Handball: Straelen ist auf einem absteigenden Ast

Handball : Straelen ist auf einem absteigenden Ast

Handball-Oberliga Frauen: Seit Wochen hapert es an der Einstellung des Jahnsen-Teams. Ganz anders zeigt sich der ATV.

Während die Grün-Gelben die nächste Niederlage eingefahren haben, rief der TV Aldekerk souverän seine Leistung ab und siegte deutlich gegen die Wülfrather Gäste. Straelen hingegen verlor knapp gegen Neuss.

SV Straelen — Neusser HV 26:29 (13:14). Jörn Janhsen war bedient. "Neuss war wirklich nicht gut. Doch mit der Einstellung, die einige meiner Spielerinnen seit Wochen an den Tag legen, müssen wir uns nicht wundern, auch gegen einen solchen Gegner zu verlieren", sagt der Straelener Coach und lässt nach der 26:29-Niederlage der unnötigen Art Dampf ab. "Wenn da nicht bald ein Umdenken stattfindet, haben wir in der Oberliga trotz des vorhandenen Potenzials nichts verloren." Die Blumenstädter ließen mal wieder jede Konstanz vermissen. "Wir bekommen immer dann Probleme, wenn einige ihr eigenes Ding drehen wollen — das gilt für Offensive und Defensive", analysiert Straelens Trainer. Vor allem arrivierte Kräfte wie Elena Fiedler oder Nina Pellens trieben ihn an diesem Abend zur Weißglut. "Es gibt Absprachen, an die sich einfach gehalten werden muss. Was ansonsten passiert, hat man gegen Neuss gesehen."

So gelang es den spielerisch limitierten Gästen, die Partie durchweg offen zu gestalten. Auf wirklich gute Straelener Szenen folgten ebenso schlechte. Das stete Auf und Ab spiegelten sich auch den Zwischenständen wider. 4:4, 6:8, 8:8, 13:11, 13:14 — immer wenn man glaubte, der SVS hätte den Schlüssel zum Erfolg gefunden, wurde der Gegner durch Dusseligkeiten wieder ins Spiel gebracht. Und genauso ging es auch nach dem Seitenwechsel weiter — bis zum 20:21.

"Anschließend sind wir vor allem durch große Passivität im Mittelblock aufgefallen. Geschenke, die Neuss gerne angenommen hat", sagt Janhsen, der zuvor zusehen musste, wie sein Team sechs Gegentore in Folge hinnehmen musste. Die Entscheidung. Zu mehr als einer Ergebniskosmetik reichte es nicht mehr. Am Ende hieß es aus SVS-Sicht 26:29. Die Konsequenz. Durch die beiden jüngsten Niederlagen gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, trennt die Blumenstädter nur noch der bessere direkte Vergleich mit Beyeröhde von einem Abstiegsplatz.

TV Aldekerk — TB Wülfrath 30:20 (14:11). Mit dem deutlichen Erfolg über den Turnerbund aus Wülfrath melden sich die Aldekerker Frauen in der Erfolgsspur zurück. Die Aldekerkerinnen zeigten sich gegenüber den letzten Spielen deutlich verbessert und gewannen auch in der Höhe vollkommen verdient. Das 6:1 nach zwölf Minuten nötigte Wülfrathts Trainerin Sonja Fischer schon früh zur ersten Auszeit, die ihre Wirkung auch nicht verfehlen sollte. Das bis dahin überaus konzentrierte Spiel der Aldekerker Gastgeberinnen geriet etwas ins Stocken, der TB kam zu leichten Treffern. Vor allem in der Defensive des ATV war etwas Sand ins Getriebe geraten, so dass der TBW bis zum Pausenpfiff wieder den Anschluss finden konnte.

Der zweite Abschnitt ließ von der ersten bis zur letzten Sekunde keinen Zweifel mehr am späteren Sieger aufkommen. Aldekerks Trainer Carsten Hilsemer schickte wieder seine Startformation ins Rennen, die zwar nicht fehlerfrei, aber überaus effektiv agierte. Die kompakte 6:0-Deckungsformation arbeitete gut und es dauerte eine geschlagene Viertelstunde, ehe die Gäste den ersten Treffer im zweiten Durchgang setzen konnten. Im Angriff ließen die Grün-Weißen den Ball flüssig laufen und erspielten sich gute Möglichkeiten. Lisa Beyer links und Sofia Bergmayer rechts zeigten sich treffsicher, so dass die Zeichen früh auf Sieg gestellt wurden. "Ich bin hochzufrieden", sagt Coach Hilsemer, dem die Erleichterung deutlich ins Gesicht geschrieben stand, nach dem Abpfiff. "Endlich mal ein deutlicher Sieg. Wülfrath war nicht der Topgegner, aber wir haben eine gute Leistung gezeigt", sagt der ATV-Coach.

Im letzten Spiel des Jahres empfangen die Aldekerkerinnen am kommenden Sonntag noch Tabellenführer Fortuna Düsseldorf in der Vogteihalle.

(terh)
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