Bundesliga im Sportschießen : SSG Kevelaer will Geschichte schreiben

Die Schießsportgemeinschaft will die erste Mannschaft sein, die zum dritten Mal in Folge Deutscher Meister wird. Trainer Simon Janssen ist zuversichtlich, dass der Bundesligist dieses ambitionierte Ziel erreichen kann.

Simon Janssen ist niemand, der lange um den heißen Brei herumredet. Er vertritt stets eine klare Meinung. Als erfolgreicher Trainer des amtierenden Deutschen Meisters Schießsportgemeinschaft (SSG) Keve­laer formuliert er entsprechend kurz und prägnant das Saisonziel: „Wir wollen die erste Mannschaft sein, die zum dritten Mal in Folge Deutscher Meister wird.“

Der 24-jährige Gartenbauingenieur aus der Bauernschaft Berendonk bei Wetten ist keinesfalls ein Fantast. Er liefert für sein ambitioniertes Ziel gleich die Begründung mit: „Wir werden voraussichtlich mit der Mannschaft starten, die in den letzten beiden Jahren den Titel gewonnen hat. Unter diesen Voraussetzungen würde mir doch niemand eine andere Zielsetzung abnehmen.“ Und er richtet im gleichen Atemzug eine Kampfansage an die Bundesliga: „Wer Deutscher Meister werden will, muss erst mal uns schlagen.“

Die Mannschaft wie zuletzt, das sind in der Reihenfolge Marco Suppini, Anna Janssen, Alexander Thomas, Franke Janssen und Jana Erstfeld. Allesamt Sportler, die auf einem absoluten Weltklasseniveau schießen. „Unsere eigentliche Nummer eins, Sergey Richter, lebt mit seiner Familie in Russland und darf wegen der Pandemie das Land noch immer nicht verlassen. Und Marco Suppini hat bereits angekündigt, dass er nicht an allen Bundesliga-Wettkämpfen teilnehmen kann“, sagt Janssen. Aus diesem Grund wurde Jade Bordet von der SSG für den einen freien Ausländerplatz verpflichtet. „Unsere zweite Mannschaft schießt zwar in der Zweiten Bundesliga. Doch der Leistungsunterschied zur Ersten Liga ist zu groß. Deshalb kam es zu dieser Verpflichtung“, sagt Janssen.

Die 20-jährige Französin, die in Paris lebt, kommt mit der Empfehlung, bei der Europameisterschaft in Polen die Silbermedaille gewonnen zu haben. „Vielleicht ist es schon eine gute „Investition“ in die Zukunft“, so Janssen, der gelegentlich in der dritten Mannschaft, die in der dritthöchsten Liga schießt, aushilft. Auch wenn ihm wenig Zeit dafür bleibt, hat er es nicht verlernt. Schließlich wurde er als Jugendlicher Deutscher Meister im Einzel.

Die Kevelaerer Schützen waren von der Corona-Pandemie nicht allzu sehr betroffen. Bereits Mitte Mai konnten sie unter Beachtung entsprechender Regeln wieder an den Schießstand gehen. Einziger Nachteil war, dass internationale Wettkämpfe und Ranglisten-Turniere lange nicht stattfanden und es den Schützen an Wettkampferfahrung fehlt. Sie können dadurch ihren aktuellen Leistungsstand nicht einordnen.

Mannschaftstraining wie bei Ballsportarten gibt es auch im Schießsport, aber eher seltener. Da vertraut der Trainer seinen Schützlingen, dass sie sich intensiv und gewissenhaft vorbereiten. Zur anstehenden Saison gibt Janssen an, dass er die SB Freiheit (Osterode/Harz) als stärksten Gegner einschätzt. Die SSG wird nicht, wie gewohnt im Januar zum Abschluss der Bundesliga-Saison ihren Heimwettkampf austragen, sondern am 7./8. November. Wahrscheinlich wird der Verein wie in den Jahren zuvor live von dieser Veranstaltung berichten, aber in abgespeckter Form und nach dem heutigen Stand ohne Zuschauer.