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Manfred "Manni" Gloger macht den SV Straelen noch professioneller

SVS-Torhüter loben den 58-Jährigen für seine Arbeit : „Manni“ Gloger macht den SV Straelen noch professioneller

Seit 200 Tagen ist der 58-Jährige Torwarttrainer beim Fußball-Regionalligisten SV Straelen. Bei vielen namhaften Klubs hat er zuvor schon die Richtung vorgegeben. An diesem Samstag wird er im Spiel bei den Sportfreunden Lotte wieder mitfiebern.

„Ach komm“, sagt Manfred „Manni“ Gloger zu Beginn des Gesprächs. „Lass uns hier nicht über die alten Zeiten reden. Reden wir lieber über das hier und den SV Straelen.“ Doch so ganz ohne einen Rückblick geht es bei so einem erfolgreichen Profi-Torwarttrainer nun wirklich nicht. Denn seit gut 20 Jahren ist der in Kevelaer aufgewachsene Ex-Keeper in den höchsten Fußball-Ligen unterwegs. Gloger hat schon in vielen deutschen Stadien auf der Trainerbank gesessen. Er zählt auf: drei Jahre in der Bundesliga, zehn Jahre in der Zweiten Liga, zwei Jahre in der Dritten und zwei Jahre in der Vierten Liga und zu Beginn seiner Laufbahn vier Jahre in der Junioren-Bundesliga. Seine Arbeitgeber waren ausschließlich Traditionsvereine aus dem Westen: MSV Duisburg, Fortuna Düsseldorf, SG Wattenscheid 09, Arminia Bielefeld und KFC Uerdingen. Dabei hat er hat unter anderem mit Trainern wie Norbert Meier, Jürgen Kohler, Peter Neururer oder Stefan Krämer zusammengearbeitet und ist dreimal in die Bundesliga und einmal von der Vierten in die Dritte Liga aufgestiegen. Als aktiver Torwart stand Manni Gloger bis zu seinem 35. Lebensjahr für verschiedene hochklassige Vereine des hiesigen Fußball-Kreises, unter anderem auch beim SV Straelen, zwischen den Pfosten. Und beim SVS ist der 58-Jährige mittlerweile Torwart-Coach.

Der Straelener Keeper Robin Udegbe, der schon jahrelang im Fußballgeschäft unterwegs ist, scheint nicht ganz unbeteiligt am Wechsel von Gloger zur Römerstraße gewesen zu sein. „Manfred Gloger hat mich vor meinem Wechsel zum SV Straelen zwei Jahre in der Dritten Liga beim KFC Uerdingen trainiert. Ich habe gegenüber dem Verein den Wunsch geäußert, über seine Verpflichtung nachzudenken“, sagt Udegbe. SVS-Präsident Hermann Tecklenburg lud Gloger im Sommer zu einem Gespräch ein. „Er hat mir seine Pläne über die sportliche Zukunft des Vereins vorgestellt und weiter mitgeteilt, dass er gewisse Schlüsselpositionen besser besetzen möchte, um ein anderes Level anzugehen und Kontinuität zu schaffen“, sagt er. Gloger gefielen die Tecklenburg’schen Visionen. Er stieg ins Training ein und verschaffte sich einen Überblick, bis er im September schließlich seine Unterschrift unter den Vertrag setzte.

Zu einer Zeit, als Torwart-Trainer noch reine Autodidakten waren und der DFB von einer professionellen Trainerausbildung für Keeper noch weit entfernt war, ließ sich Gloger im benachbarten Ausland fachgerecht ausbilden – ein gelungener Schachzug von ihm, denn so war er seinen Kollegen um einiges voraus. Das erklärt auch ein Stück weit seinen Karriereverlauf.

Die Frage, was ihn als guter Torwart-Trainer ausmacht, welche Stärken er hat, kann momentan wohl kaum einer besser beantworten als eben Robin Udegbe. „Mit der Verpflichtung von Manni Gloger hat der Verein in meinen Augen einen echten Glücksgriff gemacht. Als Torwart kann ich mir keinen besseren Trainer wünschen. Er ist ein extremer Fachmann, dem es gelingt, sein fachliches Wissen im täglichen Training umzusetzen. Er ist präzise in seinen Anweisungen und seiner Vorstellung vom modernen Torwart-Spiel. Darüber hinaus ist er ein akribischer Arbeiter, der sich mit seinem Wissen in die Belange des gesamten Teams einbringt. Er hat im positiven Sinne Ecken und Kanten und trifft bei der Torwart-Ausbildung den richtigen Ton. Sein Prinzip lautet: Fordern und Fördern. Ich schätze seine Arbeit sehr“, sagt Udegbe.

Und seine wie eine Lobeshymne klingende Einschätzung bestätigt Ersatztorwart Keisuke Ishibashi, der noch vor kurzem in einem Interview mit der RP sagte, als Keeper noch nie besser trainiert worden zu sein.

Und mit dem Klischee, Torhüter könnten kein Fußball spielen, räumt Udegbe gleich mit auf: „Manni verfügt über eine ungemein gute Schusstechnik. Seine Bälle kommen dahin, wo er sie hinhaben will.“

Gloger wohnt in Krefeld und hat sich bereits während seiner Trainerzeit als Geschäftsmann ein zweites Standbein aufgebaut.

Seine nahe Zukunft sieht der 58-jährige Ex-Keeper beim SV Straelen, denn den Auftrag, den Verein und die Mannschaft weiter nach vorne zu bringen, sieht er noch längst nicht als erledigt an.