1. NRW
  2. Städte
  3. Geldern
  4. Sport Geldern und Kevelaer

SV Straelen plant "Projekt Zukunft" in der Handball-Oberliga

Handball : Frauen-Team des SV Straelen startet den Neuaufbau in der Oberliga

Der SVS zieht seine Mannschaft aus der Regionalliga zurück. Trainer Thomas Floeth gestaltet mit jungen Spielerinnen das „Projekt Zukunft“. In der Oberliga soll behutsam ein schlagkräftiges Team aufgebaut werden.

Zum dritten Mal hatten die Handballerinnen des SV Straelen den Klassenerhalt geschafft. Nach 15 absolvierten Spieltagen standen sie in der Regionalliga über dem ominösen Strich. Dann war jedoch Schluss. Die Corona-Krise sorgte für ein abruptes Saisonende. „Aus sportlicher Sicht ist die vergangene Spielzeit gut gelaufen, in Sachen Personal war sie eine einzige Katastrophe“, sagt SVS-Coach Thomas Floeth, der sich an überraschende Siege und viele Verletzungen, häufig schwerer Natur, erinnert. Zum Zeitpunkt des Abbruchs standen im ursprünglich 15-köpfigen Kader nur noch neun einsatzfähige Spielerinnen.

Es war Zeit für eine Bestandsaufnahme. Und die ergab, dass in Steffi Heuvels, Maren Prior (beide Karriereende), Franzi Heckmanns (schwere Knieverletzung) und Monja Bleidtner (schwere Fingerverletzung) vier Leistungsträgerinnen das Team verlassen. Zudem fängt Sophia Kähler eine Ausbildung in Hessen an. Auf der anderen Seite stand in Noémie Stangenberg (Bayer Uerdingen) nur ein Neuzugang. „Neun Feldspielerinnen und eine Torfrau befanden sich zu Ostern auf unserem Zettel. Das ist keine gesunde Basis, um das Abenteuer Regionalliga ein weiteres Mal anzugehen“, so Floeth. „Uns war klar: Wenn es überhaupt weitergeht, dann höchstens in der Oberliga.“ Soll heißen: Der SVS zieht sein Frauen-Team freiwillig aus der Regionalliga zurück.

Der Klub hat inzwischen das „Projekt Zukunft“ gestartet. Das Ziel: Junge und ehrgeizige Spielerinnen aus Straelen an den Leistungs-Handball heranführen. Per Videokonferenz wurde dafür getrommelt. Das Ergebnis: Aus der zweiten Mannschaft greift Marie van Bebber an. Zina Daguhn versucht nach längerer Auszeit ihr Torwart-Comeback. Zudem freut sich Floeth über die Zusagen von Franzi Wiegmann, Malin Delbeck, Mia Kurfürst, Grete Ripkens, Annika Behr und Katharina Hüpen (alle A-Jugend-Oberliga). „Damit wurde aus unserem Problem ein Luxusproblem. Wir starten, Stand jetzt, mit 18 Spielerinnen in die Vorbereitung.“ Ein Umbruch der radikalen Art, der aber unumgänglich sei. „Nur so besteht die Chance, dass hier auch in den kommenden Jahren leistungsorientierter Handball gespielt werden kann“, sagt der Coach.

Ein Selbstläufer werde die Oberliga-Saison aber nicht. „Wir müssen als Team zusammenfinden und viele Spielerinnen vor allem in Sachen Physis auf ein anderes Niveau führen. Das braucht Zeit. Aber nach wie vor ist nicht klar, welche Trainingsmöglichkeiten wir demnächst haben“, sagt Floeth.

(terh)