SV Straelen: Jetzt hilft nur noch der Mannschaftsbus

Fußball : Die Rettung ist noch möglich

Dass der SV Straelen zwei Spieltage vor Saisonende noch halbwegs gute Chancen auf den Klassenerhalt besitzt, ist in erster Linie der guten Bilanz zu verdanken, die Aufstiegstrainer Marcus John mit seiner Mannschaft im alten Jahr erzielt hat.

Zur Erinnerung: Der Aufsteiger sammelte in den ersten 21 Spielen bis zur Winterpause fast schon sensationelle 29 Punkte. Seitdem sind gerade noch einmal sieben Zähler dazugekommen, vier davon unter Regie der neuen Trainerin Inka Grings, die am Samstag in Dortmund ihr persönliches Waterloo erlebte.

Auch Marcus John musste mit den Grün-Gelben die eine oder andere heftige Pleite hinnehmen. Erinnert sei an das 0:4 am Aachener Tivoli oder das 0:6 beim SV Rödinghausen. Prügel gab’s immer dann, wenn der SV Straelen versucht hat, fußballerische Qualitäten zu zeigen, die er überhaupt nicht besitzt. Der erfahrene John wusste das natürlich ganz genau und hat deshalb den ergebnisorientierten Kick bevorzugt. Hinten und im Mittelfeld die Räume eng machen, vorne trifft irgendwann der pfeilschnelle Shun Terada. Eine Rechnung, die oftmals aufgegangen ist und den SV Straelen trotz einer monatelangen Talfahrt immer noch auf den Klassenerhalt hoffen lässt.

Seine Nachfolgerin Inka Grings hat sich am Samstag gründlich verzockt, als sie in der zweiten Halbzeit einfach zu viel wollte. Der SV Straelen tat auf einmal so, als könne er ein Spiel an sich reißen und diktieren. Dafür ist der Kader aber im spielerischen Bereich und im Angriff viel zu schwach besetzt. Der Albtraum von Dortmund hat vielleicht alle Beteiligten zum richtigen Zeitpunkt noch einmal wachgerüttelt. Da sich Mitkonkurrent Bonner SC zuletzt auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat und Verfolger 1. FC Kaan-Marienborn seine Aufholjagd zu spät gestartet haben dürfte, reicht dem SV Straelen eventuell schon ein Sieg aus den letzten beiden Spielen, um die Saison auf Platz 14 zu beenden.

Am kommenden Samstag gegen den designierten Meister Viktoria Köln und eine Woche später bei der SG Wattenscheid 09, die sich mit dem 3:0 gegen den SV Lippstadt vorzeitig gerettet haben dürfte, muss wieder die „Mannschaftsbus-Taktik“ her. Neun Feldspieler versammeln sich um den eigenen Strafraum herum, vorne erzielt Shun Terada vielleicht das „Tor des Tages“. So kann’s funktionieren. Sollte der SV Straelen tatsächlich den Klassenerhalt schaffen, müssen sich die Verantwortlichen umgehend zusammensetzen. Und den Kader für die kommende Saison mit jener Kreativität und Torgefahr ausstatten, die aktuell schmerzlich vermisst wird.

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