Fußball-Regionalliga Der SV Straelen hat einfach die Seuche

Straelen · Der Tabellenletzte liefert wieder einmal über weite Strecken eine mehr als passable Vorstellung, um am Ende mit leeren Händen dazustehen. Beim 1:2 beim FC Kaan-Marienborn führen die Gäste bis zur 83. Minute.

Torwart Julius Paris und Heni Ben Salah können den Ausgleich durch den Marienborner Torjäger Daniel Hammel (am Boden) nicht verhindern.

Torwart Julius Paris und Heni Ben Salah können den Ausgleich durch den Marienborner Torjäger Daniel Hammel (am Boden) nicht verhindern.

Foto: IMAGO/Rene Traut

Es ist immer das gleiche Lied. Der SV Straelen liefert über weite Strecken eine gute Leistung und ist ein mindestens gleichwertiger Gegner. Doch nach 90 Minuten stimmt das Ergebnis nicht. Bekim Kastrati kann die Melodie inzwischen nicht mehr hören. „Es ist schon seit Wochen so, dass der gegnerische Trainer uns in der Pressekonferenz nach dem Spiel lobt. Doch dafür können wir uns nun einmal nichts kaufen, wenn wir praktisch immer mit leeren Händen dastehen“, sagte der Trainer des Fußball-Regionalligisten von der Römerstraße.

Auch Thorsten Nehrbauer, Trainer des 1. FC Kaan-Marienborn, ging am Samstag nach dem 2:1 (0:1)-Erfolg seiner Mannschaft nicht sparsam mit Komplimenten für die Grün-Gelben um. Doch es hilft alles nichts. Der SV Straelen hat in der laufenden Saison ganz einfach die Seuche. 19 Spiele, neun Punkte, gerade einmal zwölf geschossene Tore – das ist die Bilanz eines sicheren Absteigers. „Wir müssen jetzt noch am nächsten Samstag das Heimspiel gegen RW Oberhausen vernünftig und nach Möglichkeit erfolgreich über die Bühne bringen. In der Winterpause müssen wir uns an einen Tisch setzen und alle Dinge offen ansprechen, die zum Misserfolg geführt haben“, so Kastrati.

Den neuen Trainer trifft jedenfalls keine Schuld. Bekim Kastrati hat seit seinem Amtsantritt das Beste aus der schwierigen Situation gemacht. Die Straelener Mannschaft hat auf dem Platz endlich wieder eine klare Struktur. Die jungen Spieler wissen, dass sie eine Chance erhalten, wenn sie sich im Training entsprechend aufdrängen. Für den Coach zählen keine Namen, sondern nur Leistung. Das wird sich irgendwann auszahlen – notfalls muss sich der SV Straelen bis zur kommenden Oberliga-Saison gedulden.

Zum Spiel in der Siegener Herkules-Arena: Die erste Szene gehörte dem Gastgeber. In der vierten Minute konnte SVS-Torhüter Julius Paris den Ball nach einem Schuss von Daniel Waldrich gerade noch über die Latte lenken. Doch abgesehen davon gehörte die komplette erste Hälfte dem SV Straelen. In der 14. Minute legte der Tabellenletzte vor gerade einmal rund 300 Zuschauern einen Konter der Extraklasse hin. In Höhe der Mittellinie ließ Niek Munsters den Ball auf Ken Mata abtropfen. Der junge Rechtsaußen, der anstelle von Marcel Heller in der Startformation stand, zog unwiderstehlich davon, hatte schließlich ein Auge für Mittelstürmer Philipp Dünnwald, der das 1:0 erzielte. Und die Gäste blieben am Drücker. Nur vier Minuten später fischte der Marienborner Torhüter Robert Jendrusch einen stark geschossenen Freistoß von Niek Munsters gerade noch so aus dem Winkel. Eine weitere Standardsituation hätte in der 33. Minute zum 2:0 führen können, aber der SV Straelen hat momentan nun einmal auch das typische Pech eines Abstiegskandidaten. Diesmal war es Ken Mata, der einen Freistoß haarscharf neben den rechten Pfosten setzte.

In der zweiten Halbzeit mussten sich die Gäste allerdings den Vorwurf gefallen lassen, den knappen Vorsprung lediglich irgendwie über die Zeit retten zu wollen. Ein Plan, der zwangsläufig zum Scheitern verurteilt war. „Mit der Leistung meiner Mannschaft nach der Pause bin ich gar nicht einverstanden, da wir uns viel zu passiv verhalten haben“, so Kastrati. In der 68. Minute hätte der Marienborner Kapitän Markus Pazurek den Ausgleich erzielen müssen, als er frei stehend einen Kopfball über das leere Tor setzte. Zehn Minuten später wehrte Julius Paris einen gefährlichen Distanzschuss von Mats-Lukas Scheld ab.

Es begann die verhängnisvolle Schlussphase. Ein präziser Steckpass des ehemaligen belgischen Junioren-Nationalspielers Derrick Kyere landete genau vor den Füßen von Daniel Hammel. Der Torjäger des Gastgebers ließ sich nicht zweimal bitten und erzielte in der 83. Minute den Ausgleich. Kyere leitete auch den Marienborner Siegtreffer ein (88.), als er sich im Strafraum im Duell mit Joep Munsters geschickt fallen ließ. Schiedsrichter Luca Marx entschied auf Elfmeter – Markus Pazurek verwandelte zum 2:1-Endstand.

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