, dass wir ins Finale gelangt sind. Aber zwei Wochen nach dem Saisonende sind die Anstrengungen für die Spieler zu groß. Da kann man sich vielleicht für die nächste Auflage des Turniers einen etwas anderen Modus einfallen lassen“, meinte Goldau.

Etwas leichter hatten es da schon die beiden Mannschaften, die die jeweiligen Halbfinalspiele überraschend verloren hatten. Der A-Liga-Tabellendritte Alemannia Pfalzdorf entschied das Elfmeterschießen um Platz drei gegen den künftigen Bezirksligisten TSV Weeze mit 6:5 für sich. Keine Chance hatte der A-Liga-Vizemeister SV Straelen II, der am Jubiläums-Wochenende der Grün-Gelben mit einer besseren „Dritten“ angetreten war. So kassierte das Team in der Vorrunde eine 1:8-Niederlage gegen Pfalzdorf – und das gerade einmal innerhalb von 40 Minuten.

Bei der Siegerehrung, bei der Oliver Sauerbach, Leiter des „Innogy“-Regionalzentrums Niederrhein, Weezes Bürgermeister Ulrich Francken und Kreis-Fußballausschuss-Vorsitzender Holger Tripp den vier Endrunden-Teilnehmern wertvolle Sachpreise überreichten, gab’s noch einen weiteren großen Gewinner. Der Wachtendonker Cristian Voicu war mit sechs Treffern erfolgreichster Torschütze des Turniers – dafür darf er in der kommenden Saison ein Spiel des Bundesligisten FC Schalke 04 von einer VIP-Loge aus verfolgen.

Etwas enttäuscht zeigten sich die Verantwortlichen angesichts der recht enttäuschenden Zuschauer-Resonanz. Nur wenige Fußballfreunde wollten sich den Auftritt der acht torgefährlichsten Kreisligisten von der linken Rheinseite anschauen – selbst beim Finale war die Zahl der Besucher recht überschaubar. „Das ist natürlich schade. Die Organisatoren vom TSV Weeze haben als Gastgeber ganze Arbeit geleistet und hätten etwas mehr Resonanz verdient gehabt. Da gibt’s noch Luft nach oben“, meinte Holger Tripp. Dennoch dürfte einer Fortsetzung des Wettbewerbs, der vor drei Jahren die Nachfolge des früheren „Diebels-Offensivpokals“ angetreten hat, nichts im Wege stehen.

„Wir setzen uns demnächst noch einmal zusammen und beraten, was wir vielleicht noch besser machen können. Doch in meinen Augen spricht nichts dagegen, dass wir weitermachen“, sagte Sauerbach.

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