SV Straelen jetzt schon seit zehn Spielen sieglos

Fußball : Im Schwalbenflug Richtung Oberliga

Fußball-Regionalliga: Borussia Mönchengladbach II – SV Straelen 4:2 (1:1). So wird das nichts mit dem Klassenerhalt. Verteidiger Yodan Kim leitet mit einer überflüssigen Aktion die Niederlage ein. Neuling ist seit zehn Spielen sieglos.

Noch steht der SV Straelen zwar nicht auf einem Abstiegsplatz. Doch das dürfte sich wahrscheinlich schon am Samstagmittag ändern. Falls die Verfolger SG Wattenscheid 09 und SC Wiedenbrück in ihren Heimspielen gegen die designierten Absteiger TV Herkenrath und FC Kaan-Marienborn ihre Hausaufgaben erledigen, steht der Regionalliga-Neuling vier Spiele vor Saisonende im Kampf um den Klassenerhalt endgültig mit dem Rücken zur Wand.

Eine Niederlage bei der Nachwuchsmannschaft eines Bundesliga-Spitzenclubs, in der einige herausragende Talente spielen, ist zwar keine Schande. Doch die Begleitumstände des verdienten 2:4, das sich die Grün-Gelben am Donnerstagabend im Rheydter Grenzland-Stadion einhandelten, geben nur wenig Anlass zur Hoffnung.

Zwar hatte sich der Neuling eine Halbzeit lang vor der durchaus beachtlichen Kulisse von rund 500 Zuschauern – darunter viele mitgereiste Anhänger aus Straelen – respektabel aus der Affäre gezogen und den Aufwärtstrend vom Bonn-Spiel bestätigt. Doch unmittelbar nach dem Seitenwechsel ereignete sich die Schlüsselszene, in der die Weichen wieder in Richtung Talfahrt gestellt wurden. Hauptdarsteller war Außenverteidiger Yodan Kim, der sich in der 47. Minute beim Stand von 1:1 zu einer Flugeinlage in Höhe des gegnerischen Strafraum hinreißen ließ. Damit erwies der Koreaner seiner Mannschaft einen Bärendienst, weil a) Schiedsrichter Philipp Hüwe nicht auf die Schwalbe hereinfiel und b) Kim sich wegen eines absichtlichen Handspiels in der ersten Hälfte bereits die Gelbe Karte eingehandelt hatte. Die Folge: Gelb-Rot. Wie schon bei der 0:2-Heimniederlage gegen den SC Verl musste der SV Straelen fast eine Halbzeit lang in Unterzahl bestreiten. „Diese Szene war gegen eine so spielstarke Mannschaft wie Borussia der Genickbruch. Ich bin mir sicher, dass wir ansonsten nicht verloren hätten“, meinte Trainerin Inka Grings anschließend und nahm Kim gleichzeitig in Schutz. „Yodan ist ein feiner Junge, über den ich jetzt nicht den Stab breche. Er hat sofort zugegeben, dass es sich um eine Schwalbe gehandelt hat. Er ist davon ausgegangen, dass der Gladbacher Verteidiger das Bein ausfährt und ist zu früh abgehoben.“

Anschließend nahmen die Dinge den erwarteten Lauf. Wobei sich in der 63. Minute herausstellen sollte, dass der SV Straelen zurzeit einen echten Unglücksraben in seinen Reihen hat. Nach einer flachen Hereingabe des Gladbacher Angreifers Giuseppe Pisano ließ Kai Schwertfeger seinem Torhüter David Buchhholz keine Abwehrchance. Zur Erinnerung: Der Winter-Neuzugang vom Drittligisten KFC Uerdingen hatte großen Anteil am entscheidenden Gegentor in Herkenrath und sich gegen den SC Verl einen über­flüssigen Platzverweis eingehandelt.

Der Rest war Formsache für den von Arie van Lent trainierten Gastgeber, der sich mit Saisonsieg Nummer 13 auf den dritten Platz verbesserte. Der kurz zuvor erst eingewechselte Youngster Aaron Herzog erhöhte in der 73. Minute auf 3:1. 120 Sekunden später war Giuseppe Pisano, der die Borussia nach einer Viertelstunde in Führung gebracht hatte, zum zweiten Mal an diesem Abend zur Stelle. In der Schlussphase betrieb Straelens „Danzig-Leihgabe“ Florian Schikowski mit seinem ersten Saisontor noch etwas Ergebniskosmetik.

Ach ja: Straelens Torjäger trifft auch wieder. In der 38. Minute hatte Shun Terada nach glänzender Vorarbeit von Björn Kluft das zwischenzeitliche 1:1 erzielt. Da war alles noch im grün-gelben Bereich. Inzwischen ist ordentlich Feuer unterm Dach. Weiter geht’s nächsten Samstag gegen Alemannia Aachen.

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