Motto des SV Straelen im Saison-Endspurt: Verlieren verboten

Fußball : Der SV Straelen darf nicht mehr verlieren

Fußball-Regionalliga: Der 2:1-Erfolg der SG Wattenscheid 09 im Revierderby bei Rot-Weiss Essen hat den Aufsteiger wieder auf einen Abstiegsplatz gestürzt. Drei Spiele vor Saisonende spricht einiges für die sofortige Oberliga-Rückkehr.

Brutal. Anders lässt sich der Abstiegskampf der Fußball-Regionalliga West in der laufenden Saison nicht umschreiben. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden diesmal 40 Punkte nicht zum Klassenerhalt reichen. Zumindest nicht mit einem solch grottenschlechten Torverhältnis, wie es der SV Straelen mit sich herumschleppt. Der Aufsteiger von der Römerstraße hatte am Samstag gerade erst das Ende einer monatelangen Negativserie gefeiert. Nach dem 2:0 gegen Alemannia Aachen – dem ersten Sieg der Grün-Gelben seit dem 8. Dezember – schien der Klassenerhalt bereits wieder in greifbarer Nähe.

Denkste. Da hatte der Neuling die Rechnung offenbar ohne die SG Wattenscheid 09 um ihren Sportlichen Leiter Peter Neururer gemacht. Der Verfolger entschied am Montagabend das Revierderby an der Essener Hafenstraße mit 2:1 für sich. Und stürzte damit den SV Straelen auf Abstiegsplatz 15. Dieser Rang wird am Saisonende den Gang in die Oberliga bedeuten. Denn: Wer Fortuna Köln und den Sportfreunden Lotte den Klassenerhalt in der Dritten Liga zutraut, der glaubt auch daran, dass ein Mann mit weißem Rauschebart am 24. Dezember Geschenke durch Schornsteine purzeln lässt.

Deshalb kann für den SV Straelen drei Spiele vor Saisonende nur noch folgende Devise gelten: Verlieren verboten. Selbst ein Unentschieden am kommenden Samstag bei Borussia Dortmund II – an sich schon ein respektables Ergebnis im traditionsreichen Stadion Rote Erde – könnte viel zu wenig sein. Wegen der bereits erwähnten Tordifferenz (aktuell -18) reicht eine Punkteteilung in keinem Fall, um Abstiegsplatz 15 zu verlassen. Und bereits am 33. Spieltag könnte die Straelener Rückkehr in die Oberliga Niederrhein besiegelt werden, falls in Dortmund nicht der zweite Sieg in Folge gelingt. Von großer Bedeutung für die Grün-Gelben ist der Ausgang des nächsten Revierderbys. Am Samstag empfängt der Tabellenzweite Rot-Weiß Oberhausen den Namensvetter von der Essener Hafenstraße.

Falls die „Kleeblätter“ nicht gewinnen, ist das Rennen um die Meisterschaft gelaufen. Spitzenreiter Viktoria Köln käme dann am 11. Mai in Feier- und Gönnerlaune an die Römerstraße und würde wahrscheinlich mit angezogener Handbremse seinen Teil zur Rettung des SV Straelen beitragen. Wehe aber, wenn nicht. Wenn Viktoria Köln ausgerechnet in Straelen die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die Dritte Liga perfekt machen kann, gibt’s vom ehemaligen Bundesliga-Torjäger Albert Bunjaku (zwölf Treffer für den 1. FC Nürnberg in der Saison 2009/’10) und seinen Kollegen ordentlich was auf die Nuss.

Und in diesem Fall könnte der SV Straelen mit den Planungen für die Oberliga beginnen. Denn die Mitkonkurrenten SG Wattenscheid 09 (wahrscheinlich schon am Sonntag gegen den SV Lippstadt) und Bonner SC (spätestens am letzten Spieltag gegen den Vorletzten 1. FC Kaan-Marienborn) werden die 40-Punkte-Marke noch knacken.

Dies könnte bei einem Unentschieden in Dortmund und einer Niederlage gegen Viktoria Köln zwar auch dem SV Straelen gelingen. Und zwar mit einem Pyrrhussieg, wie er im Geschichtsbuch steht. Ein Dreier zum Abschluss in der Lohrheide würde nicht helfen – ein bitteres Szenario, das allerdings wegen der miserablen Tordifferenz recht wahrscheinlich ist. Das beliebteste Motiv der Fotografen am 18. Mai steht auch schon fest: Inka Grings, Deutschlands erste Trainerin in Liga vier, gratuliert „Old-School-Legende“ Peter Neururer zum Klassenerhalt.

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