Kevelaerer SV kann den Abstieg nicht verhindern

Fußball : Kevelaerer SV steigt nach bitterem Ende ab

Relegations-Rückspiel um den Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga: Kevelaerer SV – SC Radevormwald 1:1 (0:0).

Als in der 58. Minute Ali Eryürük den Führungstreffer für die Gäste aus Radevormwald erzielte, war nach menschlichem Ermessen die Partie gelaufen. Es war ein sehenswerter Treffer, über die rechte Seite eingeleitet, gegen den Kopfball des Gästestürmers hatte KSV-Schlussmann Fabian Groß keine Chance. Drei Tore hätte der Kevelaerer SV nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel nun noch erzielen müssen, um den Klassenerhalt zu sichern.

Für dieses Kunststück sprach nach knapp einer Stunde Spielzeit nur wenig. Doch fünf Minuten später keimte bei den meisten der über 400 Zuschauer noch einmal Hoffnung auf. Viele Fußballfreunde waren aus dem Nachbardorf Winnekendonk angereist, da die Viktoria bei einem Erfolg des KSV in einer Relegation noch die Chance auf den Klassenerhalt in der A-Liga gehabt hätte. Nach einem Foulspiel im Strafraum zeigte Schiedsrichter Tim Grevelhörster auf den Elfmeterpunkt. Doch jubeln durften anschließend erneut nur die Gäste. Denn der Schuss von Radek Vykydal war so schwach und unplatziert, dass der Gästetorhüter nur wenig Mühe hatte, den Ball zu halten. Dieser Elfmeter hatte schon etwas Sinnbildliches, zeigte es doch, dass der Heimelf in solchen Szenen oft der „Killerinstinkt“ fehlt. Da machte sich natürlich auch die Abwesenheit von Torjäger Sven van Bühren bemerkbar.

Die Begegnung war ein Balanceakt und ein schmaler Grat für die Kevelaerer. Schließlich hätte ein frühes Auswärtstor der Gäste die Platzherren die Aufgabe zusätzlich erschwert. Nach schwungvollem Beginn hatte aber zunächst einmal die Heimelf die ersten guten Szenen im Angriff. In der 13. Minute wäre es aber auf der Gegenseite fast passiert. Wie schon beim Gegentor im Hinspiel leisteten sich die Kevelaerer einen fatalen Abspielfehler im Mittelfeld. Nach einem schnellen Konter verpasste Gäste-Kapitän Hüseyin Kilic den Ball nur um Haaresbreite. Die größte Kevelaerer Chance hatte eine Minute vor dem Seitenwechsel Besar Amzai, der nach Zuspiel von Colin Linßen aus kurzer Distanz den Ball übers Tor schoss.

Man muss der Mannschaft um KSV-Trainer Ferhat Ökce hoch anrechnen, dass sie nach dem verschossenen Elfmeter in der Schlussphase nicht aufsteckte. Vielmehr drängte der Gastgeber weiter auf den Anschlusstreffer, um in einer Schlussoffensive das Blatt vielleicht noch einmal wenden zu können. Tormöglichkeiten waren da, doch auch Radevormwald blieb vor allem über die rechte Seite immer gefährlich. Als der verdiente Ausgleich endlich fiel, schrieb man allerdings schon die 85. Spielminute. Jan Wilbers wurde an der Strafraumgrenze freigespielt und zog trocken ab.

Nach diesem Tor geriet die Partie, die bis dahin von beiden Mannschaften absolut fair geführt worden war, überraschend noch aus den Fugen. Auf der einen Seite die Kevelaerer, die vielleicht doch noch das Unmögliche schaffen wollten. Auf der anderen die Gäste aus dem Bergischen, die die Zeit von der Uhr nehmen wollten. Diese Szenerie entwickelte eine Eigendynamik, die so nicht unbedingt zu erwarten war. Die Emotionen schlugen noch einmal hoch, allerdings nur auf verbaler Ebene. Dreimal zückte der Schiedsrichter aus Meiderich die Rote Karte, betroffen waren auf Kevelaerer Seite Tim Hillejan und Ersatztorhüter Julian Falk, den es nicht mehr auf der Bank gehalten hatte. Kein schönes Ende einer Begegnung, in der Jan Wilbers in der 93. Minute noch den Führungstreffer auf dem Fuß hatte, der jedoch auch keine Bedeutung mehr gehabt hätte.

Kevelaers Angreifer Besar Amzai (gelbes Trikot) vergab kurz vor der Pause die große Möglichkeit zum Führungstreffer. Foto: Klaus-Dieter Stade (kds)/Stade, Klaus-Dieter (kds)
Die Enttäuschung über den unglücklichen Ausgang des Spiels stand dem Kevelaerer Kapitän Dennis Hermens ins Gesicht geschrieben. Foto: Heinz Spütz

Damit ist der Kevelaerer Abstieg nach nur einem Jahr in der Bezirksliga besiegelt. Das hat auch für andere Mannschaften aus dem Fußball-Kreis Kleve-Geldern Folgen, da die Relegation auf Kreis-Ebene entfällt. Viktoria Winnekendonk muss in der B-Liga einen neuen Anlauf nehmen. Außerdem steigen der SSV Reichswalde, Fortuna Keppeln und der GSV Geldern II in die unterste Spielklasse ab.

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