Oberliga: Der SV Straelen gastiert bei der Spielvereinigung Schonnebeck

Fußball-Oberliga : Grün-Gelbe vor Spitzenspiel

Schon heute, um 18 Uhr, gastiert der Oberligist SV Straelen beim Tabellendritten, der Spielvereinigung aus Essen-Schonnebeck. SVS-Trainerin Inka Grings moniert die fehlende Kaltschnäuzigkeit ihrer Kickerinnen.

Wer kann die Oberliga-Mannschaft des SV Straelen auf dem Weg zum anvisierten Regionalliga-Aufstieg noch aufhalten? Ob der überragenden Bilanz von 14 Siegen aus fünfzehn Partien liegt die Antwort nahe: wohl keine. Sogar der erste Verfolger vom FC Monheim liegt mittlerweile acht Punkte hinter den Kickern von der Römerstraße. So bleibt den Rheinstädtern zumindest noch eine kleine Chance, die Grün-Gelben einzuholen. Gleiches gilt für die Spielvereinigung Schonnbeck – wenn auch mit einer noch düsteren Perspektive. Immerhin liegt die Mannschaft von Trainer Dirk Tönnies mittlerweile dreizehn Zähler hinter Straelen. Und das als Tabellendritter.

Dennoch sagt SVS-Trainerin Inka Grings im Gespräch mit unserer Redaktion: „Da erwartet uns ein Spitzenspiel. Schonnebeck spielte eine richtig starke, sehr stabile Saison.“ Die Zahlen belegen ihre Aussage: Acht Siege stehen bisher fünf Remis sowie zwei Niederlagen gegenüber. Zuletzt spielte Schonnebeck 1:1-Unentschieden bei den Sportfreunden Baumberg. Und dennoch: Übungsleiter Dirk Tönnies verkündete zuletzt, dass Straelen ob des hohen sportlichen Niveaus in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse wohl nichts zu verlieren hätte. Am Samstagabend dann treffen der Spitzenreiter und sein zweiter Verfolger aufeinander. Und das zu besonderer Stunde: Schon heute Abend, um 18 Uhr, rollt am Schetters Busch der Ball. „Schonnebeck hat frühzeitig angefragt, ob wir das Spiel nicht verlegen wollten. Den Termin finden wir nun sehr passend, die Stimmung unter Flutlicht kann sicher eine besondere werden“, sagt Grings im Vorfeld des Länderspiel-Wochenendes.

Ihre Mannschaft gewann zuletzt vor heimischem Publikum gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten, die Sportfreunde Niederwenigern. „Das war ein verdienter Sieg von uns“, erklärt Grings – mit Recht. Zur Wahrheit aber gehört genauso: Das Straelener Halbprofi-Aufgebot hatte größte Mühe mit den Schwarz-Gelben. Zwei Mal waren die Gastgeber in Führung gegangen, zwei Mal hatte Niederwenigern zurück in die Partie gefunden. Erst in der Nachspielzeit bescherte das japanische Duo Meguru Odagaki/Shun Terada den 4:2-Sieg. „Wir hatten nun in der Trainingswoche einiges aufzuarbeiten. Insbesondere im offensiven Bereich mussten wir ran. Da fehlte es uns an Kaltschnäuzigkeit“, sagt Grings. Da die Angreifer zu viele Chancen ausließen, so erklärt es die 40-Jährige, würde die Mannschaft mitunter zu Unsicherheiten tendieren. Dies gelte es nun abzustellen, alles andere sei „fahrlässig“. „Das wird sonst irgendwann bestraft, da bin ich mir sicher“, fügt Grings an. Doch wie lehrt man einem Angreifer Souveränität im Abschluss? „Eine schwierige Frage“, gibt die Cheftrainerin zu. Ihr Ansatz lautet: „Im Training Gelegenheiten provozieren und im Gespräch motivieren.“ Ohnehin haben die Straelener Stürmer auch in dieser Spielzeit bereits bewiesen, einen für Oberliga-Verhältnisse bemerkenswerten Torriecher zu haben. Allein Shun Terada bringt es bisher schon auf fünfzehn Treffer. Damit führt der 26-Jährige die Liste der treffsichersten Schützen der Oberliga einsam an.

Personell ist der Status Quo übrigens unverändert: Aram Abdelkarim, Fatmir Ferati und Bo-guk Seo müssen passen. Gleiches gilt aller Voraussicht nach für den portugiesischen Kapitän Fabio-Daniel Simoes Ribeiro, der als spielerischer Strippenzieher einer der zentralen Faktoren im Grings-Aufgebot ist. Und dennoch: Daran, dass es mit den vorhandenen Ressourcen für die Spielvereinigung reichen dürfte, zweifelt kaum jemand. Dem Spannungsbogen der Oberliga aber täte ein strauchelnder SVS gut.

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