SV Straelen ist beim Kunstrasen-Bau auf der sicheren Seite

Aus den Vereinen : SV Straelen freut sich auf ,neues Zeitalter’

Mit dem Bau des Kunstrasenplatzes stellt der Verein in seinem Jubiläumsjahr die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft. Die Grün-Gelben setzen Kork statt des herkömmlichen Granulats ein und sind damit auf der sicheren Seite.

Es ist ein echter Meilenstein für den größten Sportverein der Blumenstadt: Auf der Sportanlage des SV Straelen an der Römerstraße entsteht ein neuer Kunstrasenplatz. „Der Verein braucht diesen Platz wirklich dringend, um den ganzjährigen Spielbetrieb aufrechtzuerhalten“, sagt Norbert Peters, Kassierer der Grün-Gelben. In der vergangenen Woche rollten die Bagger am bisherigen Tennenplatz an. Bis es soweit war, hatten der Verein und seine Unterstützer jahrelang für das Großprojekt gekämpft.

2015 hatte der SVS erstmalig einen Antrag zur Umwandlung in einen Kunstrasenplatz gestellt. Angesichts der damaligen finanziellen Situation der Stadt Straelen wurde das Bauvorhaben jedoch verschoben. Nun aber gab es das ersehnte grüne Licht. Die Gesamtkosten des Kunstrasenplatzes inklusive seiner Nebenanlagen belaufen sich auf 1,175 Millionen Euro. Mit 25 Prozent tritt der Klub in Eigenleistung. Am Sportzentrum soll nun auch eine Flutlichtanlage entstehen sowie die Infrastruktur um den Platz herum deutlich verbessert werden. Von einem „Rundumschlag“ sprechen die Verantwortlichen unisono.

„Wir sind wirklich sehr froh, dass es endlich vorangeht. Ein Kunstrasenplatz wird die Trainingsqualität erhöhen und gibt uns eine Garantie, auch im Winter spielen zu können. Damit geht unser Verein in ein neues Zeitalter“, sagt Peters. Bisher seien die Plätze während der Wintermonate mitunter wochenlang gesperrt gewesen, dann habe man versucht, auszuweichen oder die Einheiten gleich ganz abgesagt.

„In der Region schießen Kunstrasenplätze ja förmlich wie Pilze aus dem Boden. Da war es ganz sicher an der Zeit, dass auch unsere Stadt einen solchen bekommt“, sagt Peter Lüfkens, Mitglied des Straelener Projektteams „Kunstrasen“.

Anders als vielfach am unteren Niederrhein praktiziert, setzt die Stadt als Bauherr allerdings nicht auf einen Platz mit Mikroplastik-Granulat. Stattdessen wird Kork als sogenanntes Infillmaterial genutzt. „Das ist umweltschonender und sorgt dafür, dass sich der Kunstrasen im Sommer nicht so schnell aufheizt“, sagt Lüfkens. Aufgrund seiner natürlichen Herkunft und seiner Struktur wird Kork tatsächlich weniger schnell heiß, dafür aber gilt seine Lebenszeit als geringer im Vergleich zu herkömmlichen Granulaten. Unter Umständen muss Kork nachgestreut werden. „Damit sind wir allerdings auf der sicheren Seite“, sagt Peters.

Sein Team und er bedanken sich ausdrücklich auch beim Stadtsportverband unter der Führung von Werner Terheggen, der den Verein auf dem Weg zum Kunstrasen unterstützt hat. Wichtig sei der Bau, so erklären die Vereinspro­tagonisten, zudem für den örtlichen Schul- und Breitensport. In den vergangenen Jahren sei deutlich geworden, dass Bedarf für eine funktionierende Schulsportanlage an der Römerstraße besteht. „Wir werden das Konzept für die zeitgemäße Modernisierung der Straelener Sportstätten umsetzen. Dabei investieren wir nicht nur in einen hochmodernen Kunstrasenplatz für die Fußballer, sondern geben dem Straelener Schul- und Breitensport neue, nahezu ideale Rahmenbedingungen, schul- und wohnortnah trainieren zu können“, sagt Annemarie Fleuth, Fraktionsvorsitzende der CDU im Straelener Rat.

Vorstandsmitglied Norbert Peters behält den Fortschritt der Arbeiten im Auge. Der SV Straelen möchte den Kunstrasenplatz schon im kommenden Winter nutzen. Foto: Heinz Spütz

Zuletzt war das Vorhaben allerdings noch von der Sorge vor Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg verzögert worden. Vor kurzem aber gab der Kampfmittelräumdienst sein Einverständnis zum Spatenstich, Bomben wurden unter dem Tennenplatz nicht gefunden. Der Plan sieht vor, dass bis Oktober alles fertig ist. „Wir hoffen sehr, dass das klappt. Schließlich brauchen wir im Winter unbedingt den Platz“, sagt Peters. Dazu kommt: Die ungeliebte Asche steht ab sofort nicht mehr zur Verfügung – sie wurde bereits abgetragen. So werden Norbert Peters, Peter Lüfkens und Kollegen das Treiben der Bagger an der Römerstraße in den kommenden Monaten mit Argusaugen beobachten. „Wir haben alles im Blick und helfen, wo wir können“, versichert Peters.

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