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SV Straelen tritt im Gelsenkirchener Parkstadion an

Fußball : Eigentlich fehlt nur der erste Saisonsieg

Fußball-Regionalliga: Der Aufsteiger von der Römerstraße ist besser, als der aktuelle Abstiegsplatz vermuten lässt. Der Angriff bereitet allerdings noch etwas Kopfzerbrechen.

Es ist das passiert, was die meisten Anhänger des Fußball-Regionalligisten SV Straelen angesichts des schweren Auftaktprogramms befürchtet haben dürften. Der Neuling hat in den ersten fünf Spielen nur zwei Punkte gesammelt und belegt aktuell einen Abstiegsplatz.Dennoch besteht kein allzu großer Anlass zur Sorge, da die Mannschaft speziell in den Heimspielen ihr Potenzial für die Vierte Liga gezeigt hat. Vor dem Spiel bei der U 23-Auswahl des FC Schalke 04, das am heutigen Samstag um 14 Uhr im Parkstadion angepfiffen wird, ist es an der Zeit, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen und das Augenmerk auf die einzelnen Mannschaftsteile zu richten.

Torwart Robin Udegbe, Neuzugang vom Drittligisten KFC Uerdingen, strahlt sehr viel Ruhe aus. Er dirigiert lautstark seine Vorderleute und macht auf der Linie und in Sachen Strafraumbeherrschung einen sehr guten Eindruck. Auch fußballerisch bringt der 29-Jährige das Rüstzeug mit, das von einem modernen Torhüter erwartet wird. Abgesehen vom Spiel gegen Preußen Münster, als er einen unnötigen Elfmeter verursachte, hat Udegbe bislang gezeigt, weshalb ihn der SV Straelen geholt hat.

Die Abwehr In der Innenverteidigung bilden die Routiniers Adli Lachheb und Ferry de Regt eine sichere Bank. Beide sind in der Luft und im direkten Zweikampf kaum zu bezwingen. Bei ruhenden Bällen gehen die kopfballstarken Ex-Profis mit nach vorne. Ihre Tempodefizite gleichen sie mit gutem Stellungsspiel aus. Für die Position des rechten Verteidigers hat Straelens Trainer offenkundig noch keine endgültige Lösung gefunden. Ole Päffgen, der in der Oberliga ständig in der Start­elf stand, scheint nicht das unumstößliche Vertrauen von Benedict Weeks zu genießen. Zweimal spielte Fabio Ribeiro auf dieser Position, nach dessen Rotsperre durfte zuletzt Vedran Beric ran. Auf der linken Seite müssen sich die Straelener keine Sorgen machen, so lange „Mister Zuverlässig“ Jannik Stevens fit ist.

Das Mittelfeld Auf der „Doppel-Sechs“ sticht Kevin Weggen wie schon in der Vergangenheit als Stratege und Antreiber im Spiel des SV Straelen heraus. Allerdings plagt ihn eine hartnäckige Fußverletzung, die auch zuletzt in der Schlussphase der Partie gegen RW Oberhausen eine Auswechslung erzwang. Die größte Überraschung auf der zentralen Position vor der Abwehr ist zweifelsohne der 22-jährige Tobias Peitz. Eine bewährte Alternative bildet Defensiv-Allrounder Fabio Ribeiro auf diesem Posten. Die rechte Seite beackert der äußerst agile Kaito Mizuta. Der gerade einmal 20-jährige Japaner ist ein überdurchschnittlich guter Fußballer und wird von seinen Mitspielern nicht zu Unrecht ständig gesucht. Konstantin Möllering ist das Arbeitspferd, das sich 90 Minuten lang in den Dienst der Mannschaft stellt und unermüdlich versucht, seine Nebenleute gut aussehen zu lassen. Ganz nebenbei bringt er auch noch eine gewisse Portion Torgefahr mit. Aram Abdelkarim spielt bisher seine wohl beste Saison beim SV Straelen. Er ist körperlich fit wie nie zuvor und bildet mit Jannik Stevens ein brandgefährliches Duo auf dem linken Flügel. Das Manko: Im Straelener Kader fehlt ein Mann mit ausgeprägten Spielmacher-Qualitäten.

Der Angriff Der Seriensieger aus der vergangenen Oberliga-Saison muss sich noch daran gewöhnen, dass man eine Etage höher vergleichsweise wenig Chancen bekommt. Aktuell lässt die Straelener Offensive noch die nötige Effektivität vermissen. Der 23-jährige Cagatay Kader, Neuzugang vom Ligarivalen VfB Homberg, sollte eigentlich die Lücke schließen, die Torjäger Shun Terada nach seinem Wechsel zu RW Oberhausen hinterlassen hat. In der Vorbereitung unterstrich er mit 13 Toren in neun Spielen seine Qualitäten. Zurzeit macht ihm eine Fußverletzung zu schaffen. Gegen Borussia Mönchengladbach II reichte es nur zu einem Kurzeinsatz, gegen Oberhausen stand Kader gar nicht im Aufgebot. Der mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte Mittelstürmer Terence Groothusen ist unter dem Strich bislang eine Enttäuschung. 246 Minuten hat der Nationalspieler von Aruba bislang im Straelener Trikot absolviert – in der meisten Zeit ließ der 24-Jährige die nötige Einstellung vermissen. Große Hoffnungen setzt der Verein auch in Malek Fakhro, Neuzugang von Schwarz-Weiß Essen. Doch der bullige Angreifer mit Spitznamen „Büffel“ verpasste wegen einer Verletzung praktisch die komplette Vorbereitung und dürfte frühestens in vier Wochen eine Alternative sein.

Der Trainer Benedict Weeks gehört nicht unbedingt zu den lautstärksten Vertretern seiner Zunft. An der Seitenlinie konzentriert sich der 30-Jährige 90 Minuten lang auf das Geschehen auf dem Spielfeld. Seine Hinweise an einzelne Spieler sind sehr gezielt. Bei den Pressekonferenzen tritt Weeks selbstbewusst auf und vertritt eine sachliche und klare Meinung. Abgesehen von der 0:3-Niederlage bei Fortuna Köln war seine Mannschaft nie chancenlos.

Fazit Der SV Straelen hat bereits seine Regionalliga-Tauglichkeit bewiesen. Der zweite Anzug könnte an der einen oder anderen Stelle kneifen. Die mannschaftlich geschlossenen Vorstellungen deuten auf eine gute Stimmung hin. Dem SV Straelen fehlt ein Erfolgserlebnis. Der erste Saisonsieg liegt in der Luft – ein Dreier im Parkstadion würde für jede Menge Ruhe sorgen.