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Schwimm-Club Delphin Geldern feiert 50-Jähriges

Schwimmsport : Ein erfrischend junger Goldjubilar

Vor 50 Jahren wurde der SC „Delphin“ Geldern gegründet, nachdem sich einige Schwimmerinnen und Schwimmer in einem Wohnzimmer am Ostwall getroffen hatten. Die Erfolgsliste ist lang – Freude bereitet das junge Wettkampf-Team.

Momentan interessiert vor allem diese spannende Frage: Wer holt Medaille Nummer 5000 ? In den vergangenen vier Jahren haben die Schwimmerinnen und Schwimmer des Wettkampfteams des SC Delphin Geldern jeweils die Marke von 1000 Medaillen geknackt. Nach dem unlängst absolvierten Freibad-Wettkampf in Lünen steht der Zähler schon wieder bei 799. „Noch fehlen exakt 201 Podestplätze. Unsere Kinder und Jugendlichen sind ganz heiß darauf, Nummer 5000 zu holen. Für den glücklichen Gewinner haben wir natürlich eine kleine Überraschung auf Lager“, sagt Cheftrainer Jörg Löcker, der vor neun Jahren den neuen Erfolgskurs der Gelderner „Delphine“ in die Wege geleitet hat.

Die aktuellen Zahlen belegen, wie jung der Schwimm-Club geblieben ist, der am 26. August 1968 aus der Taufe gehoben wurde und heute mit rund 500 Mitgliedern zu den größten Sportvereinen der Herzogstadt gehört.

Ein Blick in die Historie: Schon vor der Gründung des SC „Delphin“ wurde in Geldern selbstverständlich schon Schwimmsport betrieben. Als Schwimmabteilung des damaligen TuS Gelria 09 fuhr man in den 50er Jahren mangels Schwimmbad einmal wöchentlich nach Kempen. 1954 rammten Vereinsmitglieder zwei Stege in den Holländer See und befestigten die Wenden mit Brettern – so konnten dort auf einer 50-Meter-Bahn erste Wettkämpfe stattfinden.

Im September 1963 öffnete das lang ersehnte Hallenbad in Geldern seine Pforten – schnell stieg die Mitgliederzahl der Schwimmabteilung des TuS Gelria auf fast 500 an. 1968 kam es jedoch zu Schwierigkeiten mit dem Gesamtvorstand des TuS, da die Schwimmer dem Verein zu kostspielig waren. So wurde im Wohnzimmer von „Schwimm-Mutter Tildchen“ Selhorst auf dem Ostwall der Entschluss gefasst, einen eigenständigen Schwimmverein zu gründen.

Der größte Teil der Mitglieder der Schwimmabteilung des TuS war bereit, im späteren SC Delphin Geldern mitzuwirken. Den Gründungsvorstand bildeten Hans Steffen, Georg Kühn, Ferdi und Tildchen Selhorst, Herbert Verfürth, Henny Ophey, Anton Straeten, Heinz Strauchmann, Paul Ophey, Inge und Werner Heinitz. Viele sportliche Erfolge wie die Teilnahme an Verbands- und NRW-Meisterschaften konnten in den folgenden Jahrzehnten gefeiert werden. Jörg Löcker, der wenige Wochen nach der Gründung als neunjähriger Knirps in den Verein eintrat, gehörte zu jener Schülermannschaft des Friedrich-Spee-Gymnasiums, die sich 1971 für das Finale um den bundesweiten Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ qualifizierte. „Wir gehörten damals alle auch zum SC Delphin. Ich freue mich schon auf das Wiedersehen mit den alten Weggefährten bei unserer Jubiläumsfeier am 2. Oktober“, sagt Löcker.

Weiterer Höhepunkt in den Anfängen der Vereinschronik war die Organisation der Westdeutschen Schwimmmeisterschaften 1974 im Freibad Walbeck – die Großveranstaltung ist bei den älteren „Delphinen“ noch gut in Erinnerung.

Im Sommer 2009 entschied sich der Vorstand, dem Verein einen neuen Anstrich zu verpassen. Ein modernes Logo wurde entworfen, ein Förderkonzept erstellt, mehr Trainingsstunden angeboten und moderne Trainingskonzepte eingeführt. Innerhalb weniger Monate entwickelte sich das Leistungsniveau der Kinder und Jugendlichen deutlich nach oben. Dutzende Verbandsmeistertitel, Teilnahmen und Medaillengewinne bei NRW-Meisterschaften und die zweimalige Qualifikation für das NRW-Finale der Mannschaftsmeisterschaften der Jugend im Schwimmen zeigen, welch erfolgreiche Nachwuchsarbeit der Verein im letzten Jahrzehnt geleistet hat.

Ein weiteres sportliches Glanzlicht gab es im Jahr 2015. Caroline Friedrich, damals zwölf Jahre alt, errang in Berlin den Titel der Deutschen Jahrgangs-Meisterin im Freistil-Mehrkampf. Folgerichtig wurde sie im folgenden Jahr als „Sportlerin des Jahres“ der Stadt Geldern ausgezeichnet – zusammen mit ihrem Vereinskameraden Jonas Klemm, der sich wiederholt für die deutschen Meisterschaften qualifizieren konnte.

Der Vorstand und Chefcoach Jörg Löcker schauen mit Recht optimistisch in die Zukunft, da auch weiterhin eine tolle Trainingsarbeit geleistet wird, Talente nachwachsen und die sportlichen Erfolge nicht ausbleiben. Stolz sind die Verantwortlichen auch auf die Schwimmausbildung im Don-Bosco-Bad und Parkbad – unzählige Gelderner haben Dank des Vereins nicht nur das Seepferdchen geschafft, sondern auch die Freude am Schwimmen entdeckt.

Und Löcker hat auch schon Pläne für die Zukunft. Weiterhin lebt der Traum von einem neuen Hallenbad in Geldern, um noch bessere Trainings- und Ausbildungsmöglichkeiten anbieten zu können. Außerdem hat der Coach schon erste Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit mit den Nachbarvereinen SV Straelen und Kevelaerer SV geführt. „Es wäre doch beispielsweise toll, wenn Straelener Talente zu unserem Wettkampfteam stoßen. Oder unsere Schwimmer in Kevelaer Wasserball spielen können. Das würde natürlich an der jeweiligen Mitgliedschaft im Heimatverein überhaupt nichts ändern“, erklärt Löcker.

Solche Denkmodelle können nicht schaden – das beste Beispiel dafür haben Gelderner Schwimmerinnen und Schwimmer vor 50 Jahren in einem Wohnzimmer am Ostwall geliefert.