Fußball: Ludwik vor Rückkehr zum SVS

Fußball: Ludwik vor Rückkehr zum SVS

Der Wechsel von Sebastian Ludwik vom SV Hö./Nie. nach Straelen soll noch vor Ostern perfekt gemacht werden. Der Fußball-Niederrheinligist wartet seit vier Spielen auf einen Sieg und empfängt heute (18.15 Uhr) den VfL Rhede.

Holger Gässler ist kein Trainer, der sich unnötig in den Vordergrund drängt. Er bevorzugt die leisen Töne – innerhalb der Mannschaft, aber auch nach außen. Das schätzen seine Spieler an ihm. Aber Straelens Coach war nach der 0:2-Niederlage in Ratingen und der Kritik seines Trainer-Kollegen an seiner Person ziemlich aufgeregt – völlig untypisch für ihn. Außenstehende vermuteten nach der dritten Niederlage im vierten Spiel gar Nervosität und erste Anzeichen von Abstiegsangst. "Klar ist uns unsere schwierige Situation bewusst, aber es hilft doch nichts unruhig zu werden oder zu jammern", sagt Gässler. "Wenn ich jetzt noch sagen würde, dass alles schlecht ist, könnten wir sofort einpacken."

Es fehlen die Tore

Dabei ist die sportliche Lage inzwischen sehr ernst. Als Tabellenvorletzter belegt Straelen einen Abstiegsplatz – da tröstet es nur bedingt, dass der SVS mit bislang 21 Partien ein Spiel weniger auf dem Konto hat als die direkte Konkurrenz aus Viersen. Zumal die weiteren Kontrahenten Goch und Hö./Nie. erst 20 Mal zum Einsatz kamen – und die liegen beide einen Punkt vor Straelen. Gässler warnte in der Vergangenheit aber immer wieder vor Rechenspielchen. "Wir müssen unsere Begegnungen so gut wie möglich gestalten und möglichst viele Punkte sammeln. Dann werden wir die Klasse halten. Und dann muss auch niemand rechnen."

Doch zum Punktesammeln gehören Tore. Und das ist derzeit das große Problem der Straelener. Der Blick auf die letzten vier Partien belegt das. Die Gegner hießen Düsseldorf-West, Fischeln, Hö./Nie. und Ratingen. Zumindest zwei dieser Teams zählen zu den Klubs im näheren Umfeld des SVS in der Tabelle. Doch Straelen holte dennoch nur einen Punkt in diesen Begegnungen. Dazu schoss die Mannschaft lediglich drei Treffer bei zehn Gegentoren. In Abwesenheit des verletzten Angreifers Danny Thönes, den noch immer eine Sehnenentzündung plagt, trugen sich stattdessen Magnus Björgvinsson und die Abwehrspieler Sebastian Clarke sowie Marc Linssen in die Torschützenliste ein.

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Gässler bemängelte zuletzt bereits mehrfach die fehlende Durchschlagskraft in den Offensivbemühungen. "Aber oft genug hatten wir auch Pech", so der Trainer. "Im letzten Spiel schießen wir auf der Linie den Gegenspieler an, statt ins Tor. Der Einsatz stimmt. Wenn es dafür Punkte geben würde, stünden wir deutlich weiter oben." Gässler lässt sich trotz der schlechten sportlichen Situation nicht aus der Ruhe bringen. "Ich muss ja auch einen kühlen Kopf bewahren", sagt er. "Ich vertraue meiner Mannschaft."

Allerdings muss er heute Abend gegen Rhede neben Thönes auch auf Tim Oploh und Marc Linssen aufgrund von Zerrungen verzichten. Unklar ist dazu, wie lange Kürsat Eyril rotgesperrt fehlt. "Auch in diesem Fall hilft weinen nicht weiter", so Gässler. Vielmehr stimmt ihn die Leistung gegen Ratingen trotz der Niederlage positiv – und obwohl mit dem VfL der Tabellenvierte an der Römerstraße vorspielt, der eine der besten Abwehrreihen der Liga besitzt.

An diesen Ort soll auch Sebastian Ludwik zurückkehren, dessen Wechsel vom SV Hö./Nie. noch vor Ostern perfekt gemacht werden soll. Der 25-Jährige war vor der Saison zum Ligakonkurrenten gewechselt. Beim SVS spielte er in der ersten und zweiten Mannschaft.

Dazu hat der Klub die Verträge von Thomas Brouwers (zwei Jahre), Timo Hoffstadt, Timo Ingenlath (je ein Jahr), Henning Heythausen, Julian Rhode, Jens van Overbrüggen (je drei Jahre) verlängert.

(RP)