Trainer Rolf Sturme möchte den SV Walbeck zum Klassenerhalt führen

Fußball : „Wir befinden uns auf einem sehr guten Weg“

Der Trainer des Frauenfußball-Niederrheinligisten SV Walbeck strahlt in Sachen Klassenerhalt Zuversicht aus.

Seit vielen Jahren spielt die erste Walbecker Frauenmannschaft in der Fußball-Niederrheinliga und hat dort lange in der Spitzengruppe und auch einige Male um den Aufstieg mitgespielt. Höhepunkt war sicher der Gewinn des Niederrheinpokals in der Saison 2016/’17. Damals qualifizierte sich die Elf vom Bergsteg für die erste Runde um den DFB-Pokal, wo sie allerdings im Saarland beim 1. FC Riegelsberg etwas unglücklich ausschied. Für die erfolgsverwöhnte Mannschaft läuft es momentan in der Meisterschaft nicht so gut, was allerdings angesichts eines Umbruchs und einigen Abgängen von Leistungsträgerinnen auch zu erwarten war. Inzwischen steht, nachdem Trainer Thomas Kuhnen sein Amt niedergelegt hat, sein ehemaliger Assistent Rolf Sturme in der Verantwortung.

Eigentlich wollten Sie ja nicht als Cheftrainer tätig sein. Was hat den Ausschlag gegeben, dass sie nun doch an der Seitenlinie stehen ?

ROLF STURME Ich begleite die Mannschaft, in der meine Tochter Hannah ja schon von der Jugend an mitspielt, seit vielen Jahren. Da entwickelt sich eine Nähe zum Team. In der schwierigen Situation habe ich mich bereit erklärt, das Amt als Cheftrainer zu übernehmen. Ich habe auch in Lena Jansen, die derzeit ja in Mutterschaft ist, eine sehr kompetente Spielerin zur Seite, die mich mit ihrem Wissen in vielen Dingen unterstützt.

Vor der Saison war das Ziel ein gesicherter Mittelfeldplatz. Danach sieht es momentan allerdings nicht aus.

STURME Das war sicherlich etwas blauäugig gedacht. Der Aderlass war einfach zu groß. Uns fehlt eine Lena Jansen, die mit 25 und mehr Toren pro Saison immer ein Garant für Punkte war. Aber auch Spielerinnen wie Sarah und Nicole Küppers, Wenke Grütter oder die verletzte Anika Mertens haben eine große Lücke hinterlassen.

Der SV Walbeck hat aber auch einige gute Nachwuchsspielerinnen in seinen Reihen.

STURME Das ist richtig. Die hätten meiner Meinung nach aber schon in der letzten Saison mehr Einsätze gebraucht. Denn wenn es nicht so gut läuft, ist es gerade für junge Spielerinnen sehr schwer, sich zu entwickeln und das nötige Selbstbewusstsein aufzubauen. Da kann man nicht verlangen, dass die Lücken gleich geschlossen werden. Aber wir haben beispielsweise in Luisa Pastoors oder Rebecca Peschges sehr gute Nachwuchsspielerinnen, die ihren Weg machen werden.

Für ein Niederrheinligateam ist der Kader mit 14 Spielerinnen sehr klein. Wie kompensieren Sie das ?

STURME Wir müssen da schon auf Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft, die es derzeit in der Bezirksliga schwer hat, oder aus unserer B-Juniorinnen-Auswahl zurückgreifen. So hat sich beispielsweise Sabine Linßen, die in der letzten Saison noch in der Reserve am Ball war, mit guten Leistungen einen Stammplatz in der Ersten verschafft.

Die Gefahr erscheint nicht allzu groß. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze beträgt sieben Punkte. Ist der Druck nicht ganz so hoch ?

STURME Wir können uns nicht darauf verlassen, dass die unteren Teams weiterhin ihre Spiele verlieren. Wir müssen aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen. Beim 2:2 gegen den VfR Warbeyen haben wir gezeigt, dass wir uns auf einem sehr guten Weg befinden. Diese Partie war auch ein gutes Beispiel dafür, dass innerhalb der Mannschaft nach wie vor ein guter Teamgeist herrscht, auch wenn es mal nicht so gut läuft.

Am kommenden Sonntag ist ab 11 Uhr der SV Hemmerden zu Gast am Walbecker Bergsteg. Hemmerden hat zuletzt eine Negativserie hingelegt. Ist das die Chance für Ihr Team, mal wieder dreifach zu punkten ?

STURME Das wäre natürlich sehr schön. Aber in der jetzigen Situation gibt es für uns überhaupt keinen Grund, irgendein Team zu unterschätzen. Hemmerden hat jetzt einen neuen Trainer an der Seitenlinie. Und diesen Effekt sollte man ja bekanntlich im Fußball nie unterschätzen.