1. NRW
  2. Städte
  3. Geldern
  4. Sport Geldern und Kevelaer

SV Straelen scheitert beim Landesligisten Rather SV

Fußball : SV Straelen fliegt aus dem Pokalwettbewerb

Erste Runde um den Fußball-Niederrheinpokal: 1:2 (1:0) beim Landesligisten Rather SV. SV Sevelen verliert gegen 1. FC Bocholt 1:7 (1:4).

Rather SV – SV Straelen 2:1 (0:1). Eine Woche vor dem Saisonstart in der Fußball-Oberliga hat der SV Straelen einen erheblichen Dämpfer einstecken müssen. Nach einer bislang sehr gut verlaufenen Vorbereitung passierte am Sonntag in Düsseldorf das, womit kaum jemand im Lager der Grün-Gelben gerechnet hattte: Das Aus in der ersten Runde um den Niederrhein-Pokal. Bedenklich: Die Mannschaft um Trainerin Inka Grings fand viel zu selten ein geeignetes Mittel gegen eine gegnerische Taktik, mit der sie auch in der Meisterschaft häufiger konfrontiert werden dürfte. Der Landesligist machte die Räume in der eigenen Hälfte konsequent dicht und lauerte auf schnelle Konter. Mit diesem recht simplen Strickmuster machte der Rather SV die Überraschung perfekt. Zum einen, weil der Regionalliga-Absteiger sich viel zu häufig mit Aktionen in der Mitte des Spielfeldes verzettelte. Zum anderen, weil sich die Straelener Abwehr nach der Pause in zwei Situationen überrumpeln ließ. „Das Ergebnis ist gar nicht einmal unverdient, weil wir einfach zu einfallslos gespielt haben“, urteilte Straelens Vereinswirt Dieter Niersmans, der das Geschehen von der Tribüne aus verfolgte.

Vor rund 150 Besuchern überließ der Gastgeber dem klaren Favoriten von der Römerstraße von Beginn an die Initiative. Die erste Chance des Spiels gehörte allerdings dem Rather SV. Nach zehn Minuten musste Straelens Torhüter Daniel Szczepankiewicz einen Warnschuss entschärfen. Fünf Minuten später hätten die Grün-Gelben in Führung gehen müssen. Neuzugang Kaito Mizuta, der sich zunächst abwechselnd mit seinem Landsmann Meguru Odagaki in den Angriff einschaltete, konnte im Strafraum nur mit unfairen Mitteln gestoppt werden. Zum fälligen Elfmeter trat Kevin Weggen an, den Inka Grings erneut als Innenverteidiger aufgeboten hatte. Mit seinem ersten Versuch scheiterte er am Rather Torhüter Max Möllemann, den Nachschuss setzte er an die Latte – dahin war die Chance auf den ersehnten Türöffner. Wenig später freuten sich die Gäste zu früh – Schiedsrichter Felix May entschied nach einem Treffer von Fabio Ribeiro auf Abseits.

Kurz vor der Pause schienen die Dinge dann doch den erwarteten Lauf zu nehmen. Mit einer sehenswerten Einzelaktion setzte sich Meguru Odagaki auf dem linken Flügel durch und erzielte den zu diesem Zeitpunkt verdienten Straelener Führungstreffer. Trotz des Rückstands hielt der Landesligist auch in der zweiten Halbzeit an seiner defensiven Marschroute fest. Das sollte sich auszahlen, weil sich der SV Straelen an der engmaschigen Abwehr immer wieder die Zähne ausbiss und zu selten auf die Flügel auswich. In der 63. Minute war plötzlich wieder alles offen, nachdem Fabian Stutz einen der gefährlichen Düsseldorfer Konter mit dem Ausgleichstreffer abgeschlossen hatte. Inka Grings reagierte zwar sofort und brachte die Außenstürmer Ryo Terada und Aram Abdelkarim. Doch der nächste Nackenschlag sollte nicht lange auf sich warten lassen. In der 76. Minute stellte der Rather Kapitän Robert Körber mit dem Führungstreffer zum 2:1 die Weichen endgültig auf Pokal-Coup. Der Oberliga-Titelaspirant antwortete mit wütenden Angriffen, die aber zunächst nichts einbrachten. In der Schlussminute gesellte sich auch noch Pech hinzu. Shun Terada hätte um ein Haar die Verlängerung erzwungen. Doch ein Rather Verteidiger klärte im letzten Moment auf der Linie. Das war’s – der SV Straelen kann sich voll und ganz auf die Oberliga konzentrieren.

Trainerin Inka Grings zeigte sich nach dem Spiel als faire Verliererin. „Es ist eigentlich ganz einfach. Um ein Fußballspiel zu gewinnen, muss man die entsprechenden Tore schießen. Wir waren nicht effektiv genug, haben einige Hochkaräter inklusive Elfmeter vergeben und den Gegner mit vielen Fehlpässen stark gemacht. Betrachtet man die gesamten 90 Minuten, hat der Rather SV verdient gewonnen.“

SV Sevelen – 1. FC Bocholt 1:7 (1:4). Insgeheim hatte der SV Sevelen natürlich auf ein Traumlos wie Rot-Weiss Essen oder KFC Uerdingen gehofft. Doch immerhin durfte der A-Ligist am Sonntag die „Schwatten“ vom traditionsreichen Bocholter Hünting begrüßen, die in der kommenden Saison dem SV Straelen den Oberliga-Titel streitig machen wollen.

Die Co-Trainer Heiko Kuhlmann und Ronny Czadzeck, die ihren Chef Gunnar Gierschner vertraten, ließen sich nicht verrückt machen und sahen während der Trainingswoche dem Pokalspiel noch ganz gelassen und mit einem ordentlichen Schuss Optimismus entgegen. „Natürlich ist es für uns ein besonderes Highlight, aber wir gehen das Spiel wie jedes Meisterschaftsspiel an, möchten natürlich gewinnen und eine Runde weiterkommen“, so Czadzeck. „Wenn das nicht klappen sollte, wollen wir den Favoriten auf jeden Fall so lange wie möglich ärgern.“

So viel sei vorweg gesagt: Der Plan, das Spiel zu gewinnen, ging nicht auf. Und Plan B, den Favoriten so lange wie möglich zu ärgern, haute auch nicht so recht hin. Bereits nach acht Minuten lag der Oberligist mit 2:0 vorne. Aber geschenkt haben die Spieler des SV Sevelen dem Aufstiegsfavoriten aus dem Münsterland auf jeden Fall nichts. Entsprechend fiel der Kommentar vom Bocholter Trainer Manuel Jara nach dem Spiel aus: „Wir haben gegen einen körperlich sehr robusten A-Ligisten gespielt und meine Vorgaben wurden nicht umgesetzt. Eine entsprechende Ansprache hat es dann in der Halbzeit gegeben.“ Der 1. FC Bocholt erhöhte in Halbzeit eins den Vorsprung auf 4:0. Beim ersten gefährlichen Vorstoß der Hausherren wurde Jens Schwevers im Strafraum von Torwart Andre Bley gefoult. Den fälligen Elfmeter verwandelte Philipp Langer sicher zum 1:4- Halbzeitstand.

In der zweiten Hälfte das gewohnte Bild. Die Gäste waren in spielerischer Hinsicht klar überlegen und erhöhten bis zur 70 Minuten nach zwei Standards und einem „Abstaubertor“ auf 7:1. Anschließend hatte es den Eindruck, dass die Bocholter ihre Kräfte schonen und eine Woche vor dem Start der Oberliga-Saison keine Verletzungen riskieren wollten.

Kompliment an den SV Sevelen: Die Mannschaft stellte sich nicht hinten rein und steckte zu keinem Zeitpunkt auf. Der verdiente Lohn: Die 300 Zuschauer sorgten für entsprechend Umsatz, der zum Teil auch in die Mannschaftskasse fließt.