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Rolf Mauritz aus Issum hospitierte beim FC Bayern München

Issumer in prominenter Gesellschaft : Fußball-Experten unter sich

Der Issumer Rolf Mauritz setzt sich unermüdlich für die fundierte Ausbildung der jüngsten Nachwuchskicker ein. Jetzt präsentierte er seine Ideen dem Freiburger Bundesliga-Trainer Christian Streich und am Campus des FC Bayern.

Das erste Lob aus berufenem Munde gab’s bereits nach dem Durchblättern. „Eine hochinteressante Sache“, stellte Christian Streich, Erfolgstrainer des Bundesligisten SC Freiburg fest, nachdem er einen Blick in das Präsent von Rolf Mauritz geworfen hatte. Der Issumer, der sich seit Jahrzehnten im Bund Deutscher Fußball-Lehrer engagiert, überreichte seinem prominenten Kollegen sein Buch „Kinderfußball – Der richtige Kick-off“. Seit langem vertritt Mauritz, der 2015 in seinem Heimatort eine eigene Fußballschule samt Kunstrasenspielfeld gründete, die Ansicht, dass die Grundlagen einer erfolgreichen Kicker-Laufbahn schon in den Bambini-Schuhen gelegt werden müssen.

Und der 71-Jährige macht aus seiner Überzeugung keinen Hehl, dass in Deutschland in Sachen Ausbildung der Kleinsten noch reichlich Luft nach oben ist. Beim Internationalen Trainer-Kongress in Freiburg befand sich Mauritz in illustrer Runde. Neben Christian Streich war auch Julian Schuster vor Ort, der seit vier Jahren als sogenannter Verbindungstrainer beim Sport-Club Freiburg die Schnittstelle zwischen den U 19- und U 23-Kickern und den Profis bildet. Außerdem nutzte der Issumer die Gelegenheit, mit Martin Schweizer, Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums im Schwarzwald, über das Freiburger Modell zu sprechen. „Das war für mich natürlich eine eindrucksvolle Erfahrung, mich mit diesen absoluten Fachleuten austauschen zu können. Der Freiburger Erfolg kommt nicht von ungefähr. Es ist unglaublich, wie viele gute Fußballer dieser Verein unter der Devise ,Ausbilden statt kaufen’ hervorbringt“, sagt Mauritz, der sein Buch um ein Haar auch noch an eine wahre Trainer-Legende verschenkt hätte. „Ich habe in Freiburg auch noch einen Vortrag von Arsène Wenger gehört, in dem er unter anderem ausführlich auf die Jugendarbeit bei Arsenal London eingegangen ist. Leider ist der mir durch die Lappen gegangen, weil er anschließend sofort abreisen musste“, so Mauritz.

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Die nächste Fortbildung des 71-jährigen Trainerfuchses an äußerst berühmter Adresse sollte nicht lange auf sich warten lassen. Kaum aus Freiburg zurückgekehrt, fand Rolf Mauritz in seinem Briefkasten die Einladung des FC Bayern München zur Hospitation im Bayern-Campus vor. Der Mann, der sich unermüdlich dafür einsetzt, dass schon Kleinkinder spielerisch Ballannahme, dribbeln und passen lernen sollen – „das sind die unersetzlichen Basics“ – machte sich sofort auf den Weg zum Nachwuchs-Leistungszentrum des Deutschen Rekordmeisters. Rolf Mauritz wurde in München sehr herzlich und kollegial begrüßt – für die Dauer seines Aufenthalts bekam der Trainer vom Niederrhein einen Schreibtisch im Ausbilder-Büro und einen Rucksack mit Trainingskleidung.

Sein Hauptansprechpartner war Marcel Schneider, der an der Säbener Straße als „Teamleiter Spielerentwicklung“ im Nachwuchsbereich der U 11- und U 13-Junioren fungiert. „Es ist einfach faszinierend, wie hochprofessionell und zugleich sehr menschlich dort gearbeitet wird. Die dortigen Trainer haben nicht in erster Linie künftige Profis im Blick, sondern den jeweiligen jungen Menschen, dessen Entwicklung sie fördern möchten. Ich durfte auch ein dreistündiges Athletiktraining begleiten. Die Erfahrungen, die ich beim FC Bayern sammeln durfte, möchte ich nicht missen“, sagt Mauritz.

Inzwischen ist der Issumer wieder zu Hause, lehrt Kindern in den Sommerferien das Kicker-Einmaleins und darf zufrieden feststellen, dass er sich mit seiner Fußball-Philosophie in prominenter Gesellschaft befindet. „Egal, mit wem ich gesprochen habe. Alle Experten im Profi-Bereich sind sich einig, dass nichts über eine vernünftige Ausbildung geht. Und diese sollte nach Möglichkeit schon im Kindesalter beginnen. Es lohnt sich auch, dafür etwas Geld in die Hand zu nehmen“, so Mauritz.