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So reagieren die Sportler im Gelderland auf die Corona-Zäsur

Sportvereine in Sorge : So reagiert das Gelderland auf die Absagen

Handball-Trainer Oliver Cesa geht nicht davon aus, dass der Spielbetrieb nochmal aufgenommen wird.

Überraschend kam die Absage des gesamten Spielbetriebs für die Sportverantwortlichen des Gelderlands nicht. So viel steht fest. Bis zum 19. April wird kein Fußball getreten, kein Handball geworfen und kein Volleyball geblockt. Zumindest geht es bis dahin nicht mehr um Punkte. Für Inka Grings, Trainerin des Fußball-Oberligisten SV Straelen, ist das die richtige Entscheidung.

„Es war abzusehen. Nach den Entwicklungen der vergangenen Tage halte ich das für vernünftig. Die Gesundheit geht vor.“ Schließlich würde es auch im Amateurfußball zu Menschenansammlungen kommen, die es in Corona-Zeiten zu vermeiden gelte. Am Freitagabend lud Inka Grings ihre Kicker noch zum Training. Ob und wie der Betrieb in den kommenden Wochen weitergehe, könne sie allerdings noch nicht sagen. „Wir werden das in Ruhe im Trainerstab besprechen. Aber klar ist auch: Wir können es uns nicht erlauben, vier Wochen gar nicht zu arbeiten“, sagt die zweifache Europameisterin weiter. Aktuell stünde die Frage, wer Meister oder Absteiger werde, klar hinter der Gesundheit an. Der SV Straelen steht mit deutlichem Vorsprung an der Tabellenspitze der fünfthöchsten deutschen Spielklasse.

Ähnlich wie Inka Grings sieht’s auch Oliver Cesa, Übungsleiter der Herren-Mannschaft des TV Issum, die in der Landesliga an den Start geht. „Das kommt wahrscheinlich für niemanden wirklich überraschend. Die jetzt getroffenen Maßnahmen sind richtig“, sagt Cesa. Zwar sei der Zeitpunkt für viele Sportler ungünstig. Immerhin befinde man sich aktuell in der entscheidenden Phase der Saison. Für Cesa aber spiele das keine große Rolle. „Wir sind in der Tabelle ohnehin jenseits von Gut und Böse unterwegs“, sagt er.

Cesa habe seiner Mannschaft mitgeteilt, in der nächsten Zeit kein Training mehr anzubieten. Gleiches gilt für die Landesliga-Damen des TVI. Zudem hat der Klub jedwedes Jugendtraining abgesagt. „Es ist zu diesem Zeitpunkt besser, es erst einmal sein zu lassen. Man sollte nicht unnötig Risiko eingehen“, sagt Cesa. Doch der Übungsleiter geht noch weiter: Ihm zu Folge sei davon auszugehen, dass der Spielbetrieb der laufenden Saison gar nicht mehr aufgenommen werde. „Ich glaube nicht, dass noch gespielt wird. Die Absage bis zum 19. April ist ja auch nur vorläufig. Der Aufwand, zu Ende zu spielen, wird wahrscheinlich zu hoch sein“, sagt Cesa.

Besonders bitter ist die Corona-Zäsur für Eugen Brück. Der Vorsitzende des TTC BW Geldern-Veert freute sich auf die Westdeutschen Mannschaftsmeisterschaften der Senioren, die am 17. April in Geldern hätten stattfinden sollen. Daraus wird nun nichts. „Für uns ist das bitter. Immerhin war mit der Organisation unglaublich viel Arbeit verbunden. Außerdem haben natürlich viele der Teilnehmer ihre Hotels in Geldern bereits gebucht. Nun müssen wir mal schauen, wie es weitergeht“, sagt Brück.

Auch dass der Liga-Betrieb nun ausgesetzt werde, sei ein schwerer Schlag für den TTC. Immerhin wäre es in den kommenden Wochen für die Teams des Klubs um viel gegangen. Die Tischtennis-Damen kämpfen um den Aufstieg in die Verbandsliga, die Herren um den Klassenverbleib in der Landesliga. „Außerdem müssen wir nun erst einmal beraten, ob der Trainingsbetrieb weitergehen kann“, sagt Brück. Diesbezüglich hat der Schachclub Geldern bereits eine Entscheidung gefällt: Nicht nur, dass kein Spielbetrieb mehr stattfindet. Am Schachbrett wird auch nicht mehr trainiert.