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SSG Kevelaer trauert um den Ehrenvorsitzenden Rudi Joosten

Sportschießen : SSG Kevelaer trauert um ihren Ehrenvorsitzenden Rudi Joosten

Mit seinem Engagement als Klubchef und Trainer prägte er die Schießsportgemeinschaft. 2019 erfüllte er sich mit dem Titelgewinn bei der Deutschen Meisterschaft einen Traum.

Rudi Joosten war nie ein Mensch, der sich in den Vordergrund drängte. Im Gegenteil – er scheute eher das Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit. Seine Leidenschaft für den Schießsport und für seinen Verein kann als beispiellos bezeichnet werden. In seiner bescheidenen und zurückhaltenden Art prägte er als Vorsitzender und Trainer die Entwicklung der Schießsportgemeinschaft (SSG) Kevelaer wie kein anderer. Am Freitag starb Rudi Joosten im Alter von 71 Jahren.

Als Gründungsvorsitzender war Rudi Joosten das Gesicht der 2005 ins Leben gerufenen SSG Kevelaer. Seine Devise „Alles kann – nichts muss“ wurde schnell zum Motto des Vereins und wird bis heute von den Kevelaerer Schützen gelebt. 15 Jahre lagen die Geschicke des Klubs in seinen Händen, bis er aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten musste und 2020 einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Seine Nachfolge trat sein Stellvertreter Lambert Janshen an.

Seine Arbeit, sein Engagement sowie seine Erfolge als Vereinschef und auch als Trainer aufzuzählen, würde zum einen den Rahmen sprengen. Und zum anderen wäre dies ganz sicher nicht im Interesse von Rudi Joosten sein. Das hätte er nicht gewollt.

Doch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass er als vorausschauender Klubchef die langjährige Nutzung der Vereinslage gesichert hat und seine Vision, alle olympischen Gewehrdisziplinen zentral im Sportzentrum Kevelaer-Hüls anbieten zu können, auf den Weg bringen konnte.

Zunächst autodidaktisch und nachher als lizenzierter Trainer galt seine besondere Aufmerksamkeit stets der Jugend. In seiner Ta­lentschmiede wurden Schützen geformt, die auf den ganz großen Bühnen des nationalen und internationalen Schießsports mitspielen. „Fordern ist gut, überfordern nicht“, lautete seine Devise.

Es gelang ihm, mit der ersten Mannschaft in die Luftgewehr-Bundesliga aufzusteigen und sie dort zu etablieren. Vor sechs Jahren sprach er von seinem Traum, einmal im Leben als Trainer der SSG Deutscher Meister zu werden. Dieser Traum wurde im Februar 2019 in Paderborn Realität. Der Vater des Erfolgs war schnell ausgemacht. „Eindeutig Rudi“, sagte der heutige Vorsitzender Lambert Janshen vor zwei Jahren. „Wir im Verein sind mehr als glücklich, so einen Mann wie Rudi in unseren Reihen zu haben, sowohl als Mensch, als auch als Trainer. Ich kenne keinen, der so viel Fachwissen wie er hat und als Mensch so viel Verständnis für andere zeigt.“ Eine ehrlich ausgesprochene Wertschätzung, die über seinen Tod hinaus Gültigkeit besitzen wird. Ein Jahr später konnte Rudi Joosten mit einem Rekordergebnis die Titelverteidigung bejubeln, die Franka Janssen als 18-Jährige bei der Siegerehrung mit den Worten „Ohne Rudi würden wir hier gar nicht stehen“ treffsicher kommentierte.

Mehr als 50 Jahre hat Rudi Joosten sein Leben mit ganzem Herzen dem Schießsport gewidmet. Dank seines unermüdlichen Einsatzes konnten die „SSG-Tiger“ Schießsport-Geschichte schreiben. Er hat seinem Verein und der Stadt Kevelaer weit über die Landesgrenzen hinaus zur zusätzlichen Popularität verholfen.