Nico Nünninghoff aus Kerken holt drei Titel im Kart-Slalom

Drei Meisterschaften : Ein Kerkener Junge fährt allen davon

Der 15 Jahre alte Nico Nünninghoff hat im Kart-Slalom in dieser Saison gleich drei Meisterschaften gewonnen. Nun ist sein Ziel, sich im kommenden Jahr auch gegen die Konkurrenz in den „großen“ Rennwagen zu behaupten.

Nico Nünninghoff ist im Kart-Slalom nicht zu bremsen: Der 15-Jährige aus Kerken hat neben dem ADAC-Nordrhein-Cup auch die Bergische Motorsport-Meisterschaft für sich entschieden. Darüber hinaus verteidigte er den Oberhausener Stadtmeistertitel.

„Alle regionalen Meisterschaften zu gewinnen, war mir wichtig“, sagt Nünninghoff, der für die Motorsportabteilung des Polizei-Sport-Vereins Essen startet. Dass ihm dies relativ souverän gelang, spielt der Straelener Sekundarschüler herunter: „Die Rennen waren enger als es auf dem Papier aussieht. Die Konkurrenz ist stark. Es rücken immer schnelle Fahrer aus den jüngeren Altersklassen nach.“

Zum Saisonstart gewann er zunächst zum fünften Mal den ADAC Winterpokal. Die regionale Meisterschaft des ADAC Nordrhein entschied er im Anschluss bereits vier Rennen vor Saisonende für sich. In den verbleibenden drei von insgesamt 14 zu fahrenden Rennen konnte er sich aber nicht ausruhen, da die Entscheidungen um die Bergische Meisterschaft und die Stadtmeisterschaft Oberhausen noch nicht gefallen waren. „In der BMM und SMO gibt es keine Altersdifferenzierung. Ich muss mich auch mit den jüngeren und älteren Fahrern aus den anderen Altersklassen vergleichen lassen, und das macht die Meisterschaften zum Saisonende so spannend“, erklärt Nünninghoff.

Die grandiose Aufholjagd und Nervenstärke wurden erst im letzten Rennen mit dem Triple belohnt: Der 15-Jährige holte sich mit einem souveränen Abschlusssieg, als Schnellster aller Altersklassen, die letzten erforderlichen Punkte und damit alle drei Meistertitel. Einen starken Abschluss der Saison bildete der achte Platz bei der NRW-Meisterschaft in Steinhagen und ein hervorragender vierter Platz beim ADAC Bundesendlauf am Nürburgring.

Nünninghoff nach dem Gewinn der ADAC-Nordrhein-Serie. Foto: Marko Nünninghoff

2019 will Nünninghoff dann endlich ins „große“ Fahrzeug steigen: Er wird sich um einen Platz bei den Slalom Youngsters des ADAC Nordrhein bewerben. „Da ich im nächsten Jahr ins Auto wechsle, kommt eine neue Herausforderung auf mich zu“, sagt er und fügt an: „Den Kart-Slalom möchte ich trotzdem parallel bestreiten.“ Der Kerkener bleibt realistisch: „Wenn ich dann das erste Mal im Rennauto an den Start gehen darf, bin ich noch 15 Jahre alt. Dann gilt es, Erfahrungen zu sammeln und schnellstmöglich das, was ich im Kart gelernt habe, im Auto umzusetzen.“ Bisher verlaufe alles nach Plan: „Ich habe die motorischen Abläufe der Kupplungs-, Schalt- und Bremsvorgänge im Auto schon verinnerlicht. Die ersten Trainings im Auto verliefen sehr gut. Ich trainiere aber auch regelmäßig in meinem Simulator zu Hause bei Simulationsrennen.“

Ähnliches will auch seine jüngere Schwester Nina Nünninghoff erreichen: Die 14-Jährige ist ebenfalls Kartpilotin und belegte in diesem Jahr Rang elf der Nordrhein-Meisterschaft. Für eine Qualifikation zu den Endläufen hat es für die Nordrhein-Meisterin von 2015 (K3), die sich in der Vergangenheit bereits mehrfach zu den Endläufen qualifiziert hatte, nicht gereicht.

„Nina hatte sich letztes Jahr eine Auszeit vom Trainingsbetrieb genommen und musste viel aufholen. Dazu kommt, dass sie als Youngster in der gleichen Altersklasse mit Nico und den erfahrenen Piloten gestartet ist“, erklärt Vater Marko. Das sieht 2019 anders aus. Nina hat sich dabei vorgenommen, wieder ganz oben mitmischen zu wollen, sieht aber auch starken Nachwuchs: „Die Konkurrenz ist knallhart. Die Kinder, die aus der K3 aufsteigen werden, sind wahnsinnig schnell.“

Eine Auszeichnung war für die 14-Jährige die Einladung zur Nachwuchssichtung FIA-Girls on Track. Auf dem Nürburgring verbrachte sie dort einen Tag mit den Profi-Rennfahrerinnen Jutta Kleinschmidt und Carrie Schreiner. Für den Förderkader konnte sich Nina Nünninghoff unter 120 Mädchen zwar nicht empfehlen. „Es war aber eine große Ehre, eingeladen worden zu sein und ganz viele Rennfahrerinnen und Rennfahrer kennenzulernen“, versichert sie.

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