Lokalsport: SV Straelen trennt sich von seinen Talenten

Lokalsport: SV Straelen trennt sich von seinen Talenten

Vor dem Rückrundenstart in Velbert herrscht beim Tabellenzweiten der Fußball-Oberliga keineswegs nur eitel Sonnenschein.

Fußball-Oberliga: SSVg. Velbert - SV Straelen (So., 15 Uhr). Die Verantwortlichen des SV Straelen sehen sich gerne als Talentförderer. Die stärksten Nachwuchskicker aus der Region sollen im grün-gelben Trikot an höhere Aufgaben herangeführt werden - so die Wunschvorstellung. Doch die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz. Und genau dort sind die jungen Spieler aus den eigenen Reihen seit dem Aufstieg in die Oberliga nur noch ganz selten zu finden. Die Folgen dieser bedenklichen Entwicklung sind in der Winterpause deutlich geworden: Ein Youngster ist bereits weg, zwei weitere folgen im Sommer.

Philipp Cox läuft ab sofort für den Oberliga-Rivalen TuRU Düsseldorf auf. Dort hat er im ehemaligen Straelener Sportdirektor Ilja Ludenberg einen Förderer, der sich in dieser Woche mit seinem alten Verein auf eine sofortige Freigabe geeinigt hat. Der zweikampfstarke Cox hatte schon als 19-Jähriger in der Landesliga-Saison 2015/'16 einen Stammplatz in der Straelener Elf. Der junge Mann aus Weeze hat im wahrsten Sinne des Wortes immer den Kopf hingehalten - was ihm letztlich zum Verhängnis werden sollte. Am dritten Spieltag (1:3 gegen Jahn Hiesfeld) zog sich Cox bei einem Zusammenprall mit seinem Teamkollegen Sander Lenders einen Jochbeinbruch zu. Es sollte sein letzter Einsatz in der Straelener "Ersten" bleiben - ab sofort freut er sich auf die neue Herausforderung.

Jannis Pütz ist das wahrscheinlich prominenteste Opfer der jüngsten Straelener Erfolgsgeschichte. Der 20-Jährige ist trickreich, schnell und torgefährlich - und bringt somit alle Voraussetzungen für einen Stammplatz mit. Diesen hatte er in der abgelaufenen Spielzeit unter Meistermacher Stephan Houben. In der Oberliga-Hinrunde spielte der offensive Mittelfeldspieler nur noch einmal von Beginn an und verzeichnete 13 Kurzeinsätze. Zu wenig für einen jungen Spieler mit seinem Potenzial. Folgerichtig wechselt Pütz im Sommer zum benachbarten Landesligisten SV Sonsbeck.

Foto: van Offern Markus
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Maik Hemmers gehört zu den seltenen Exemplaren der Instinktfußballer, die im richtigen Moment mit einer gelungenen Aktion ein Spiel auch einmal ganz alleine entscheiden können. Das Kicken hat der inzwischen 19-jährige bei Borussia Mönchengladbach gelernt. Der SV Straelen hatte den Spielmacher vor zwei Jahren verpflichtet, um die A-Junioren im Kampf um den Aufstieg in die Niederrheinliga entscheidend zu verstärken. Dieser Plan ging auf. In der Oberliga spielt Hemmers jedoch keine Rolle. Und für die zweite Straelener Mannschaft (Kreisliga A) ist er viel zu schade. Auch er hat sich für den SV Sonsbeck entschieden, der somit ein weiteres Juwel an Land gezogen hat.

Abgesehen von diesen Personalien werden für den Tabellenzweiten ab Sonntag die Karten neu gemischt. Der Neuling hat eine bärenstarke Hinrunde gespielt und darf vom Durchmarsch in die Regionalliga träumen. Allerdings hat die Konkurrenz nicht geschlafen und sich zum Teil hochkarätig verstärkt. So auch Auftaktgegner SSVg. Velbert, dessen Anhänger auf den Einstand des offensiven Mittelfeldspielers Pascale Talarski gespannt sind. Der 24-Jährige stammt aus der Jugend des MSV Duisburg und spielte anschließend für die Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen, FC Schalke 04 II und KFC Uerdingen. Ab sofort soll er seinen Teil dazu beitragen, dass die Sport- und Spielvereinigung doch noch einmal in den Kampf um den Aufstieg eingreifen kann.

Beim SV Straelen sind Änderungen in der Startelf nicht unbedingt zu erwarten. Neuzugang Barkin Cömert (zuletzt 1. FC Bocholt) könnte in die Innenverteidigung rücken, falls Daniel Vogel (angeschlagen) passen muss. Wieder zum Kader gehören die beiden Kapitäne: Torwart Marian Gbur und Verteidiger Frederik Verlinden.

(RP)
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