Lokalsport : Triathlet mit großen Zielen

Mike Jordan ist mit 20 Jahren einer der Jüngsten in der Triathlon-Abteilung des TV Aldekerk. Mit 15 Jahren entdeckte der Hartefelder den Dreikampf für sich. Die Zweite Bundesliga ist sein großer Traum.

Aldekerk/Hartefeld Zu Lande und im Wasser ist Mike Jordan unterwegs, möglichst schnell. Der 20-Jährige ist Triathlet. "Nur Laufen oder Rennrad fahren wäre auf Dauer zu langweilig", sagt der Hartefelder. Deshalb nimmt er das Schwimmen gleich noch mit dazu. Eher zufällig hat er vor fünf Jahren am allerersten, "inoffiziellen" Triathlon des TV Aldekerk teilgenommen.

Damals sollte es eigentlich eine Art Leistungstest für die Handballer des Vereins sein. Danach bildete sich die Triathlon-Abteilung, in der Jordan seit zwei Jahren trainiert. Vorher hatte er zehn Jahre Ju-Jutsu gemacht und suchte eine neue sportliche Herausforderung. Denn was er macht, macht er richtig. Das gilt auch für sein Fach-Abitur, das er in nur neun Monaten schaffte. Dabei halfen ihm die Tugenden, die ihn das Triathlon-Training gelehrt hat. "Zielstrebig sein, festhalten am Sport und trainieren — ob ich dazu Lust habe, oder nicht." Sowohl in der Schule als auch beim Triathlon gelte: "Weitermachen und nie aufgeben."

Sieben Paar Schuhe stehen im Keller bereit. "Für jedes Training ein anderes Paar und eines für den Wettkampf", sagt der Abiturient. Die Woche ist gut durchgeplant. Der Montag ist "quasi frei", Dienstag geht es mit dem TV Aldekerk zum Schwimmen nach Straelen, Mittwoch laufen die Triathleten des Vereins ihre Runden auf der Aschebahn. Donnerstags steht Rennradfahren mit den Aldekerkern auf dem persönlichen Fitnessprogramm, gemeinsam mit Vater Rainer wird in Hartefeld gestartet. Freitag werden drei bis vier Kilometer auf den 50-Meter-Bahnen im Moerser Schwimmbad gezogen.

"Das war am Anfang echt heftig", sagt Jordan. Samstag steht Laufen auf dem Programm und sonntags werden zwischen 100 und 150 Kilometer mit dem Fahrrad abgerissen. "Wenn ich das Freunden erzähle, ernte ich schon mal einen schrägen Blick", sagt der 20-Jährige. Die spielen alle Fußball.

Mit Fußball hatte es der Hartefelder im Bambini-Alter versucht. "Aber im Ballsport bin ich völlig unbegabt", sagt er lachend. Da ist ihm der Triathlon lieber, auch wenn der Trainingsaufwand um einiges höher ist. "Das Schöne an der Sportart ist, man muss nicht überall Spezialist sein." Immerhin gibt es drei Disziplinen.

Mit der Triathlon-Abteilung des TV Aldekerk startet Jordan in diesem Jahr erstmals in der Landesliga. Am 18. August geht er in Hückeswagen an den Start und übernimmt für den Verein die Sprintdisziplin. Anders als bei der olympischen Disziplin, sind die Strecken nur halb so lang. So will es auch sein Trainer, Ingo Frantzki — selber erfolgreicher Triathlet. Jordan fühlt sich bei ihm bestens aufgehoben. "Es ist gut, nicht verheizt zu werden."

In der Landesliga hofft er, mit seinem Verein im Mittelfeld Fuß zu fassen. Aber auch für sich persönlich hat der Athlet ein Ziel vor Augen: "Die Zweite Bundesliga wäre schön." Vorbild sind für den 20-Jährigen die Milobinski-Brüder, Simon und Kolja, die beim Triathlon in Kleve die ersten beiden Plätze belegten. Von Simon hat er den alten Neoprenanzug abgekauft, das Namensschild weist ihn noch als Besitzer aus. "Es macht Spaß darin zu Schwimmen", sagt Jordan. "Es ist ein ganz anderer Ansporn."

Vielleicht trägt er ihn auch beim Aldekerker Triathlon, bei dem auch seine beiden Vorbilder antreten werden. Entspannung findet Mike Jordan beim Laufen mit seiner Freundin, die auch beim Triathlon starten wird — und beim Surfen.

(bimo)