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SSG Kevelaer qualifiziert sich für Bundesliga-Endkampf

Luftgewehr-Schießen : SSG qualifiziert sich für Bundesliga-Endkampf

In heimischer Umgebung holten sich die Kevelaerer Luftgewehr-Schützen die zwei noch fehlenden Siege. Die Veranstaltung war perfekt organisiert. Sie konnte übers Internet weltweit verfolgt werden.

Es ist vollbracht. Wieder einmal. Die Schießsportgemeinschaft (SSG) Kevelaer hat erneut eine Veranstaltung auf die Beine gestellt, die jedem Vergleich standhalten dürfte. Eine perfekte Organisation vor Ort in der Halle, dazu eine Übertragung in bester Fernsehqualität ins Netz. „Es war einfach großartig, aber auch sehr angenehm, hier arbeiten zu dürfen. Ich war dabei, als der Deutsche Schützenbund das Finale live gestreamt hat und muss sagen, dass sich der Schützenbund eine dicke Scheibe bei den Kevelaerern abschneiden kann“, sagte ZDF-Mann Tibor Meingast, der gemeinsam mit Olympiateilnehmer Maik Eckhardt die sportlichen Entscheidungen für das Netz aufbereitete. Georg Joosten, bei dem auf Seiten der SSG die Fäden der Veranstaltung zusammenliefen, war sehr zufrieden. „Nach dem ersten Tag haben wir bei der Übertragung noch ein paar Feinabstimmungen vorgenommen, danach konnten wir uns entspannt zurücklehnen und einfach nur noch genießen.“

Weg von der Organisation, hin zum Sport: Die Ausgangssituation für die „Tiger“ war eindeutig: Kevelaer musste seine Wettkämpfe gegen SV Kamen und TuS Hilgert gewinnen, um an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft am 2./3. Februar in Paderborn teilnehmen zu können. Auf dem Papier eine machbare Aufgabe, denn Kamen stand bereits als Absteiger fest und Hilgert hatte auf dem ersten Nichtabstiegsplatz den Verbleib in der Bundesliga sicher.

Alexander Thomas (links) im Gespräch mit Moderator Uli Potofski. Foto: Thomas Binn (binn)

Aber es kam anders, als viele gedacht hatten: Die Luftgewehr-Spezialisten des SV Kamen erwiesen sich als eine unerwartet harte Nuss und schraubten im Duell mit der SSG ihre Bestmarke um 25 Ringe nach oben – 1971 Ringe bedeuteten das zweitbeste Ergebnis, das je eine Kamener Mannschaft erzielt hatte. Die Schützlinge des Kevelaerer Erfolgstrainers Rudi Joosten setzten indes ein gewaltiges Pfund dagegen und zeigten den Zuschauern, was mit „Tiger-Power“ gemeint ist. Die SSG-Schützen brachten unglaubliche 1982 Ringe auf die Scheiben und erzielten einen neuen Liga- und Vereinsrekord. Den Wettkampf gewannen sie hauchdünn mit 3:2. Verantwortlich für dieses sensationelle Ergebnis waren Petar Gorsa (395 Ringe), Anna Janshen (398), Franka Janshen (395), Alexander Thomas (399) und Jana Erstfeld (395). Thomas leistete sich erst im 38. Schuss mit einer „9,9“ den denkbar knappsten Fehlschuss auf dem Weg zum „Club der 400-er“. „400 ist der Traum jedes Schützen, so knapp war ich noch nie dran“, sagte er. Franka Janshen und Petar Gorsa, die ihre Duelle nicht gewinnen konnten, versprachen, am nächsten Tag einen drauflegen zu wollen. Aber bei den beiden von einer enttäuschenden Leistung zu sprechen, wäre Jammern auf hohem Niveau und respektlos gegenüber den Gegnern.

„Ich habe kurz nach einem Wettkampf mit einer Schützin gesprochen“, erzählte Moderator Ulli Potofsi, der an beiden Tagen unterhaltsam und informativ durch die Veranstaltung führte, „da ist mir an ihren Augen erstmal aufgefallen, wie kaputt die danach sind.“

Die SSG-Schützen bedankten sich für die Unterstützung. Foto: Thomas Binn (binn)

„40 Wettkampfschüsse in 50 Minuten – Start“, lautete das schlichte Startkommando für den zweiten Tag beim Duell der SSG Kevelaer gegen TuS Hilgert. Dieselben Schützen wir am Vortag traten für die Einheimischen an die Schießlinie, um in vier aufeinanderfolgenden Durchgängen bestmöglich zu treffen. Um es vorweg zu nehmen: Es wurde eine klare Angelegenheit für die „Tiger“. Sie gewannen den Wettkampf deutlich mit 4:1 und sicherten sich das Ticket für die Finalteilnahme. Anna Janshen (399 Ringe), Alexander Thomas (396) und Jana Erstfeld gewannen ihre Duelle. Dagegen mussten Franka Janshen (391) und Petar Gorsa (398) ins Stechen, das die die Lokalmatadorin gewann, während ihr Vereinskollege dem Gegner den Sieg überlassen musste. Der Endstand lautete 4:1 für die SSG Kevelaer.

„Man meint, dass alles immer so einfach wäre“, kommentierte Rudi Joosten das Abschneiden seiner Aktiven, „unser Vorteil war, dass wir nicht auf das Abschneiden anderer angewiesen waren.“ Deutliche und offene Worte fand Simon Janshen, Co-Trainer der Kevelaerer Mannschaft: „Klar gibt es in der Endrunde keine leichten Gegner, aber ich bin schon der Meinung, dass wir der schwerste Gegner da sein werden.“ Eine Meinung, die auch von Schießsportexperten anderer Vereine geteilt wurde. Mit anderen Worten: die SSG ist bei der Bundesliga-Endrunde nicht chancenlos.