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Lutz Stermann setzt seine Ära beim Kreissportbund Kleve fort

Vereine und Verbände : „Stärkeres Mitspracherecht für Sportler“

Lutz Stermann hängt als Vorsitzender des Kreissportbundes Kleve noch einmal zwei Jahre dran und geht in die sechste Amtszeit. Der Chef der Dachorganisation vertritt die Interessen von knapp 100.000 Sportlerinnen und Sportlern.

Lutz Stermann hat’s noch einmal getan. Der Vorsitzende des Kreissportbundes Kleve hat sich am Wochenende bei der Jahreshauptversammlung im Kevelaerer Bühnenhaus für zwei weitere Jahre im Amt bestätigen lassen, weil ein geeigneter Nachfolger (noch) nicht in Sicht ist. In seiner mittlerweile sechsten Amtszeit möchte der 70-jährige Funktionär endgültig die Weichen stellen, dass in Zukunft ein hauptamtlicher Vorsitzender die Dachorganisation der Kreis Klever Sportler leitet.

Endet 2022 die „Ära Lutz Stermann“ beim Kreissportbund?

Lutz Stermann Man soll bekanntlich nie nie sagen. Meine Frau hat schon gesagt, dass sie erst daran glaubt, wenn ich morgens nicht mehr meine Tasche packe und nach Geldern zur Geschäftsstelle fahre. Aber ich gehe fest davon aus, dass wir in den nächsten beiden Jahren einen Nachfolger finden. Entweder in hauptamtlicher oder vielleicht doch noch einmal in ehrenamtlicher Funktion.

Unter Ihrer Regie ist das moderne ,Sporthaus’ in Geldern entstanden, das gleichzeitig als Verwaltungssitz des Kreissportbundes und als Sportstätte für Fitness- und Gesundheitskurse dient. Ursprünglich wollten Sie sich schon 2017 nach der Eröffnung verabschieden.

Stermann Das war der Plan. Wir hatten auch schon einige sehr geeignete Kandidaten, die sich dann allerdings beruflich noch einmal anders entschieden haben. Und so habe ich weitergemacht, weil ich nicht einfach eine Lücke hinterlassen wollte.

Das ,Sporthaus’ ist so etwas wie ihr Kind. Worauf sind Sie im Rückblick auf die vergangenen zwölf Jahre noch besonders stolz?

Stermann Es geht da überhaupt nicht um meine Verdienste. Aber ich bin sehr zufrieden, dass wir uns im Laufe der Zeit zu einem starken und kompetenten Dienstleister der Sportvereine entwickelt haben. Wir schöpfen inzwischen die Fördermöglichkeiten für die Vereine konsequent aus. Allein im Jahr 2019 sind aus diversen Töpfen und Projekten 279.000 Euro geflossen. Ein voller Erfolg ist das ,Moderne Sportstätten’-Programm des Landes, das hoffentlich noch einmal in die Verlängerung geht. Bislang haben wir 102 Anträge von 80 Vereinen im Kreisgebiet bearbeitet. Damit sind bereits drei Viertel der gesamten Fördersumme von 5,8 Millionen Euro vergeben. So etwas bindet natürlich auch Arbeitskraft, die bezahlt werden muss.

Sie sprechen damit das Hauptargument für den Antrag auf Erhöhung der Beiträge an. Haben die Delegierten in Kevelaer zugestimmt oder gab’s auch kritische Töne ?

Stermann Der Antrag ist ohne längere Diskussionen angenommen worden. Die Vereine zahlen künftig pro Mitglied jährlich einen Euro an uns. Wenn man bedenkt, dass wir auf Wunsch immer mit Rat und Tat zur Stelle sind, ist das ein sehr moderater Betrag.

Ihr langjähriger Weggefährte Günter Schlüpen ist aus gesundheitlichen Gründen als Schatzmeister zurückgetreten. Am Samstag haben Sie ihn zum Ehrenmitglied ernannt. Dabei ist auch das eine oder andere Tränchen geflossen.

Stermann Das ist richtig. Aus der Zusammenarbeit ist schließlich auch eine Freundschaft entstanden. Ohne Günters Unterstützung wäre das Sporthaus nie entstanden. Er war jahrelang so etwas wie Bauleiter und Architekt in einer Person.

Was möchten Sie in den nächsten beiden Jahren noch erreichen?

Stermann Ich setze mich weiterhin für ein stärkeres Mitspracherecht für Sportler ein. Die Vereine vor Ort bringen ein hohes Maß an Kompetenz mit. Deshalb sollten sie in entsprechenden Gremien wie Sport- oder Jugendhilfe-Ausschüssen auch mit Sitz und Stimmrecht vertreten sein. Um dies zu erreichen, befinde ich mich im ständigen Austausch mit den 16 Bürgermeistern im Kreis Kleve.