Handball: Mumme: „Waren ganz einfach besser“

Handball : Mumme: „Waren ganz einfach besser“

Handball-Regionalliga: TV Aldekerk – HC Wölfe Nordrhein 34:30 (15:14). Die Grün-Weißen mischen nach dem letztlich verdienten Derbysieg gegen den Abstiegskandidaten aus Rheinhausen weiter munter in der Spitzengruppe mit.

Vor der üblich großen Kulisse feierte der TV Aldekerk am Samstagabend in einem emotionsgeladenen Spiel einen 34:30 (15:14)-Heimerfolg im Niederrhein-Derby gegen die Wölfe Nordrhein aus Rheinhausen. In einer hart umkämpften Partie nahmen die Hausherren den Kampf an, belohnte sich am Ende für ihre engagierte Leistung verdient mit zwei weiteren Zählern und halten auf Platz vier den engen Kontakt zur Spitzengruppe.

Während die „Grün-Weißen“ sich noch artig beim Publikum für die Unterstützung bedankten und anschließend ihr übliches Siegertänzchen in der Halle aufführten, war das Bild bei den Gästen eher von betretenen Gesichtern geprägt. Wölfe-Trainer Nico Biermann stand wie ein Häufchen Elend in der Halle und wollte auch einige Minuten nach dem Abpfiff noch nicht über das Spiel reden. „Ja, die Enttäuschung sitzt sehr tief, zumal die Chance da war, hier zwei Punkte zu holen“, meinte er später, „aber die Aldekerker haben es nachher auch sehr clever angestellt.“ Als die ersten Spieler schon geduscht aus der Kabine kamen, rätselte Rheinhausens Rückraum-Riese Kevin Kirchner immer noch: „Da fragt man sich echt, woran es gelegen hat?“

Eine einfache Antwort hatte ATV-Spielführer Jonas Mumme auf Lager: „Weil wir ganz einfach die bessere Mannschaft waren und diesmal in der Abwehr gemeinsam und nicht jeder für sich verteidigt haben.“ Natürlich war auch ATV-Trainer Nils Wallrath mit dem geforderten Pflichtsieg zufrieden, bremste dabei jedoch die Euphorie der Mannschaft: „Für den Aufwand, den wir in den letzten zwei Trainingswochen betrieben haben, sind 30 Gegentore eindeutig zu viel. Aber ich habe gleich gesagt, dass wir nicht gegen eine Karnevalstruppe spielen.“ Vor dem Spiel hatten Sportler und Zuschauer mit einer Schweigeminute dem kürzlich verstorbenen Fritz Wübbels gedacht, der speziell das Schiedsrichterwesen im Handball-Verband Niederrhein maßgeblich geprägt hat.

Beide Mannschaften fackelten von Beginn an nicht lange herum und suchten ihr Heil in schnellen Abschlüssen. Dabei zeigten die Gastgeber nicht gekannte Abschlussschwächen und schienen sich an Wölfe-Keeper Björn Otterbach die Zähne auszubeißen. Mitte des ersten Durchgangs gelang es dem ATV, sich nach drei Treffern von Thomas Jentjens in Folge mit drei Toren abzusetzen – der Gang in die Kabine erfolgte mit einer knappen 15:14-Führung. Ab der 40. Minute legte die Heimmannschaft den Wölfen die Leinen an, übernahm immer mehr die Kontrolle über das Spiel und zog nach Treffern von Julian Mumme, Jentjens und Christoph Kleinelützum auf 24:21 davon.

Ein Vorsprung, der allerdings sieben Minuten vor Schluss noch einmal zu schmelzen drohte. Wallrath nahm eine Auszeit und forderte, das Tempo zu verschleppen und die Führung über die Zeit zu bringen. Die Ansprache zeigte die erhoffte Wirkung. Das Wallrath-Team vergrößerte den Abstand auf komfortable fünf Tore und profitierte in der Endphase auch davon, dass sich der Gegner mehrere Zeitstrafen einhandelte.

„Unsere Torleute haben selbstständig den Wechsel in der Halbzeitpause beschlossen. In meinen Augen haben wir mit Janik Schoemackers einen besseren Zugriff auf das Spiel bekommen“, resümierte Wallrath, der ebenfalls lobende Worte für Roman Grützner fand, der im zweiten Durchgang den frühzeitig mit zwei Zeitstrafen bedachten Julian Mumme in der Abwehr mehr als ersetzte.

Mit dem Lob des Trainers ging der gerade einmal 20 Jahre junge Torwart Schoemackers sehr selbstkritisch um und bemängelte an seiner eigenen Leistung, dass er die zwei „Nullgrad-Tore“ von der Außenline nicht hätte kassieren dürfen. „Drei Stück waren es insgesamt von der äußeren Ecke, die dürfen ganz einfach nicht fallen“, fand Jonas Mumme, „dann gewinnen wir das Ding hier ganz überlegen mit sieben Toren Unterschied.“

Zum Mitarbeiter des Tages wurde Benedikt „Fräse“ Liedtke gewählt, der nach Ansicht von Trainer Wallrath insbesondere in der heißen Schlussphase alles richtig gemacht und sich erfolgreich durch den Abwehrblock der Wölfe gebohrt hatte. Das nächste Spiel des TV Aldekerk findet am kommenden Samstag um 19.15 Uhr beim punktgleichen Tabellennachbarn TuS 82 Opladen statt, der seine Begegnung beim VfB Homberg deutlich mit 39:27-Toren gewinnen konnte.

TV Aldekerk: Köß, Schoemackers – Jonas Mumme (2), Kleinelützum (2), Greven (1), Plhak (8/5), Jentjens (8), Liedtke (2), Rampyapedi (1), Tobae, Julian Mumme (4), Tebyl (6), Grützner.

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