Prominente Verstärkung für SpVgg. Rheurdt-Schaephuysen Ein Torjäger aus der Champions League in der Kreisliga A

Kreis Kleve · Der 65-fache griechische Nationalspieler Konstantinos Mitroglou stürmt jetzt für den Tabellenletzten der Fußball-Kreisliga A Moers. Wie es zu der spektakulären Verpflichtung kam.

 Kostas Mitroglou (r.), hier im Trikot von Olympiakos Piräus, soll der SpVgg. Rheurdt-Schaephuysen zum Klassenerhalt in der Kreisliga A verhelfen.

Kostas Mitroglou (r.), hier im Trikot von Olympiakos Piräus, soll der SpVgg. Rheurdt-Schaephuysen zum Klassenerhalt in der Kreisliga A verhelfen.

Foto: dpa/Alkis Konstantinidis

Mit nur einem Sieg und acht Punkten steht die Spielvereinigung Rheurdt-Schaephuysen auf dem letzten Tabellenplatz in der Fußball-Kreisliga A Moers. Die sportliche Lage scheint aussichtslos zu sein. Doch der Klub will schnellstmöglich eine Trendwende einleiten. Als Hoffnungsträger fungiert ein namhafter Ex-Profi: Konstantinos „Kostas“ Mitroglou. Völlig überraschend hat der 34-Jährige, der in der Champions League seine Treffer erzielt hat, dem Amateurklub die Zusage gegeben, in der Rückrunde in der A-Liga auf Torejagd zu gehen. So schaffte es der Verein in die landesweiten Schlagzeilen.

Der Grieche blickt auf eine beeindruckende Karriere im Profifußball zurück. Ausgebildet wurde der Mittelstürmer beim MSV Duisburg und bei Borussia Mönchengladbach, den Sprung zu den Senioren schaffte Mitroglou bei Olympiakos Piräus in Griechenland. Über Jahre hinweg galt der beidfüßige Angreifer als Garant für Tore. Der 1,89 Meter große und bullige Stürmer, der immer wieder mit dem Kopf traf, wurde mehrfach auch mit einem Bundesliga-Engagement in Verbindung gebracht. Doch daraus wurde nichts.

Kostas Mitroglou kickte stattdessen für den FC Fulham in England, Benfica Lissabon in Portugal, Olympique Marseille in Frankreich und PSV Eindhoven in den Niederlanden. Zudem hinterließ der Mittelstürmer bei Galatasaray Istanbul in der Türkei Eindruck. Die vorerst letzte Station war der griechische Erstligist Aris Thessaloniki. Für Benfica Lissabon traf er in der Königsklasse im Achtelfinale 2017 sogar gegen Borussia Dortmund. Seit dem vergangenen Sommer war Mitroglou vereinslos, diese Zeit hat nun ein Ende gefunden.

Das Engagement im Kreis Kleve kam zustande, weil der Ex-Profi seit Jahren ein enges Verhältnis zu gleich mehreren Protagonisten der SpVgg. Rheurdt-Schaephuysen pflegt. Zu diesem Netzwerk gehören Trainer und Spieler Robert Kruppa, einst für den MSV Duisburg und für Energie Cottbus in der A-Junioren-Bundesliga aktiv, der frühere Düsseldorfer Regionalliga-Fußballer Andreas Altenbeck und Angreifer Andre Apitzsch. Und eine lange Anfahrt hat der frühere Champions-League-Akteur nicht: Kostas Mitroglou wohnt in Neukirchen-Vluyn. „Kostas und ich sind bereits lange im Gespräch. Wir freuen uns sehr, dass er Lust hat, bei uns mitzumachen. Einen Geldgeber haben wir nicht im Hintergrund, darum geht es auch gar nicht“, sagt Coach Robert Kruppa.

Der prominente Neuzugang hat schon die ersten Übungseinheiten auf dem Kunstrasen am St. Nikolausweg in Rheurdt absolviert. „Kostas hat einen richtig guten Eindruck hinterlassen. Er hat auf jeden Fall großen Spaß gehabt – und wir mit ihm natürlich auch“, sagt Übungsleiter Kruppa, dessen Mannschaft auf den rettenden 15. Platz schon satte 14 Punkte Rückstand hat. Dennoch bleibt der Klassenerhalt das Ziel. Das nächste Pflichtspiel steigt am 12. Februar. Dann geht es auswärts gegen den ESV Hohenbudberg.

Noch ist allerdings unklar, wie viele Partien der 65-fache Nationalspieler Griechenlands für die SpVgg. Rheurdt-Schaephuysen in der Rückrunde bestreiten wird. „Das werden wir noch schauen müssen, da machen wir keinen Druck“, sagt der Coach. Robert Kruppa hat keine Zweifel daran, dass Konstantinos Mitroglou noch reichlich sportliche Qualität mitbringt. „Körperlich war er bestimmt schon einmal in besserer Verfassung. Aber als Ex-Profi wird er sich schnell wieder an die Abläufe gewöhnen“, sagt Trainer Robert Kruppa, der nun in einer Reihe mit Mark van Bommel, Felix Magath und Fatih Terim steht. Unter diesen Trainergrößen war Mitroglou nämlich bereits aktiv.

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