Aus den Vereinen : Asche ade: In Nieukerk rollen Bagger an

Wenn alles nach Plan läuft, wird am Tag der deutschen Einheit der neue Kunstrasenplatz des TSV Nieukerk eröffnet. Bis dahin werden noch viele fleißige Helfer auf der Sportanlage „Am Aermen Düwel“ die Ärmel hochkrempeln.

Fast 50 Jahre kickten die Jungs und Mädels vom TSV auf dem berühmt-berüchtigten Ascheplatz „Am Aermen Düwel“. Einige ehemalige Spieler tragen noch bis heute körnige Mitbringsel aus ihrer fußballerischen Karriere mit sich herum. Wer keine Asche unter der Haut an den Knien hat, der konnte ein Stück „Nieukerker Geschichte“ (originale TSV-Asche) auf dem jüngsten Webermarkt-Fest in limitierten Dosen erwerben. Über 70 „Asche-Döschen“ wurden verkauft, erzählt man sich.

Jetzt hat der TSV Nieukerk die neue Ära für ihre Fußball-Abteilung mit dem offiziellen Spatenstich eingeläutet. Ein modernes Kunstrasen-Spielfeld wird den mittlerweile in die Jahre gekommenen Tennenplatz in den nächsten Monaten ersetzen. Angepeilter Stichtag zur offiziellen Eröffnung des modernen Spielfeldes ist der Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober). Selbstverständlich kalkulieren die Vorsitzenden Bernd Kolmans und Michael Diepers ein, dass es bei solch einem Projekt auch mal zu Verzögerungen kommen kann. „Solange wie beim Berliner Flughafen wird’s aber definitiv nicht dauern“, scherzte Diepers und zeigte sich zuversichtlich, dass alles mehr oder minder nach Plan ablaufen wird.

Erfreulicherweise startet ein weiterer Kunstrasenbau praktisch parallel in der unmittelbaren Nachbarschaft. Die Firma „Geo3“ ist auch für den SV Issum im Einsatz. Der TSV wird sich daher mit den Rot-Weißen aus Issum austauschen und über den jeweiligen Fortschritt der einzelnen Bauphasen berichten. „Die Art und Weise, wie so ein Kunstrasen entsteht, ist immer sehr ähnlich“, sagt Kolmans. Deshalb können eventuell auftretende Probleme frühzeitig erkannt und gemeinsam gelöst werden. Zahlreiche Ratsmitglieder aller Parteien, TSV-Mitglieder und am Projekt interessierte Nieukerker waren beim offiziellen Spatentisch vor Ort. Während Fotograf Gottfried Evers am Ort des Geschehens eine Drohne einsetzte, verkündete Kerkens stellvertretende Bürgermeisterin Renate Fürtjes: „Asche ade“. Damit kann endgültig ein neues Kapitel der Nieukerker Fußball-Geschichte aufgeschlagen werden.

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Jetzt ist zunächst einmal die „Manpower“ der ehrenamtlichen Helfer gefragt. Der Nieukerker Wolfgang Notz ist nicht nur ein Mann der Tat, wenn es um Adlersaal-Veranstaltungen geht. Auch bei dem Kunstrasenprojekt übernimmt er die ehrenamtliche Leitung für die ersten baulichen Maßnahmen, bevor „Geo3“ ans Eingemachte geht. „Mein Enkel spielt hier im Verein. Da musste mich Bernd nicht zweimal fragen, ob ich mit anpacken will“, erzählt der Vorsitzende des Trägervereins Adlersaal.

An zwei Wochenenden werden mit einem Bagger und mit tatkräftigen Helfern in Eigenleistung Pfosten und Beton entfernt. Auch bei den Pflasterarbeiten sind starke Männer im Einsatz, um die Kosten für den Verein möglichst gering halten zu können. Ohne den Verkauf der virtuellen Parzellen im Internet, der mittlerweile einen Umsatz von über 37.000 Euro gebracht hat, wäre die finanzielle Belastung für den TSV wohl zu hoch.

Doch die Solidargemeinschaft in Kerken-Nord ist stark und hält fest zusammen. Für etwas mehr als 400 der insgesamt 500 Parzellen sind inzwischen Paten gefunden worden. „Einfach Wahnsinn, wie die Nieukerker Bürger uns bei dem Projekt unterstützen“, freut sich Bernd Kolmans.

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