Volleyball: "Meine Mannschaft soll laut sein"

Volleyball : "Meine Mannschaft soll laut sein"

Volleyball-Regionalligist VC Eintracht Geldern hat einen Nachfolger für Trainer Thomas Cöhnen gefunden. Der 25-jährige Steffen Bertram hat im Dezember die Trainer-B-Lizenz erworben und freut sich auf die Herausforderung.

Geldern Die Messlatte liegt hoch. Denn Thomas Cöhnen hat in den vergangenen Jahren beim VC Eintracht Geldern Maßstäbe gesetzt. Unter der Regie des Erfolgstrainers, der sich ab sofort in Sachen Jugendarbeit des Vereins engagiert, schaffte die Mannschaft den Aufstieg in die Regionalliga. Und feierte in der abgelaufenen Saison in der vierthöchsten deutschen Spielklasse die Vizemeisterschaft. Inzwischen haben Eintracht-Vorsitzender Hartmut Harmsen und seine Mitstreiter einen Nachfolger gefunden: Steffen Bertram, 25-jähriger Lehramtsstudent aus Duisburg, nimmt mit den Spielerinnen den Neuaufbau in Angriff.

Herr Harmsen, wann haben Sie mit der Trainersuche begonnen ?

hartmut Harmsen Relativ früh. Und zwar direkt nach Saisonende im April. Wir haben auf den gängigen Portalen im Internet Anzeigen geschaltet. Zum Beispiel auf unserer eigenen Homepage, beim Westdeutschen Volleybandverband und sogar bei unseren Nachbarn in Holland.

Wie haben Sie diese Stellenanzeige entdeckt, Herr Bertram ?

steffen bertram Ich hatte das Glück, dass eine Trainerkollegin von mir darauf aufmerksam geworden ist. Und dann habe ich einfach mal in Geldern angerufen.

Weshalb hat sich der Verein für Steffen Bertram entschieden ?

Harmsen Wir hatten natürlich mehrere Bewerber. Doch schon beim ersten Telefonat mit ihm, das etwa eine halbe Stunde gedauert hat, hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Wir haben ihn nach Geldern eingeladen und dem Vorstand vorgestellt. Da waren Thomas Cöhnen und die beiden Co-Trainer ebenfalls anwesend. Mein gutes Gefühl wurde von meinen Vorstandskollegen und den Trainern bestätigt.

bertram Nach diesem Treffen habe ich die Einladung erhalten, zwei Trainingseinheiten zu leiten. Das war natürlich eine Herausforderung für mich. Mein erster Eindruck von der Mannschaft war durchweg positiv. Ich wurde freundlich aufgenommen, die Spielerinnen haben engagiert gespielt. Ich habe direkt gespürt, dass die Chemie zwischen der Mannschaft und mir stimmt.

Hatten Sie vorher eigentlich schon einmal etwas vom VC Eintracht Geldern gehört ?

bertram In der Volleyball-Szene kennt man die Eintracht. Das ist einfach so. Die Mannschaft habe ich natürlich nicht gekannt. Aber den Verein schon. Ich bin in Geldern auch schon mehrfach mit verschiedenen Jugendmannschaften angetreten."

Was reizt Sie an der Aufgabe ?

Bertram Ich habe im Dezember die Trainer-B-Lizenz erworben, die für die Regionalliga vorgeschrieben ist. Und da hat sich mir in Geldern direkt eine einmalige Chance geboten, die ich annehmen musste. Zugleich ist es natürlich eine reizvolle Herausforderung für mich. Außerdem habe ich schnell festgestellt, dass mir das gesamte Konstrukt mit den Co-Trainern sehr gut gefällt.

Welchen Eindruck konnten sie in der kurzen Zeit von der Eintracht gewinnen ? Und haben Sie bereits mit ihrem Vorgänger Thomas Cöhnen gesprochen ?

bertram Zu Thomas habe ich Kontakt aufgenommen. Er hat mir seine Hilfe und seine Unterstützung angeboten, die ich auch gerne annehmen werde. Mein Eindruck vom VC Eintracht ist absolut positiv. Der Verein ist sehr gut aufgestellt und strukturiert. Mir haben alle Ansprechpartner von Anfang an sehr viel Vertrauen geschenkt. Und man gibt mir freie Hand, um meine Arbeit hier zu machen.

Wie lautet ihre Zielsetzung? Gibt es Vorgaben seitens des Vereins ?

bertram Ich weiß, dass sich die Mannschaft momentan im Moment im Umbruch befindet und einige Spielerinnen an das Niveau der Regionalliga herangeführt werden müssen. Wir wollen den Klassenerhalt schaffen - darin sind sich alle Beteiligten einig.

Wie lautet ihre Volleyball-Philosophie ?

bertram Ein gutes Aufschlagspiel ist mir sehr wichtig. Der Aufschlag ist im Volleyball der erste Angriffsball. Weiter bin ich ein Befürworter der ,Gummiwand', lege also großen Wert auf eine gute Defensivarbeit. Und ich bin ein großer Freund der Emotionalität. Meine Mannschaft soll laut sein. Sie soll sich laut freuen und auch sonst laut sein. Kommen Sie demnächst vorbei, dann werden Sie feststellen, was ich meine. Volleyball muss erarbeitet und gelebt werden. Wobei ich auf den Begriff ,Kampfschweine' ja eigentlich verzichten wollte (lacht).

Welche Erfahrungen bringen Sie in Sachen Volleyball mit ?

bertram Als ganz junger Erwachsener habe ich in der Oberliga gespielt und befand mich auf dem Weg nach oben, als mich leider eine Schulterverletzung aus dem Rennen geworfen hat. Ich schlage momentan noch in der Landesliga auf. Als Trainer war ich für den VC Essen-Borbeck tätig. Dort habe ich die Damen in der Verbandsliga trainiert und ein Jahr im Jugendbereich gearbeitet.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE HEINZ SPÜTZ

(ütz)