Reitsport : „Der grünste Springplatz am Niederrhein“

Der Reiterverein Aldekerk präsentierte sich bei seinem Sommerturnier als perfekter Gastgeber.

Parcourschef Dirk Schwarz hatte im Normalumlauf schon so manchen Schwierigkeitsgrad in den Hindernisfolgen der mittelschweren Springprüfung eingebaut, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Ein Stechen sollte über Sieg und Platzierung entscheiden. Das M*-Springen, Höhe- und Schlusspunkt des zweitägigen Sommerturniers auf dem Reitgelände des RV Marschall Vorwärts Aldekerk, zu dem sich das Team um Vereinschef Mathias Büsch alle Mühen gegeben hatte, um den Teilnehmern dieser Pferdeleistungsschau angesichts der hochsommerlichen Temperaturen adäquate Startverhältnisse präsentieren zu können. Doch es gab leider kein Stechen, da keine zwei Null-Fehler-Ritte zustande kamen. Schade.

Gewonnen wurde diese Prüfung von Christina Neinhuis, Kalkar, auf Pallime, die als einzige den Normalparcours (0.00/56.43) vor Hermann Sonderkamp, Eversael auf Cocorell FH, fehlerfrei überwand, der den Parcours mit einem Zeitfehlerpunkt beendete.

Adäquat nicht nur der Springparcours, sondern auch das benachbarte Dressurviereck, auf dem gleichfalls in Lektionen bis zur mittelschweren Klasse geritten wurde. Hier gab es gleich zu Beginn der Veranstaltung einen Doppelerfolg für Virgina Spönle, junge Amazone des RV von Bredow Wetten, die im Sattel der Amarillys Sensation Tochter Adrette D aus der Zucht von Christa Dahlkamp gleich beide A-Dressuren für sich entschied. Was für ein Auftakt in dieses Sommerreit- und Springturnier. Spönle gleich machte es aber auch Maren Opitz vom RFV „von Driesen“ Asperden-Kessel, die im Sattel der Mentos Tochter Mara nicht nur die Goldschleife in der Dressurprüfung der Eingangsstufe gewann, sondern auch in dem drauffolgenden Dressur-Reiterwettbewerb die Stute an die Tete reiten konnte.

Die Springreiter – hier die Wettenerin Saskia van Stephoudt mit Zaras Dream of Scarlet – fanden in Aldekerk nahezu optimale Bedingungen vor und revanchierten sich mit starken Vorstellungen. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Überhaupt zeigten sich die Nachwuchsreiter auf dem Gelände in Obereyll in guter Form, da deren Wertnoten meist zwischen ziemlich gut und gut (8.00) lagen. Hier dürfte die solide Grundausbildung von Pferd und Reiter im heimischen Lager der Grund dafür gewesen sein, dass nun die Früchte der intensiven Trainingsarbeit eingefahren werden konnten. Teamgeist das Gebot der Stunde beim spannenden Mannschaftsspringen mit Stechen auf A-Niveau, mit dem der erste Turniertag endete. Hier war es die Kombination der Reiter aus Wetten/Kamp/Veen (0.00/32.55), die vor der Mannschaft aus Rheurdt und der IGV Kleve (0.00/33.71) im Stechen die Nase vorn hatten und auf das Siegerpodest ritten. Großes Lob von vielen Teilnehmern zum Zustand des Springplatzes (Gras); ein Teilnehmer wörtlich: „Der Aldekerker Springplatz ist der vielleicht derzeit grünste Platz am Niederrhein“.

Wochenlange Pflege und Beregnung hat sich für das Team um den Vorsitzenden Mathias Büsch ausgezahlt. Team-Work auch bei der Bewirtung, die zum großen Teil durch Vereinsmitglieder und Freunde gestemmt wurde, beim Turnierabend mit Cocktailbar und DJ.

Höhepunkt auf dem Dressurviereck am zweiten Turniertag die mittelschwere Dressurprüfung, in der unter anderem die Durchlässigkeit und der Gehorsam des Pferdes, Sitz und Einwirkung des Reiters, sowie die Korrektheit bei der Anwendung seiner Hilfen doppelt benotet wurden. Hier verließ die Österreicherin Kristina Gassner (Kefeld) auf van Helsing, (Wertnote 7.20) als Siegerin das Viereck, an dem Kristin Stark und Martina Ziegler die 22 Lektionen beobachtet hatten, die in vier Minuten zu absolvieren waren. Fazit: In Aldekerker wurde sehenswerter Pferdesport gezeigt.