Fußball : Niemals geht man so ganz...

Der letzte Spieltag war wieder einmal gezeichnet vom Abgang mehrerer Veteranen. Dabei steht bei manchen immer noch das Versprechen, bei "Not am Mann" doch wieder gegen den Ball zu treten.

Am Samstag, 29. Mai, etwa um 18.43 Uhr, war die Karriere von Andreas Rasch vorbei. Der Veteran aus den Reihen des SV Straelen III, Jahrgang 1968, hatte den Entschluss gefasst, nun endlich, wie es immer so schön heißt, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen. Bevor er abtrat, gab er aber noch ein kleines Abschiedsgeschenk: In der 73. Minute traf er zum 3:1-Endstand und legte seinem ehemaligen Verein SV Herongen damit nochmal ein Ei ins Nest.

Abschied für "Raschi" und "Löffel"

Vielleicht lag es auch daran, dass "Raschi" am Samstag im offensiven Mittelfeld tätig war und nicht, wie sonst üblich, auf der Manndeckerposition. Dort hatte sich der Mann, der die Schallmauer von 40 Lenzen längst durchbrochen hat, einen Ruf als ungeheuer zweikampfstarker Vollstrecker gemacht, der durchaus seine Offensivqualitäten hat. Gerüchte besagen auch, er habe den einen oder anderen Gegenspieler auch einfach einmal "totgequatscht"...

Mit Raschs Laufbahn endete gleichzeitig auch die von Mario Lüfkens (33), den im Südkreis jeder unter dem Decknamen "Löffel" kennt. Lüfkens wird nicht nur seiner Mannschaft als begnadeter Freistoßschütze und Vorlagengeber in Erinnerung bleiben – bis er vielleicht doch irgendwann mal wieder gegen den Ball treten will. Das Spiel gegen Herongen war auch für Lüfkens ein letztes Treffen mit dem alten Verein SV Herongen. Auch der verabschiedete übrigens einen Aktiven: Klaus Kox. Der altgediente Mittelfeldmann will nun in der "Veteranen-Elf" des HSV, dem SV Herongen III in der Kreisliga C, gegen den Ball treten.

Andernorts standen die Zeichen ebenfalls auf Abschied. Thomas Berretz (33), der bis auf zwei Jahre, die er bei Union Wetten verbrachte, immer für Viktoria Winnekendonk gegen den Ball trat, verabschiedet sich nun zu den Alten Herren. Für den "Flügelflitzer" ist es ein Abschied mit einem Paukenschlag, denn am Ende seiner Laufbahn steht der Aufstieg in die Bezirksliga. Der einzige, den er nächste Saison zumindest regelmäßig wiedersehen wird, ist sein bisheriger Trainer Helmut Rankers. Beide werden ab der nächsten Saison den Kader der Alten Herren Winnekendonk verstärken – wenn es im Fall Berretz der junge Nachwuchs zulässt...

Der war zumindest ein Grund, warum Heiko Nießen (36) beim TSV Wachtendonk/Wankum kürzer treten wird. "Ich kann mich nicht ganz abmelden", sagt Nießen, der in der abgelaufenen Saison Spieler-Co-Trainer der Wa./Wa.-Reserve war. "Aber es ist an der Zeit, dass meine drei Kinder nun auch sonntags mehr von ihrem Vater haben." Das traurige "Zwischen-Ende" seiner Karriere, ein 0:7 in Broekhuysen und der Abstieg, können ja nicht alles gewesen sein.

Vielleicht gibt es auch mit Veerts Abwehr-Veteran Simon Knops (29) ein Wiedersehen. "Simon ist ein lieber Kerl, und ich bin froh, dass ich in dieser Saison noch auf ihn zählen konnte", sagt Trainer Christoph Gesthüsen. Nach einer elf Spielzeiten dauernden Laufbahn ist nun Schluss in Veert. Dort war er immer aktiv und erlebte mehrere Auf- und Abstiege mit.

Ebenso wie der Issumer Elmar Padilla (29). Der begann seine Seniorenlaufbahn zwar mit einer Saison beim SV Sevelen (!), blieb danach aber den Issumern bis heute treu. Er wird sich ganz vom aktiven Fußball verabschieden, anders als Teamkollege Oliver Zielinski (28), der in den Betreuerstab rückt.

(RP)