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Thomas Plhak bewahrt TV Aldekerk vor einer Niederlage

Handball : Nervenschlacht endet mit Punkteteilung

Handball-Regionalliga: TV Aldekerk und der TV Rheinbach trennen sich vor 500 begeisterten Zuschauern in der Vogteihalle mit 24:24 (12:12). Unmittelbar vor dem Abpfiff bewahrt Thomas Plhak den Gastgeber vor einer Niederlage.

Die 500 Zuschauer in der Vogteihalle, davon zahlreiche im Fanbus angereiste Handballfreunde aus der Voreifel, sahen einen verbissen geführten Kampf über die gesamte Spielzeit, in der sich beide Mannschaften nichts schenkten. Das voller Leidenschaft geführte Spiel verlor zu keiner Zeit an Spannung und entwickelte sich in der Schlussminute zu einer wahren Nervenschlacht.

ATV-Trainer Nils Wallrath sprach nach dem Abpfiff vom einem hochwertigen Spiel, zeigte sich jedoch mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden: „Das war in der Abwehr ein sehr gutes Spiel. Im Angriff haben wir zu viele klare Chancen nicht genutzt. Wir trainieren gut, die Stimmung ist gut, aber es gelingt uns nicht, den Ertrag einzufahren. Unmittelbar vor der Pause hätten wir uns absetzen können. In einigen Situationen sind wir nicht aufmerksam und konzentriert genug gewesen. So stand es zur Halbzeit statt 14:11 dann 12:12“, konstatierte er.

Gäste-Trainer Dietmar Schwolow sprach von einem Ergebnis, das im Gesamtblick auf die 60 Minuten in Ordnung geht. Aber auch davon, dass seine Mannschaft in der Endphase die Chance ungenutzt ließ, sich abzusetzen und den Sack zuzumachen. Was Schwolow damit meinte: Sieben Minuten vor Schluss führten die Gäste aus Rheinbach mit 22:19-Toren und hatten somit den Auswärtssieg dicht vor Augen. Die Wallrath-Schützlinge zeigten Moral und kämpfen sich bis eine Minute vor Schluss durch einen Treffer des Debütanten Manuel Stelzmann auf 23:23 heran.

Dann waren noch 34 Sekunden auf der Uhr. ATV-Keeper „Ben“ Köß wehrte einen Ball ab. Die Schiedsrichter hatten ein Foul gesehen und entschieden auf Strafwurf für Rheinbach. Oliver Dasburg ließ sich sich die Chance nicht nehmen, die Gäste erneut in Führung zu bringen. Nils Wallrath nahm umgehend eine Auszeit, um vielleicht doch noch wenigstens einen Punkt in der Vogteihalle halten zu können. Die Spannung erreichte jetzt ihren Höhepunkt. Zwei Sekunden vor Schluss hob Linkshänder Matome Rampyapedi von der Außenposition zum Wurf ab und wurde dabei unsanft zu Fall gebracht – ein letzter Strafwurf, diesmal für die Grün-Weißen. Thomas Plhak behielt die Nerven und beförderte die kleine Kugel in die Maschen. 24:24. Das Spiel ist aus.

„Chancen, dieses Spiel zu gewinnen, waren da“, fasste Wallrath zusammen, der insbesondere die überragende Abwehrleistung von Can Greven erwähnte, der über die gesamte Distanz durchgespielt hatte. „Der Junge war so was von ,on fire’, keine Ahnung, was der vorher für ein Zeug geraucht hatte“, schmunzelte der Trainer. Spielführer Jonas Mumme, der wegen Rückenproblemen nur sporadisch in der zweiten Halbzeit eingesetzt wurde, hatte nach der Abwehrschlacht seinen Humor nicht verloren: „Auf jeden Fall schon mal ein Punkt mehr gegen Rheinbach, als in der vorigen Saison.“ Da hatte der ATV beide Spiele verloren und somit großen Anteil daran, dass die Jungs aus der Eifel ein weiteres Jahr in Liga vier spielen dürfen.

Die Regionalliga macht jetzt wegen der Herbstferien zwei Wochen Pause. In der ersten Woche haben auch die ATV-Spieler Urlaub, anschließend beginnt bereits die Vorbereitung auf das Spiel beim Tabellenvierten TSV Bonn rrh., das am Samstag, 2. November, ab 19.30 Uhr auf dem Programm steht. Gut möglich, dass Nils Wallrath dann über eine weitere Alternative im Angriffsspiel verfügt. Thomas Jentjens deutete an, in den Ferien wieder mit der Mannschaft trainieren zu können. Ob es dann bereits für einen Einsatz in Bonn reichen wird, ist jedoch fraglich.