Spitzenreiter SV Straelen vergrößert seinen Vorsprung

Fußball : SV Straelen lässt sich einfach nicht aufhalten

Fußball-Oberliga: SSVg. Velbert – SV Straelen 0:2 (0:0). Der Tabellenführer von der Römerstraße hat bereits sechs Punkte Vorsprung.

Viele Zuschauer hatten sich auf Fußball aus der Feinkost-Abteilung eingestellt. Schließlich gab sich der souveräne Oberliga-Tabellenführer SV Straelen bei der Mannschaft der Stunde die Ehre. Gastgeber SSVg. Velbert hatte sechs Pflichtspiele in Folge gewonnen und dabei unter anderen den Drittligisten MSV Duisburg aus dem Wettbewerb um den Niederrhein-Pokal geworfen.

Doch vor 280 Besuchern entwickelte sich nicht unbedingt ein Spektakel. Die beiden Kontrahenten lieferten sich ein Duell, das von taktischer Disziplin und gegenseitigem Respekt geprägt war. Velberts Trainer Marcus John hatte seinen Spielern ein Defensivrezept verordnet, um dem Topfavoriten eventuell ein Bein stellen zu können. Zur Erinnerung: Diese Rechnung war in der abgelaufenen Regionalliga-Saison so manches Mal aufgegangen, als John noch auf der Bank des SV Straelen die Verantwortung getragen hatte.

Die Hausherren stellten sich von der ersten Minute an in die eigene Hälfte und erwarteten dort die Gäste in einer kompakten 4-4-2-Formation. Vor dem und im eigenen Strafraum waren sich auch die Velberter Angreifer für die Abwehrarbeit nicht zu schaden. Die Straelener Elf von Inka Grings ließ sich nicht beirren und blieb geduldig. Eine brauchbare Lösung, den Abwehrpanzer knacken zu können, war zunächst nicht erkennbar. Nicht ungewöhnlich daher, dass sich das Geschehen vornehmlich zwischen den Strafräumen abspielte und nennenswerte Chancen Seltenheitswert hatten.

„Wir hatten uns auf einen kompakt stehenden Gegner vorbereitet und wussten, dass es ein Geduldsspiel werden könnte“, sagte Grings nach dem Spiel. „In der ersten Halbzeit haben wir keine Mittel gefunden, die Defensive zu durchbrechen. Deshalb habe ich in der zweiten Hälfte umgestellt und offensiver spielen lassen.“ Und tatsächlich: Nach 51 Spielminuten hatten die Gäste aus Straelen endlich Grund zum Jubeln. Nach einem Standard, was zu diesem Zeitpunkt kaum überraschte, setzte Abwehrchef Adli Lachheb im Strafraum nach und erzielte die 1:0-Führung.

Velbert hielt auch nach dem Gegentor an seiner Taktik fest. Der SV Straelen versuchte ansatzweise mit schnellem Kombinationsspiel, die Lücke im gegnerischen Strafraum zu finden. Erst ab der 70. Minute ging die SSVg. Velbert etwas mehr Risiko. Am Geschehen auf dem Platz sollte sich indes nicht allzu viel ändern. Die Entscheidung fiel fünf Minuten vor dem Abpfiff. Kaito Mizuta spielte seinen Landsmann Meguru Odagaki, der sich am gegnerischen Strafraum freigelaufen hatte, aus dem Halbfeld zentimetergenau an. „Meg“ fackelte nicht lange und bedankte sich mit einem unhaltbaren Schuss aus 16 Metern zum 2:0-Endstand. Grings legte mit ihrer Elf gegen einen unangenehmen Gegner bis zum Schluss die erforderliche Geduld und Disziplin an den Tag. Ihr Fazit: „Ich wusste, dass wir irgendwann unsere Chancen bekommen.“ Ihr Kollege und Vorgänger Marcus John zeigte sich als fairer Verlierer: „Das Ergebnis geht in Ordnung. Trotz der Niederlage haben wir über weite Strecken ein gutes Spiel gemacht. Es muss vieles zusammenkommen, um gegen den SV Straelen etwas mitnehmen zu können.“

Meguru Odagaki ist so schnell nicht vom Ball zu trennen. Diese Erfahrung musste auch der Velberter Verteidiger Massimo Mondello machen. Foto: Ja/Venn, J. (jven)

Da sich Verfolger FC Monheim etwas überraschend mit einer Nullnummer gegen Schwarz-Weiß Essen begnügen musste, grüßt der SV Straelen jetzt mit sechs Punkten Vorsprung vom Platz an der Sonne. Am kommenden Sonntag folgt die Pflichtaufgabe gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Sportfreunde Niederwenigern, der bislang erst einen Punkt auf seinem Konto hat. In dieser Partie dürften die Grün-Gelben ohne ihren Leitwolf Kevin Weggen auskommen können, der sich in Velbert die fünfte gelbe Karte abgeholt hat.