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SV Straelen eilt glanzlos der Konkurrenz davon

Fußball : SV Straelen eilt in Richtung Liga vier

Fußball-Oberliga: Nach dem ungefährdeten 3:0 (1:0) gegen den Abstiegskandidaten SC Velbert hat Tabellenführer SV Straelen zwölf Punkte Vorsprung auf den FC Monheim. Der Verfolger erreichte beim TVD Velbert nur ein 1:1.

„In Stroele ist nix te ­hoele“ lautet ein geflügeltes Wort am Niederrhein. Allerdings kann von ärmlichen Verhältnissen in der Blumenstadt bekanntlich längst keine Rede mehr sein. In abgewandelter Form trifft der Spruch allerdings auf die laufende Saison in der Fußball-Oberliga zu. Ebenso wie die anderen neun Gegner zuvor musste auch Abstiegskandidat SC Velbert am Samstag die Heimreise von der Römerstraße mit leeren Händen antreten.

Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass der zehnte Heimsieg des souveränen Tabellenführers eine schwere Geburt und alles andere als glanzvoll war. SVS-Trainerin Inka Grings äußerte sich unmittelbar nach dem Spiel sehr allgemein zur Leistung ihrer Mannschaft und fand dabei einige Kritikpunkte: „Natürlich war es kein schönes Spiel, aber den Sieg nehmen wir gerne mit. Das erste Spiel nach einer langen Pause ist immer schwierig. Auf dem Boden haben wir zu lange den Ball gehalten und viel zu viele Kurzpässe gespielt. Trotzdem ist der Sieg verdient.“

Ähnlich sah es auch Gäste-Trainer Andreas Berkenkamp, der noch einen draufsetzte: „Klar ist der Sieg der Straelener verdient, vielleicht auch um ein Tor zu hoch. Wir sind nicht mit allzu großen Erwartungen hier angetreten. Meine Mannschaft hat läuferisch gut mithalten können. Aber mit solch einer Leistung werden die Straelener in der Regionalliga kaum ein Spiel gewinnen.“

Die Begegnung begann vor knapp 300 Zuschauern sehr verhalten. Die Gäste operierten mit zwei Vierer-Abwehrreihen. Nach und nach setzten sich die Gastgeber in der gegnerischen Hälfte fest und wurden gefährlich, wenn der Ball hinter die Defensive auf den pfeilschnellen Shun Terada gespielt wurde. Wiederholt sahen die Velberter Abwehrspieler nur die Rücklichter des japanischen Torjägers. Endlich, nach 21 Spielminuten und dem dritten Versuch, gelang Straelens japanischer Lebensversicherung sein 18. Saisontreffer zur verdienten Führung.

Statt nachzusetzen, flachte das Spiel immer mehr ab. Von Velbert kam nichts. Bemühungen, den Ausgleichstreffer zu erzielen, waren nicht erkennbar oder wurden frühzeitig im Keime erstickt. Viel besser machten es die Straelener auch nicht. Keine Impulse aus dem Mittelfeld, kein Flügelspiel, kaum Bewegung in den vorderen Reihen. Stattdessen Sicherheitsfußball und jede Menge Rückpässe. Ein echter Langweiler für die Zuschauer. Nach dem Anpfiff zur zweiten Runde wurde es keinen Deut besser. Grings hatte nach einer Stunde genug gesehen und handelte: Kevin Weggen tauschte mit Fatlum Zaskoku die Position und spielte im Mittelfeld. Und sie brachte Meguru Odagaki für Kaito Mizuta, der keinen guten Tag erwischt hatte.

Das Spiel der Hausherren wurde besser. Konstantin Möllering, neuer Antreiber des SV Straelen, spielte einen Doppelpass mit Odagaki, scheiterte zunächst aber am Velberter Keeper. „Meg“ war zur Stelle und setzte den abgeprallten Ball in die Maschen. Zehn Minuten später feierte Aram Adelkarim nach dreimonatiger Verletzungspause sein Comeback – kurz darauf durfte er seinen Treffer zum 3:0 bejubeln. Pünktlich nach 90 Minuten beendete Schiedsrichter Martin Ulan­kiewicz die Partie.

Am kommenden Tulpensonntag, 23. Februar, kann der SV Straelen den nächsten Schritt in Richtung Regionalliga-Rückkehr machen. Im Nachholspiel gegen den TSV Meerbusch, das um 15 Uhr an der Römerstraße angepfiffen wird, ist Heimsieg Nummer elf fest eingeplant. Etwas mehr Unterhaltungswert darf’s bei dieser Gelegenheit aber durchaus sein.