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Trotz Platz eins: ATV-Trainerin Yvonne Fillgert bleibt bescheiden

Handball : „Wir sprechen nicht über die Zweite Liga“

Die Handballerinnen des Drittliga-Spitzenreiters TV Aldekerk und ihre Trainerin bleiben auf dem Teppich.

Yvonne Fillgert hat in ihrer aktiven Laufbahn als Handballerin einige bemerkenswerte Erfolge errungen. Höhepunkt war 1997 der Gewinn der Bronzemedaille mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land. 14 Jahre lang war die Moerserin in der Bundesliga für den Buxtehuder SV und Bayer Leverkusen im Einsatz. Jetzt hat die 44-Jährige, die im Besitz der B-Lizenz ist, bei ihrer ersten Trainer-Station im Seniorenbereich gleich einmal eine Punktlandung hingelegt. Nach der Hinrunde führt sie mit den Frauen des TV Aldekerk die Tabelle in der Dritten Liga an.

Sind Sie vom Erfolg ihrer Mannschaft etwas überrascht ? Oder hatten Sie im Sommer schon geahnt, wo die Reise hingeht ?

Yvonne Fillgert Irgendwo trifft beides zu. Als die Anfrage aus Aldekerk kam, habe ich mich sofort intensiv mit der Mannschaft beschäftigt. Es sind viele Spielerinnen dabei, die sich schon seit Jahren kennen und in der Juniorinnen-Bundesliga wertvolle Erfahrungen gesammelt haben. Von daher wusste ich natürlich, dass im Team enormes Potenzial steckt. Wir hatten uns dann allerdings vor dem Start einen Platz im gesicherten Mittelfeld als Ziel gesetzt.

Das dürfte sich mittlerweile geändert haben. Wer nach Ablauf der Hinrunde mit zwei Punkten Vorsprung die Tabelle anführt, beschäftigt sich sicherlich auch mit dem Aufstieg in die Zweite Liga.

Fillgert Das könnten wir machen, tun wir aber nicht. Zum einen wissen wir ganz genau, dass in der Rück­runde noch viele schwierige Aufgaben auf uns warten und sich alles ganz schnell ändern kann. Zum anderen möchten wir uns nicht unnötig unter Druck setzen. Deshalb sprechen wir nicht über die Zweite Liga.

Und falls der Tabellenführer zwei Spieltage vor Schluss immer noch TV Aldekerk heißt ?

Fillgert Dann werden wir in den letzten beiden Spielen alles dafür tun, um am Saisonende eine große Party feiern zu dürfen. Wir sind schließlich Sportlerinnen und möchten erfolgreich sein.

Wer ist in ihren Augen der stärkste Gegner, mit dem es der ATV in der Hinserie zu tun hatte?

Fillgert Das ist die SG Mainz-Bretzenheim, bei der wir Ende Oktober unsere erste Saisonniederlage kassiert haben. Die ist ja dann mit 19:26 gleich auch noch recht deutlich ausgefallen. Wir müssen in jedem Fall im Rückspiel einen optimalen Tag erwischen, wenn wir uns revanchieren wollen. Die Mainzerinnen werden bis zum Schluss um den Titel spielen.

Verraten Sie das Erfolgsgeheimnis des TV Aldekerk ?

Fillgert Da spielen mehrere Faktoren eine wichtige Rolle. Der Zusammenhalt ist sehr groß. Wir haben eine intakte Mannschaft. Das macht schon sehr viel aus. Und dann sind wir 60 Minuten lang in der Lage, unser schnelles Angriffsspiel aus der Abwehr heraus aufzuziehen. Die konditionellen Grundlagen dafür haben wir schon in der Vorbereitung geschaffen. Für die Winterpause hat jede Spielerin einen individuellen Trainingsplan bekommen, damit wir sofort wieder fit sind.

Wird der ATV noch etwas länger Freude an Ihnen haben ?

Fillgert Da spricht nichts gegen. Mir macht die Zusammenarbeit mit der Mannschaft viel Spaß. Auch mein Co-Trainer Georg van Neerven hat schon seine Bereitschaft signalisiert, eine weitere Saison dranzuhängen. Und Verein und Spielerinnen sind offenbar auch damit einverstanden.

Haben Sie in sportlicher Hinsicht einen besonderen Wunsch für 2020 ?

Fillgert Die Stimmung in der Vogteihalle ist schon sehr gut, könnte aber vielleicht bei unseren Heimspielen sogar noch etwas besser sein. Meine Spielerinnen haben in der Hinrunde häufig tolle Leistungen geboten und in meinen Augen deshalb auch eine volle Halle mit viel Rückenwind verdient.