Fußball-Kreisliga A Kleve/Geldern SV Veert: Jürgen Krust kritisiert die Einstellung seiner Spieler

Geldern · Der erfahrene Trainer hatte nach dem 1:5 im Derby gegen Grün-Weiß Vernum Gesprächsbedarf mit seinem Team. „Ich habe Tacheles geredet“, sagt er.

Jürgen Krust: „Was ich anfange, ziehe ich auch durch.“

Jürgen Krust: „Was ich anfange, ziehe ich auch durch.“

Foto: Evers, Gottfried (eve)

Jürgen Krust hatte am Dienstagabend erheblichen Gesprächsbedarf. Dem erfahrenen Trainer des SV Veert hatte die 1:5-Heimniederlage seines Teams im Derby der Fußball-Kreisliga A Kleve/Geldern gegen Grün-Weiß Vernum gehörig die Stimmung verhagelt. Deshalb setzte er eine Mannschaftssitzung an. „Und da habe ich Tacheles geredet“, sagt der 79-jährige Coach, der mit den Frauen-Teams des KBC Duisburg (1985) sowie des FCR Duisburg 55 (2000) Deutscher Meister geworden war und mit der Männer-Mannschaft des SV Straelen 2006 den Aufstieg in die Oberliga geschafft hatte.

Krust hatte bei seinem Amtsantritt im Sommer erklärt, dass er eine gewisse Zeit benötigen würde, um sich an die Kreisliga A und seine neue Mannschaft zu gewöhnen. „Diese Findungsphase ist jetzt vorbei. Ich habe bislang noch einiges geduldet. Doch jetzt ist Schluss“, sagt Krust. Er nahm sich seine Kicker deshalb zur Brust. Der Kernpunkt der Kritik: Es mangelt an der nötigen Einstellung. „Die Mannschaft kann mehr. Das weiß ich. Doch jetzt kann es für uns nur noch um den Klassenerhalt gehen“, sagt Krust. Der SV Veert ist nach der krachenden Niederlage gegen den Lokalrivalen auf den zwölften Rang zurückgefallen und hat nur noch zwei Punkte Vorsprung vor einem Abstiegsplatz.

Jürgen Krust hatte seinem Team zugetraut, einen Platz im gesicherten Mittelfeld zu belegen. Zumal sich die Dinge beim SV Veert gut anließen. Er gewann in der Vorbereitung überraschend den Voba-Cup und setzte sich dabei gegen Konkurrenten aus der Bezirksliga durch. Doch an die guten Leistungen, die sie da geboten hatte, konnte die Mannschaft nach Ansicht von Krust in der Meisterschaft zu selten anknüpfen. Für den Coach liegt das in erster Linie daran, dass die Spieler nicht mit dem nötigen Ehrgeiz bei der Sache sind. „Auch als Amateurfußballer darf es mir nicht egal sein, ob ich ein Spiel verliere oder nicht. Unsere Leistung gegen Vernum hat mir einen Schlag versetzt. Es fehlten der Kampfgeist und der Biss, der nun einmal auch in der Kreisliga A nötig ist, um zu punkten“, sagt er.

Der 79-Jährige hatte seine Laufbahn als Trainer eigentlich vor einigen Jahren beendet, nachdem er zuletzt das Frauen-Team des FC Zuchwil in der Schweiz gecoacht hatte. „Ich hatte mit dem Fußball abgeschlossen“, sagt Krust. Doch dann kam die Anfrage des SV Veert. „Und plötzlich hatte ich wieder Lust, ein Team zu trainieren, auch wenn die Kreisliga Neuland für mich war“, so der 79-Jährige. Die Lust hat er noch nicht verloren, obwohl es derzeit nicht so läuft, wie er sich das vorstellt. Für Jürgen Krust ist es jedenfalls kein Thema, die Brocken beim SV Veert hinzuwerfen. „Ich habe die Entscheidung nicht bereut. Und was ich anfange, ziehe ich auch durch.“

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