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Lokalsport: Mit dem Boot auf Kurs Richtung Europa

Lokalsport : Mit dem Boot auf Kurs Richtung Europa

Der 17 Jahre alte Segler Jan-Matthis Sopha tritt ab Donnerstag bei den Jugend-Europameisterschaften im Laser an. Sein Ziel ist es, in den Goldfleet zu kommen und einen guten Platz zu belegen. Sein größter Ansporn: sein Bruder Björn Eike.

Jan-Matthis Sopha kann überhaupt nichts dafür. Seine Leidenschaft für Wassersport steckt tief verwurzelt in seinen Genen. Neben ihm sind auch seine beiden größeren Brüder und sein Vater gute Segler. Und damit sind keine Hobbysportler gemeint, die sich ein verlängertes Wochenende im Jahr auf einem Segelboot aufhalten. Jan-Matthis Sopha bestreitet seit seiner frühen Jugend regelmäßig Wettkämpfe. Nun hat er einen Platz für die Jugend-Europameisterschaften in der Laserklasse Radial ergattert, die vom 26. Juni bis 3. Juli auf der Ostsee stattfinden. Dort vertritt er in einem 160 Teilnehmer starken Feld die Farben aus NRW.

Zum Segeln kam der Hartefelder bereits mit acht Jahren durch seinen Vater und seine Brüder. "Segeln ist unser Familiensport", sagt Jan-Matthis Sopha. Vater Ralf segelte selbst in seiner Jugend, gab den Wassersport berufsbedingt dann jedoch auf, bis er 1999 mit seiner Familie von Bremen nach Hartefeld zog. Dort trat er der Wassersportgemeinschaft (WSG) Gelderland bei und brachte seinen Jungs das Segeln bei. Zunächst startete Jan-Matthis Sopha mit dem Optimisten, dem Einsteigerboot. "Mit 15 Jahren muss man dann wechseln, wenn man ein Regattaboot fahren will", sagt der heute 17-Jährige. Er entschied sich für die Laserklasse. "Ich konnte das bereits vorher bei meinem Bruder Björn Eike ausprobieren. Außerdem bin ich lieber alleine auf dem Boot, so muss mich nicht absprechen", sagt Jan-Matthis Sopha.

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Der Erfolg gibt ihm recht. In der aktuellen Saison ist er mit einem zweiten und einem vierten Platz gestartet und hat Ende Mai den Vize-Landesmeistertitel auf der Bevertalsperre im Bergischen Land ersegelt. Punktgleich mit Landesmeister Fynn Uhlig vom Duisburger Yachtclub wurde der Hartefelder hinter zwei Seglern aus Niedersachsen nach fünf Wettfahrten Gesamtvierter. Aktuell wird Jan-Matthis Sopha in der Jahres-Rangliste auf Platz 26 von 125 Seglern geführt. In der nationalen Qualifikations-Rangliste für die Jugend-WM 2015 steht er auf dem guten 14. Platz von 80 gewerteten Seglern.

Für die Europameisterschaft hat sich der Hartefelder viel vorgenommen. "Ich will es bis ins Goldfleet (die bessere Hälfte der Teilnehmer, Anm. der Red.) schaffen", sagt der Nachwuchssegler. Um das zu erreichen, benötigt Jan-Matthis Sopha weniger Wind. "Für meine Größe von 1,88 Meter bin ich sehr leicht und kann dadurch nicht so viel Geschwindigkeit aufbauen", sagt der Gelderner, der dieses Defizit jedoch mit Technik und Taktik auszugleichen weiß.

Für die EM trainiert der 17-Jährige bereits seit Monaten einmal pro Woche auf dem Wasser und macht zudem Kraft- und Ausdauertraining. Allerdings konnte Jan-Matthis Sopha krankheitsbedingt erst im März mit dem Training beginnen. Dennoch fühlt sich der Jungsegler gut vorbereitet. Und die EM ist nur der erste Schritt. Für das kommende Jahr hat er sich als Ziel gesetzt, bei der EM oder WM zu starten. Genau wie seine Brüder zuvor, die sich gerne in Wettkämpfen mit ihm messen. "Im Optimisten bin ich besser als Björn Eike", sagt Jan-Matthis Sopha, "aber im Laser noch nicht. Da versuche ich noch, an ihn heranzukommen."

Sein ältester Bruder hat berufsbedingt das Wasser weitestgehend verlassen. Und auch Jan-Matthis Sopha will nach seinem Abitur 2015 erst einmal studieren. "Womöglich Maschinenbau, vielleicht Schiffsbau", sagt der Schüler des Friedrich-Spee-Gymnasiums, der seine Leidenschaft für Boote nicht verleugnen kann. Über einen möglichen Studienort hat er sich auch bereits Gedanken gemacht: "Vielleicht in Schleswig-Holstein", sagt der 17-Jährige, "dann kann ich regelmäßig auf der Nord- oder Ostsee segeln."

(RP)