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Kerken: Handballerin Tugce Cengiz fühlt sich beim TV Aldekerk sehr wohl

Handball : Mit Bescheidenheit und Bodenhaftung zum Erfolg

Die 24-jährige Tugce Cengiz zählt zu den festen Größen beim Drittligisten. Ihre Stärken zeigt die Torhüterin besonders auf der Torlinie. Derzeit studiert sie an der Uni Essen Mathematik und Kunst mit Lehramtsoption.

Tugce Cengiz, 24-jährige Torhüterin des Handball-Drittligisten TV Aldekerk, wohnt in Moers und studiert an der Uni Essen Mathematik und Kunst mit Lehramtsoption. Ihre handballerischen Anfänge hatte sie bereits als Fünfjährige beim TV Asberg. Auf dem Feld hat sie nie gespielt, aber im Tor stehen – das war ganz einfach ihr Ding. Später wechselte sie zum GSG Moers. Dort wurde sie in ihrem ersten Jahr als B-Juniorin in die A-Jugend befördert und lief für ihren Verein in der Regionalliga auf.

Zum ATV kam die gebürtige Moerserin über die Niederrheinauswahl, in die sie regelmäßig berufen wurde. „Die halbe Mannschaft bestand ja aus Aldekerkerinnen und der Rest kam aus dem Raum Solingen. Ich war da alleine auf weiter Flur“, sagt sie. „Und dann hat mich jemand vom ATV angesprochen, ob ich nicht wechseln wollte. Ich glaube, das war 2012 oder 2013.“

Seit dieser Zeit gehört sie zum Stammpersonal im Tor des ATV, feierte ihre größten Erfolge als Jugendliche und stieg später mit der Mannschaft in die Dritte Liga auf. „Anfragen von anderen Vereinen habe ich immer wieder erhalten, da waren auch sehr lukrative Angebote bei. Doch das alles wäre nicht so einfach mit meinem Studium zu verbinden gewesen. Außerdem habe ich hier viele Erfolge gefeiert und sowas schmiedet zusammen. Hier passt einfach alles“, sagt sie.

Bestnoten als Torhüterin verdient sich Tugce Cengiz durch ihre Beweglichkeit auf der Linie und der Fähigkeit, Torwürfe besonders gut lesen zu können. Verbesserungsbedarf ist ihrem Naturell geschuldet, denn sie ist eher eine zurückhaltende Person. „Ich muss einfach lauter werden und meine Vorderleute besser dirigieren. Das ist ganz klar eine Schwäche von mir“, sagt sie und hofft darauf, an die guten Leistungen der abgebrochenen Saison anknüpfen zu können. Die eher zierlich wirkende Torhüterin steht vor einer harten Saison. Aufgrund bestimmter Umstände konnte sie in den ersten sechs Wochen der Vorbereitung nicht mitmachen. Ihre Aufgabe bestand danach darin, den Trainingsrückstand aufzuholen und sich in der Mannschaft neu zurechtzufinden.

Harz ist für Handballer wie Stollenschuhe für Fußballer oder Spikes für Sprinter. Als „Harz-Wartin“ gehört es innerhalb der Mannschaft zu Tugce Cengiz’ Aufgabe, ständig für ausreichend Nachschub von der klebrigen Masse zu sorgen, die dem Ball den benötigten Grip verleiht.

Ab dem 17. Oktober ist sie im ersten Saisonspiel dann doppelt gefordert – als Torhüterin und „Harz-Wartin“.