Regionalligist TV Aldekerk ist aller Sorgen ledig

Handball : TV Aldekerk setzt den Befreiungsschlag

Handball-Regionalliga: ATV erteilt dem VfB Homberg eine 43:32 (23:15)-Abfuhr und entledigt sich aller Abstiegssorgen.

Es ist eine besondere Gabe, dann stark zu sein, wenn vieles auf dem Spiel steht. Handball-Regionalligist TV Aldekerk scheint diese Fähigkeit zu besitzen und bewies das mit einem beeindruckenden finalen Befreiungsschlag. Die Mannschaft von ATV-Trainer Nils Wallrath zauberte in der Vogtei-Halle eine grandiose Handball-Show auf die Bretter und feierte gegen den direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg nicht nur ein Schützenfest, sondern auch den sicheren Klassenerhalt in der Regionalliga.

Wie immer saß Wallrath vor dem Spiel entspannt auf der Spielerbank, schaute seinen „Jungs“ beim Aufwärmprogramm aufmerksam zu und nutzte die Zeit für den einen oder anderen „Small-Talk“. Diesmal verriet er vor dem Anpfiff den Matchplan gegen VfB Homberg: „Heute will ich das Spiel aus der Abwehr heraus gewinnen. Wie gegen Aachen werden wir offensiv decken und drei Spieler vorziehen, Mal sehen, wie die Homberger damit umgehen werden.“

Um es vorweg zu nehmen: Dieser taktische Schachzug ging mehr als auf und stellte das Team der Gäste vor teilweise unlösbaren Problemen. Bereits nach 20 Minuten hatte VfB-Trainer Dirk Rahmel, der den beruflich verhinderten Achim Schürmann vertrat, zwei Auszeiten verbrannt.

Offensive Deckung bedeutete, dass der Rückraum der Angreifer, der ballführende Spieler, permanent durch drei vorgezogene Abwehrspieler, meist durch Thomas Plhak, Can Greven und Benedikt Liedtke, sechs Meter vor dem Kreis aggressiv attackiert und ein geordneter Spielaufbau des Gegners verhindert wurde. Rat- und planlos wirkten die Gäste bei Ballbesitz und schienen wirklich nicht zu wissen, was sie mit dem Ball anfangen sollten. VfB-Trainer Rahmel brachte es in einer saloppen Formulierung auf den Punkt: „Speziell in der ersten Halbzeit war derjenige, der von uns den Ball hatte, das ärmste Schwein auf dem Spielfeld.“ Die Homberger Naturgewalten, Nils ter Haar, Mirko Krogmann, Robin Milhorst und Marius Brunotte konnten ihre körperliche Überlegenheit zu keinem Zeitpunkt ins Angriffsspiel ihrer Mannschaft einbringen und blieben farblos. An diesem Abend siegte eindeutig die Aldekerker Klasse gegen die Homberger Masse.

Die Anfangsminuten konnten die Gäste noch relativ ausgeglichen gestalten, aber dann explodierten die „Grün-Weißen“ wie eine Kiste Dynamit und vergrößerten den Vorsprung bereits nach 15 Minuten auf beruhigende sechs Tore. Die Gastgeber waren so heiß wie ein Ofenrohr. Und der Torhunger noch lange nicht gestillt. Bis zum Halbzeitpfiff schleuderten sie die Gäste aus Homberg weiter kräftig durch und bauten die Führung auf 23:15-Tore aus.

Den besseren Start im zweiten Durchgang erwischten die Gäste mit einem 3:0-Lauf. Schnell kam die Aldekerker Angriffsmaschinerie wieder ins Rollen. Die Wallrath-Truppe zeigte weiter einen furiosen Auftritt und schraubte die Gäste förmlich auseinander. Sieben Minuten vor Spielende erzielte Maxi Tobae den 40. Treffer gegen völlig demoralisierte Homberger zur 15 Tore-Führung. „Man hat heute deutlich gemerkt, wie meine Spieler unter Druck standen und damit nicht umzugehen wussten. Die Aldekerker haben Flügel bekommen. Und wir wirkten immer gelähmter“, so Rahmel.

Den Schlusspunkt in einer begeisternden Partie setzte der A-Jugendliche Christian Menke, der mit einem Strafwurf seinen ersten Treffer in der Regionalliga zum 43:32-Endstand erzielte. Sichtlich geknickt und ratlos suchte Routinier Sven Upietz vom VfB Homberg nach dem Spiel nach Worten: „Ich habe leider keine Erklärung für unsere Leistung. Dabei haben wir noch geschworen, alles in dem Spiel zu geben. Da war Achim Schürmann noch dabei.“

„Das war doch mal ein richtiges Feuerwerk“, strahlte ATV-Trainer Wallrath nach dem Spiel. „Meine Jungs haben meine Vorgaben umgesetzt und das Spiel ist genauso gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Drei oder vier Tore haben wir zu viel kassiert, aber das ist völlig egal.“

Die interne Auszeichnung zum „Mitarbeiter des Tages“ ging diesmal völlig verdient an den jungen Torwart der Grün-Weißen. Janik Schoemackers gab bereits in der ersten Halbzeit eine sehr gute Figur ab. In der zweiten Hälfte brillierte er im Tor und brachte die gegnerischen Werfer immer wieder zur Verzweiflung. Die restlichen drei Spiele können die Aldekerker dazu nutzen, weitere Bonuspunkte zu sammeln und den Tabellenstand aufzupolieren.

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