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Lokalsport: Torjäger Nummer eins – Hawel nicht zu stoppen

Lokalsport : Torjäger Nummer eins – Hawel nicht zu stoppen

Der Nieukerker Mittelfeldspieler führt seit 13 Wochen die Liste der Torjäger im Gelderland an. Und er hat ein ambitioniertes Ziel: 40 Tore.

Seit dem dritten Spieltag hält Jens Hawel den "Ballermann" fest in der Hand — und er will ihn auch nicht mehr hergeben. Der 22-jährige Aldekerker hat in der aktuellen Saison bereits 23 Tore erzielt. Er führt die Liste der Rheinischen Post und der Volksbank an der Niers mit den besten Torschützen aus dem Gelderland an. Seit dem dritten Spieltag versucht ihn die Konkurrenz einzuholen, doch Hawel vergrößert den Abstand konstant. Und dass, obwohl er noch nicht einmal als Stürmer spielt. Sein Ziel ist es, seinen alten Rekord von 34 Treffern zu überbieten. "Ich will 40 Tore schießen", sagt er und fügt grinsend an: "Das habe ich meinem Bruder Tobias versprochen. Er hat mir ein Computerspiel geschenkt und mir gedroht, dass er es mir am Ende der Saison wieder abnimmt, wenn ich es nicht schaffen sollte."

Doch Hawel ist optimistisch, dass er sein Ziel erreichen wird. "Ich stehe meist genau goldrichtig", sagt der Mittelfeldspieler. "Und wenn ich den Ball einmal am Fuß habe, dann treffe ich auch. Und das nahezu in jedem Spiel." Das kann auch Trainer Simon Stulier bestätigen. "Jens hat einen Torriecher, vor dem Kasten ist er kaltschnäuzig genug", sagt der Coach. "Zudem fühlt er sich sehr wohl im Team, was auch wichtig für eine gute Leistung ist."

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Dabei hat der B-Liga-Spieler gewisse Nachteile in der Wertung. Denn während alle Treffer in der Landes- und Bezirksliga 1,5 Punkte zählen, bekommen die Schützen in den Kreisligen nur einen Punkt aufs Konto gutgeschrieben. Doch Hawel ist das egal. Es reicht trotzdem, um die Konkurrenz abzuhängen. Philipp Langer vom SV Sevelen liegt bereits 5,5 Punkte zurück. Um Position drei kämpfen zurzeit Hawels Ligakollegen Stefan Ketzer (SV Issum) und Peter van Bühren (DJK Twisteden). "Sie könnten mir noch gefährlich werden", sagt er, "bei Phillip Langer glaube ich das nicht mehr."

Hawel spielte von den Bambinis bis zur A-Jugend in Aldekerk. Vor mehr als drei Jahren entschloss sich der Fußballer dann aber zum TSV zu wechseln. Nach einer guten ersten Saison 2009/10 — "damals wurde ich drittbester Torjäger des Gelderlandes", sagt Hawel — schwächelte der gelernte Maler und Lackierer in den beiden darauffolgenden Spielzeiten. "Da war ich nicht so erfolgreich", sagt er. "Damals war ich als zentraler Stürmer eingesetzt. Doch dabei stand ich oftmals mit dem Rücken zum Tor und konnte somit nicht gut abschließen." Seitdem jedoch Lars Allofs und Simon Stulier das Training des B-Liga-Teams übernommen haben, läuft es für Hawel besser. Er spielt jetzt auf dem linken Flügel im offensiven Mittelfeld, "so habe ich mehr Möglichkeiten", sagt er.

Während es ihm in der Vergangenheit nicht so wichtig war, wo er in der Torjägerliste stand, ist er diese Saison heiß darauf. "Ich gucke immer direkt nach, was die anderen gemacht haben", sagt Hawel. Beim Kampf um die Spitze geht es ihm weniger um das Geld, das die besten drei Schützen am Saisonende für ihre Teamkasse erhalten. Vielmehr geht es dem Kerker um die Selbstbestätigung. "So wird man für seine Leistung belohnt", sagt der 22-Jährige.

Während für den ehrgeizigen Torjäger im Kampf um den "Ballermann" nur der erste Platz zählt, sieht er diesen Rang in der Meisterschaft jedoch als unrealistisch. "Twisteden noch zu überholen, ist schwierig", sagt Hawel, "aber Zweiter könnten wir werden." Sein Traum ist es, mit den Nieukerkern, die auch privat enge Freunde von ihm sind, aufzusteigen. Dafür legt er gerne noch ein paar Tore vor. "Der Druck wird größer", sagt er. "Aber ich will in der Rückrunde so erfolgreich sein, wie in der Hinrunde."

(RP)