Fußball : Der SV Straelen zieht einsam seine Kreise

Fußball-Oberliga: Nach dem 2:1 (0:0) gegen SW Essen hat der Spitzenreiter 19 Punkte Vorsprung.

(ütz) Wenn man mal nicht so einen guten Tag erwischt und trotzdem gewinnt, ist gerne die Rede von einem „dreckigen Sieg“. Und genau so einen Tag erwischte der SV Straelen beim Heimspiel gegen den Traditionsverein vom Uhlenkrug. Erst in der Nachspielzeit erzielte Straelens Kaito Mizuta den erlösenden Siegtreffer für seine Mannschaft.

Das Spiel der Grings-Elf war zwar alles andere als „Fußball aus der Feinkostabteilung“. Aber eine Spitzenmannschaft entscheidet nun einmal auch die komplizierten Spiele für sich. Der SV Straelen kann jetzt endgültig mit den Planungen für Liga vier beginnen, weil Verfolger 1. FC Monheim beim Schlusslicht Sportfreunde Niederwenigern mit 1:4 das Nachsehen hatte. Nach 22 Spieltagen hat der SV Straelen 19 Punkte Vorsprung.

Ganz zufrieden war die „Meister-Macherin in spe“ allerdings nicht mit dem Spiel ihrer Schützlinge. „Sicher war es heute kein schönes Spiel. Ich habe die Entschlossenheit bei meinen Spielern vermisst. Trotzdem, was soll ich auch anderes sagen, nehmen wir den Sieg hier gerne mit“, meinte Inka Grings. Eher deprimiert äußerte sich Essens Trainer Ralf vom Dorp: „Wir hätten schon in der ersten Halbzeit in Führung gehen müssen. Ein Punkt wäre verdient gewesen. Doch wenn man am Ende mit leeren Händen dasteht, kann ich nur von fehlender Cleverness reden.“

Was war denn nun auf dem Kunstrasenplatz los? Die Gäste aus Essen hatten keine große Mühe, die Hausherren vom eigenen Strafraum fernzuhalten. Zu ideenlos und schwerfällig war das Straelener Aufbauspiel. Mit zwei kompakten Abwehrreihen spekulierten die Essener auf einfache Ballgewinne an der Mittellinie. Eine Taktik, die aufzugehen schien. Alleine Essens Angreifer Malek Fakhroh hatte drei gute Gelegenheiten, sein Team frühzeitig in Führung zu schießen. Anderseits hätten sich die Gäste nicht beklagen dürfen, wenn „Toni“ Möllering unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff den Straelener Führungstreffer erzielt hätte.

Im gleichen Trott ging es im zweiten Durchgang weiter. Dann endlich, nach 55 Minuten, die Führung für den Tabellenführer. Maximilian Funk kam nach einem Eckstoß frei zum Kopfball – die Kugel senkte sich unhaltbar für Schlussmann Kai Gröger ins Essener Tor. Wer nun dachte, dass die Gäste auf den Ausgleich drängen und das Spiel offener gestalten würden, sah sich getäuscht. Das Geschehen fand ausschließlich zwischen den Strafräumen statt.

Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit ahndete Schiedsrichter Christian Szewczyk ein Foulspiel von Adli Lachheb mit einem Strafstoß. Die Chance ließ sich der eingewechselte Marvin Ellmann nicht nehmen. SVS-Athletiktrainer Friedel Baumann, der die Szene aus kürzester Distanz verfolgen konnte, sprach nach dem Spiel von einer klaren Fehlentscheidung. Wie dem auch sein – Inka Grings bewies Mut, wollte sich mit einem Unentschieden nicht begnügen und beorderte den baumlangen Lachheb an die vorderste Front. Dieser Mut wurde in der 92. Minute in Person von Kaito Mizuta belohnt. Der junge Japaner behauptete sich gegen drei Abwehrspieler und schob den Ball schließlich auch noch überlegt am Essener Keeper vorbei.

SV Straelen: Szczepankiewicz – Päffgen, Lachheb, Weggen, Stevens – Funk, Jesic (86. Ryo Terada) – Odagaki, Möllering, Mizuta – Shun Terada (60. Abdelkarim).