SV Straelen präsentiert sich in Bonn deutlich verbessert

Fußball : Eine Nullnummer fürs Selbstvertrauen

Fußball-Regionalliga: Bonner SC – SV Straelen 0:0. Der Aufsteiger blieb zwar auch im sechsten Spiel in Serie ohne Torerfolg, präsentierte sich phasenweise aber stark verbessert. Die Lage bleibt ernst, ist aber nicht hoffnungslos.

„Die Mannschaft kämpft, sie arbeitet, sie lebt.“ Inka Grings, Trainerin des Fußball-Regionalligisten SV Straelen, fasste nach der Partie beim Bonner SC kurz und präzise zusammen, wovon sich die rund 400 Zuschauer im Sportpark Nord in den 90 Minuten zuvor hatten überzeugen dürfen. Der Neuling steht zwar im Kampf um den Klassenerhalt mit dem Rücken zur Wand, präsentierte sich aber keineswegs wie ein Absteiger. Die Grün-Gelben hatten gegen den sichtlich nervösen Gastgeber, der ebenfalls noch längst nicht auf der sicheren Seite ist, etwas mehr vom Spiel und besaßen die besseren Chancen. Der SV Straelen blieb zwar zum mittlerweile sechsten Mal in Serie ohne Torerfolg und wartet damit im Kalenderjahr 2019 weiterhin auf den ersten Sieg. Doch diese Faktenlage bereitet Inka Grings gar nicht einmal so großes Kopfzerbrechen.

„Die Mannschaft hat schwierige Wochen hinter sich. Da ist es ganz normal, dass die nötige Leichtigkeit fehlt. Das macht sich dann auch im Abschluss bemerkbar. Aber ich habe einige positive Dinge gesehen. So nähert sich beispielsweise Shun Terada langsam wieder seiner gewohnten Form“, sagte die Fußball-Lehrerin.

So war Inka Grings' erste Woche als Trainerin beim SV Straelen

Der Torjäger, der zuletzt beim 0:2 gegen den SC Verl wegen einer im Spiel beim SV Lippstadt erlittenen Fußverletzung eine Zwangspause hatte einlegen müssen, hätte in einigen Szenen den erhofften Befreiungsschlag landen können. Der Japaner, der diesmal mit Ahmad Jafari das Sturmduo bildete, feuerte nach elf Minuten den ersten Warnschuss auf das Bonner Tor ab.

In der Folgezeit sollte Terada, der trotz seiner aktuellen Flaute mit zehn Saisontreffern nach wie vor zu den erfolgreichsten Regionalliga-Stürmern der laufenden Saison gehört, noch einige Male seine Gefährlichkeit aufblitzen lassen. In der 23. Minute gewann der Bonner Verteidiger Nico Perrey den entscheidenden Zweikampf – ansonsten hätte Terada nur noch den gegnerischen Torhüter Martin Michel vor sich gehabt. Neun Minuten später rettete Bonns Verteidiger Cedric Mvondo, der sich in der Winterpause aus Straelen verabschiedet hatte, gegen den einschussbereiten Jafari. Auf der anderen Seite war vom Bonner SC so gut wie nichts zu sehen. Zwar musste Torhüter David Buchholz, der diesmal allein schon wegen seiner körperlichen Präsenz den Vorzug vor dem kleinen Japaner Keisuke Ishibashi erhalten hatte, schon nach wenigen Sekunden einen Schuss des Bonner Torjägers David Bors entschärfen. Ansonsten hatte der Neuzugang vom Drittligisten Sportfreunde Lotte nur selten Gelegenheit, sein Können zu zeigen.

Auch nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauern, die im großen Stadion vereinzelt Platz genommen hatten, das gewohnte Bild. 120 Sekunden nach Wiederanpfiff hatten die mitgereisten Straelener Fans den Torschrei bereits auf den Lippen, als Björn Kluft mit einem Freistoß nur die Latte traf.

Auch die nächste Chance gehörte Kluft, der nach überstandener Muskelverletzung wieder die rechte Außenbahn besetzte und für ordentlich Betrieb sorgte. Nach einer Stunde verpasste er eine Flanke nur um die Breite einer Fußspitze. Auch wenn diesmal im Bonner Sportpark Nord noch nichts Zählbares dabei heraussprang: Das Pressing, das der SV Straelen über weite Strecken der Begegnung praktizierte, macht durchaus Hoffnung auf bessere Zeiten.

Nach dem gelungenen Auftritt dürfte sich die Mannschaft auch nicht von der Tatsache irritieren lassen, dass sich die Lage im Abstiegskampf trotz des Teilerfolgs etwas verschlechtert hat. Der SV Straelen bleibt mit jetzt 33 Punkten Tabellenvierzehnter. Mit zwei Punkten Rückstand folgt die SG Wattenscheid 09, die parallel ein respektables 0:0 beim 1. FC Köln II erreichte. Rang 15 verurteilt momentan zum Gang in die Oberliga, weil Fortuna Köln am Samstag in der Dritten Liga nach einem 0:3 beim SV Wehen-Wiesbaden auf einen Abstiegsplatz zurückgefallen ist. Ebenfalls wieder im Rennen ist der SC Wiedenbrück (30 Punkte), der eine Woche nach dem 1:0 gegen den SV Rödinghausen ein 3:0 in Wuppertal feierte. Am Donnerstag geht’s für den SV Straelen zu Borussia Mönchengladbach II – Überraschung nicht ausgeschlossen.

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