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SC Delphin Geldern ist Nachwuchsleistungszentrum im Schwimmen

Auszeichnung für Schwimmclub : „SC Delphin ist eine Top-Adresse in NRW“

Die gute Arbeit wird vom Landesverband honoriert. Geldern wird zum Nachwuchsleistungszentrum ernannt. Derzeit trainieren etwa 300 Kinder und Jugendliche beim SC Delphin.

Der SC Delphin Geldern hat sich nicht erst seit gestern landesweit einen Namen im Schwimmsport gemacht. Unlängst wurde dem Verein für seine hohen Qualitätsstandards bei der Schwimmausbildung das Prädikat „zertifizierte Schwimmschule“ verliehen. Doch diese Auszeichnung ließ mit Blick auf die Wartelisten für die Schwimmausbildung, die aktuell über zwei Jahre gehen, die Sorgen bei den Machern des SC Delphin nicht kleiner werden. Denn ohne Ausbildung wird die Zahl der Nicht-Schwimmer weiter steigen – und der Verein so zwangsläufig Nachwuchssorgen bekommen.

Bei allem Frust über diese bedauerlichen Umstände muss es wie Balsam für die geschundenen Seelen der Delphine gewesen sein, nun zum Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) ernannt zu werden. Frank Lamodke, Landesreferent Leistungssport beim Schwimmverband NRW, überreichte die entsprechende Tafel im Beisein des Gelderner Bürgermeisters Sven Kaiser an Jörg Löcker, der für die Ausbildung der Wettkampfschwimmer zuständig ist.

„Der Gelderner Schwimmclub zählt hinsichtlich der Talentförderung seit Jahren zu den Top-Adressen in Nordrhein-Westfalen und bewegt sich dabei stets auf sehr hohem Niveau. Diese Arbeit ist beim Verband bekannt. Die Entscheidung, den Klub zum Nachwuchsleistungszentrum, dem ersten Bindeglied von der regionalen Vereinsbasis zur systematischen Sportförderung, zu ernennen, ist nicht schwergefallen“, sagte Lamodke.

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Die Problematik, zu wenig Wasserfläche in Geldern zu haben, um die Bedürfnisse aller Interessenten zu befriedigen, ist bekannt. Stark eingeschränkte Nutzungszeiten für die „Delphine“ sind die Folge. Bemerkenswert, dass der Verein es trotz  dieser misslichen Umstände immer wieder schafft, aus ein paar Tropfen Wasser drei Trainingsbahnen zu zaubern, in denen zeitgleich bis zu 30 Schwimmer trainiert und immer wieder ganz weit oben in den Landesbestenlisten geführt werden. Stellvertretend für alle junge Delphine ist die elfjährige Carolin Stark zu nennen. Sie konnte sich in diesem Jahr für die Deutsche Mehrkampf-Meisterschaft in Dresden qualifizieren und sorgte dort mit einem zwölften Platz für einen weiteren Höhepunkt in der Geschichte der Schwimmclubs.

Was bedeutet nun diese Auszeichnung für den Verein? Zunächst einmal dürfen sich die Verantwortlichen des Klubs für ihre Arbeit, wie es Löcker bezeichnete, „gebauchpinselt“ fühlen. Fördergeldern wird es deshalb nicht geben, aber eine finanzielle Unterstützung bei der Beschaffung von Trainingsgeräten. Weiter werden Landestrainer, falls erforderlich, den Verein bei Kaderlehrgängen aktiv zur Seite stehen.

„Wenn es gut läuft, werden wir ein bis zwei Mal im Quartal die besten Schwimmer aus dem Bezirk Rhein/Wupper zu uns nach Geldern zu einem konzeptionell aufgebautem Stützpunkttraining einladen, um sie weiterzuentwickeln“, sagt Löcker. „Allein unser kleiner Verein hat elf Aktive, die zu diesen Eliteschwimmern gehören und sich mit gleichguten Sportlern messen und trainieren können.“

Um diese Kaderlehrgänge abhalten zu können, werden die „Delphine“ mit Blick auf die „Wasserprobleme“ bemüht sein, Termine zu finden, wenn das Hallenbad wenig oder gar nicht benutzt wird. „Vielleicht konnten wir mit dieser Ernennung dazu beitragen, die Weiterentwicklung des Schwimmsports hier in Geldern zu beschleunigen“, sagte Lamodke.

„Die Probleme kennen wir. Sie werden im Sportausschuss diskutiert“. sagte Bürgermeister Sven Kaiser. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass da vielleicht schon in naher Zukunft eine Entscheidung getroffen wird.“ Jörg Löcker nahm diese Steilvorlage dankend an. „Derzeit haben wird etwa 300 Schwimmer unter 18 Jahren im Trainingsbetrieb. Vielleicht wäre es eine Idee, Geldern das Image einer Schwimm-Stadt zu geben, zumal es mit dem Fußball nicht so recht zu klappen scheint“, sagte der Trainer.