SV Veert bekommt Kunstrasen. Bau startet im Juli.

Fußball : SV Veert bekommt ein Kunstrasen-Prunkstück

Geschäftsführer Hans Schraets und seine Mitstreiter haben in den vergangenen Jahren erfolgreich Überzeugungsarbeit geleistet.

Die Rechnung ist aufgegangen. Im fußballverrückten Dorf Veert spielen unter dem Dach des Sportvereins sage und schreibe 21 Mannschaften. „Im Spiel- und Trainingsbetrieb kommen jährlich 1900 Stunden zusammen“, erklärt Hans Schraets, Geschäftsführer des SV Veert. Das Kicker-Großaufgebot musste sich bislang zwei Rasenplätze teilen, die insgesamt jährlich allerdings maximal 1400 Stunden genutzt werden dürfen, um sie nicht komplett zu zerstören. Fehlen folgerichtig 500 Stunden, um den Ansprüchen der Spieler und Spielerinnen gerecht werden zu können.

Doch das ärgerliche Minus gehört bald der Vergangenheit an. Der SV Veert bekommt in Kürze einen hochmodernen Kunstrasenplatz. Weil Hans Schraets und seine Mitstreiter sich in den vergangenen drei Jahren unermüdlich engagiert haben. Und dabei etliche Pluspunkte in die Waagschale werfen konnten, um gegenüber der Stadt Geldern und dem Stadtsportverband erfolgreich Überzeugungsarbeit leisten zu können.

Gelderns Sportwelt war sich schon seit langem einig, dass neben der Anlage im Gelderlandstadion, die überwiegend vom GSV genutzt, mindestens ein weiterer Kunstrasenplatz her muss. Uneinigkeit herrschte nur in Sachen Standort. Der SV Veert hatte erstmals im Frühjahr 2015 Werbung in eigener Sache gemacht. Jetzt bekam der Verein den Zuschlag. Nicht zuletzt, weil auch das Expertenteam von der Hochschule Koblenz, das den städtischen Sportentwicklungsplan erstellt, sich für Kunstrasen in Veert ausgesprochen hatte.

Hans Schraets hat das Feld schon einmal abgesteckt und bestellt. Der engagierte Geschäftsführer des SV Veert hat sich in den vergangenen Jahren dafür eingesetzt, dass sein Verein einen Kunstrasenplatz bekommt. Mit Erfolg. Mitte Juli rollen die Bagger an, für Oktober ist die Einweihung geplant. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Die Argumente sprechen für sich. Der Dorfverein mit seinen rund 1000 Mitgliedern hat dringend Bedarf. Der SV Veert kümmert sich schon seit Jahren vorbildlich um die Pflege seiner Platzanlage und hat sich damit gegenüber der Stadt als verlässlicher Partner gezeigt. Wichtigstes Kriterium: Der Veerter Sportplatz liegt relativ zentral und kann damit problemlos auch von der kickenden Konkurrenz in Geldern genutzt werden. „Die Vereine müssen in Zukunft einfach enger zusammenarbeiten. Das hat ja auch Professor Thieme in seiner Funktion als Gutachter betont“, sagt Schraets.

Der SV Veert hat bereits konkrete Pläne ausgearbeitet, die genügend Trainingskapazitäten für die im nördlichen Stadtgebiet gelegenen Vereine Arminia Kapellen, SV Walbeck und SV Lüllingen vorsehen. Der Kunstrasen im Gelderland-Stadion könnte dann auch den „Gelderner Süden“ (RW Geldern, GW Vernum und VfL Pont) abdecken. Schraets: „Das wäre eine sinnvolle Lösung, wobei sicherlich in Zukunft auch noch ein weiterer Kunstrasenplatz beispielsweise in Walbeck wünschenswert ist.“

Ganz nebenbei ist auch noch die Finanzierung gesichert. Die Stadt Geldern stellt 563.000 Euro für das Prunkstück am Hülspaßweg bereit. Die Kalkulation, die das auf Kunstrasenplätze spezialisierte Planungsbüro „Geo3“ in Bedburg-Hau erstellt hat, stammt zwar aus dem Vorjahr. Doch Hans Schraets, der „seinem“ SV Veert mittlerweile schon seit 60 Jahren die Treue hält, ist zuversichtlich, dass der Verein eine eventuelle Kostensteigerung problemlos stemmt.

„Wir haben in der Vergangenheit gemeinsam schon so viel geschafft. Da muss man sich nur einmal unser Vereinsheim und die Umkleidekabinen anschauen. Und so weit das möglich ist, werden wir uns jetzt in Eigenleistung an den Arbeiten beteiligen“, versichert Schraets, der zehn Jahre lang auch als Ortsbürgermeister für sein Heimatdorf im Einsatz war.

Der Zeitplan steht: Pünktlich zum Start der Sommerferien rollen Mitte Juli die Bagger an. Rund 1600 Kubikmeter Erdboden müssen ausgebuddelt werden. Anfang September soll dann die elastische Tragschicht kommen, auf der wenig später der „Teppichboden“ im neuen „Wohnzimmer“ der Veerter Fußballer platziert wird. Bereits im Oktober soll die neue Anlage feierlich eingeweiht werden. Passend dazu herrscht inzwischen auch schon wieder sportliche Aufbruchstimmung in Veert. Die erste Mannschaft hatte sich in den vergangenen vier Jahren von der Bezirksliga bis in die Niederungen der Kreisliga B verabschiedet. Jetzt kommt Timo Pastoors, zuletzt Coach des GSV Geldern, als spielender Co-Trainer zurück. Und bringt auch noch seinen Kumpel Stefan Maletic mit, der zu seinen besten Zeiten in der Dritten Liga gekickt hat. Da scheint die Sonne über dem Kunstrasen.

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