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SV Sevelen steht vor der Rückkehr in die Fußball-Bezirksliga

Fußball : Wenn der Fußball-Obmann plötzlich zum Erfolgstrainer wird

Unter Regie von Ronny Czadzeck eilt Spitzenreiter SV Sevelen in der Qualifikationsgruppe 2 der Kreisliga A Kleve/Geldern von Sieg zu Sieg.

Unverhofft kommt oft. Von null auf hundert zum Erfolgstrainer – diese rasante Entwicklung macht zurzeit Ronny Czadzeck durch. Der 45-Jährige, früher als Torwart für den SV Veert, FC Aldekerk und SC Kleve im Einsatz, ist mittlerweile seit sieben Jahren als Fußball-Obmann des SV Sevelen tätig. Im Sommer begab er sich auf Trainersuche. Gunnar Gierschner hatte aufgehört, weil er künftig mehr Zeit für die Familie haben möchte. „Ich habe dann mit mehreren Kandidaten gesprochen. Aber letztlich ist nichts daraus geworden. Es ist heutzutage gar nicht so einfach, einen Trainer zu finden, weil viele Menschen in der Corona-Zeit den Schwerpunkt auf ihr Privatleben gelegt haben“, sagt Czadzeck.

Also übernahm er den Job selbst, unterstützt von seinem langjährigen Weggefährten und Co-Trainer Heiko Kuhlmann. Die Sache hat sich zu einem Selbstläufer entwickelt. Acht Siege, ein Unentschieden, keine Niederlage – mit dieser beeindruckenden Bilanz führt der SV Sevelen drei Jahre nach dem Abstieg aus der Bezirksliga die Tabelle in der Qualifikationsgruppe 2 der Kreisliga A Kleve/Geldern an. Zuletzt demonstrierte die Mannschaft am vergangenen Sonntag mit einem 3:0 im Spitzenspiel gegen Verfolger Grün-Weiß Vernum ihre Klasse.

  • Die Spieler des SV Sevelen bejubelten
    Fußball-Kreisliga A Kleve/Geldern : SV Sevelen gewinnt einseitiges Spitzenspiel mit 3:0
  • Mike Terfloth (links) erzielte in der
    Fußball-Oberliga : 1. FC Kleve verbessert sich auf Platz drei
  • Alemannia-Trainer Thomas Erkens lobte die Fairness
    Fußball-Kreisliga A Kleve/Geldern : 5:1 in Kranenburg: Alemannia Pfalzdorf das Maß aller Dinge

Trotz der beeindruckenden Erfolge gibt sich Czadzeck ganz bescheiden und möchte seinen Anteil nicht zu hoch hängen. „Wir haben ganz einfach eine starke Mannschaft. Unser großer Vorteil gegenüber vielen Konkurrenten ist die Tatsache, dass wir in der Breite sehr ausgeglichen besetzt sind. Die Spieler, die auf der Bank sitzen, sind genauso gut wie diejenigen, die in der Startelf stehen. Heiko und ich haben vor allem die Aufgabe, die Jungs bei Laune zu halten. Und das gelingt uns ganz gut“, sagt Czadzeck.

Aktuell profitiert der SV Sevelen auch von seiner guten Nachwuchsarbeit. In Nick Dellen, Maximilian Bosch, Max Ruhnau und Hendrik Vester haben in der laufenden Saison vier Talente aus den eigenen Reihen nahtlos den Sprung in den Seniorenbereich geschafft. „Das ist eine Entwicklung, die mich als Obmann ganz besonders freut, weil wir als Verein die eigenen Jungs fördern möchten. Das honorieren auch die Zuschauer“, so Czadzeck.

Nach dem gelungenen Saisonstart nimmt die Mannschaft die Bezirksliga-Rückkehr in Angriff. Einen der ersten fünf Plätze, die zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigen, hat der SV Sevelen nach Beendigung der Hinrunde praktisch schon in der Tasche. „Am Ende gibt’s zwei Aufsteiger. Im Moment spricht alles dafür, dass Grün-Weiß Vernum, Alemannia Pfalzdorf und der Kevelaerer SV unsere Hauptkonkurrenten sind“, sagt Czadzeck.

Es ist übrigens nicht ausgeschlossen, dass der aktuelle Erfolgstrainer den Aufstieg im näcnsten Sommer „nur“ als Obmann feiert. „Diese Doppelfunktion möchte ich nicht auf Dauer übernehmen. Vielleicht finden wir ja schon im Winter einen Trainer, der die Mannschaft zur Rückserie übernimmt.“