Torjäger Timo Ingenlath nicht mehr dabei : Auwel-Holt setzt weiter auf die Jugend

Jahr für Jahr integriert der Dorfclub eigene Talente in die erste Mannschaft. Das ist in der kommenden Saison ein weiteres Mal nötig.

Der SC Blau-Weiß Auwel-Holt ist ein Dorfclub, wie er im Buche steht – in dem Straelener Ortsteil gibt es rund 350 Haushalte, die sich um den Dorfkern am Schulweg herum verteilen. Auf der einen Seite bedeutet das für den dorfeigenen Fußballverein: eine familiäre Atmosphäre, viele Spieler aus den eigenen Reihen und gute Stimmung. Es gibt allerdings auch Schattenseiten dieses Zustands: „Es ist sehr schwierig, externe Spieler von einer Verpflichtung zu überzeugen“, erklärt Lars Allofs, Trainer der ersten Mannschaft. Schließlich fließt bei den Blau-Weißen naturgemäß kein Geld in die Taschen der Akteure, was den ein oder anderen potenziellen Neuzugang gleich wieder umkehren lässt. Die Lösung des Sportclubs: das Vertrauen in die eigene Jugend.

Bereits vor zwei Jahren holten die Verantwortlichen Lars Allofs vom TSV Nieukerk mit der klaren Zielsetzung, Spieler aus der eigenen Jugend an den Seniorenfußball heranzuführen und langfristig zu festen Größen in der ersten Mannschaft zu machen. „Das ist uns bislang sehr gut gelungen“, befindet Allofs, der mit seinen Mannen ins dritte Kreisliga-A-Jahr in Folge geht.

Zwar gelang nach dem starken dritten Platz als Aufsteiger im vergangenen Jahr „nur“ Platz neun, das war allerdings einer ganz schwachen Rückrunde geschuldet, in der die Blau-Weißen lediglich zwei Siege einfuhren. „Wir haben da regelmäßig unsere zweite Mannschaft unterstützt, hatten zudem Pech mit Verletzungen. Als klar war, dass weder nach oben noch nach unten etwas geht, war die Luft dann irgendwann raus“, erklärt Allofs den Absturz, der fast den einstelligen Tabellenplatz gekostet hätte.

Ein Beinbruch war dieser neunte Platz mit Sicherheit nicht, denn trotz eines zwischenzeitlich dritten Platzes ist von der Bezirksliga niemals die Rede gewesen im Straelener Orstteil. „Die Kreisliga A ist genau die richtige Liga für den Verein“, befindet Allofs und formuliert damit auch schon das Saisonziel für die kommende Saison: die Liga in jedem Fall zu halten.

„Ich denke, wir haben auch das Potenzial, wieder einen einstelligen Platz zu erreichen“, so Allofs. Die Stärken seiner Truppe sieht er in der Geschlossenheit und Ausgeglichenheit, zudem hat der Sportclub in der Vorbereitung bereits Torgefahr bewiesen – und das, obwohl zwei wichtige Stützen der Mannschaft weggebrochen sind.

Sven Verhaagh, der infolge einer schweren Verletzung die Schuhe an den Nagel hängt, und Timo Ingenlath, der sich mit beinahe 40 Jahren ebenfalls dem Ruhestand widmet. Seit 2015 sorgte der Ex-Straelener mit 104 Toren und 112 Torvorlagen in nur 108 Pflichtspielen für Furore – das sind exakt zwei Torbeteiligungen pro Spiel. Eine Wahnsinns-Quote. „Natürlich wird es schwierig, diesen Verlust zu kompensieren“, gesteht Allofs und hätte für diesen Fall auch gerne einen externe Neuverpflichtung für den Sturm vermeldet. Daraus wurde aus genannten Gründern zwar nichts, allerdings haben sich immerhin drei Talente aus der zweiten Mannschaft nach oben gearbeitet.

Und in Henning Mülders kann der Sportclub auch eine externe Verpflichtung präsentieren; der Jungspund kommt vom Kevelaerer SV und zeigt vielversprechende Ansätze in der Vorbereitung. „Das gilt aber für den gesamten 20er-Kader“, versichert Allofs, der mit Engagement und Beteiligung hochzufrieden ist und im physischen Bereich den gewünschten Stand bereits erreicht hat.

Zwar lief es in der „Hammergruppe“ des Voba-Supercups mit drei Bezirksligisten (Weeze, Broekhuysen und Straelen II) erwartungsgemäß nicht sehr erfolgreich – nur gegen die Straelener Reservs sprang ein Sieg heraus –, doch bang wird Lars Allofs keineswegs. Denn im letzten Testspiel vor dem Pflichtspielauftakt gelang gegen den Moerser A-Ligisten SV Concordia Ossenberg ein souveräner 3:1-Sieg und auch im Pokal in Winnekendonk wurde bekanntlich die nächste Runde erreicht, wenn auch erst in den Schlussminuten. Jetzt hält Allofs den Auftakt in den Ligabetrieb für maßgeblich. Denn nach den ersten drei Spielen gegen Gegner auf Augenhöhe stehen für Auwel-Holt ganz dicke Brocken an: Rindern, Uedem, Kevelaer, Herongen und Sevelen werden allesamt auf den vorderen Plätzen erwartet. „Das heißt, dass wir vorher schon ein paar Punkte einfahren müssen, um nicht gleich in den Keller zu geraten“, fordert Allofs von seinen Mannen Konzentration vom Start weg. Schließlich will der Dorfclub aus Auwel-Holt noch mindestens ein weiteres Jahr im Kreisliga-Oberhaus mitmischen.

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